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Kolumne Wort zum Alltag
Wenn uns das Herz brennt

Wo brannte mein Herz?“ Haben Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, diese Frage in der letzten Zeit gestellt? Bei welcher Begegnung? An welchem Ort? Zwei Jünger Jesus haben für sich darauf eine Antwort gefunden. Nach dem schrecklichen Tod von Jesus, ihres besten Freundes und Weggefährten, fühlen sie sich vom ihm im Stich gelassen. Sie machen sich auf den Weg von Jerusalem nach Emmaus. Das Unterwegssein, sich auf den Weg zu machen, ermöglicht, neue Erfahrungen zu machen. Schauen wir in die Bibel hinein, so entdecken wir zahlreiche Weg-(Straßen-) geschichten.

Die Straße ist einerseits ein ungeschützter Raum, verstaubt, laut und kein religiöser Ort, aber auf der Straße spielt sich das Leben auf überraschender Weise ab. Die Straße wird für die beiden Jünger der Ort der Jesusbegegnung. Sie vertrauen sich diesem Fremden an, schütten ihr Herz aus und hören aufmerksam dem Fremden zu. Während sie miteinander unterwegs sind, kommt ihr Herz so sehr in Bewegung, dass sie im Nachhinein, als sie den Herrn beim Brotbrechen erkennen, sagen: „Brannte uns nicht das Herz, als er uns die Schrift erklärte! “


Wann brannte uns das Herz so sehr, dass sich unser Leben erfüllt anfühlte? Wir stehen mitten in der Osterzeit. Wir sind eingeladen, unsere Rückschau mit österlichen Augen zu betrachten und so die Alltagsmomente neu zu deuten: Brannte mir nicht das Herz, als ich einem weiterhelfen konnte?! Brannte mir nicht das Herz, als mich jemand in die Arme nahm und tröstete?! Brannte mir nicht das Herz, als Jesus sich mir im Sakrament schenkte?! Brannte mir nicht das Herz als… Hier können Sie, liebe Leserinnen und Leser, den Satz selber beenden.

Barbara Jung, Gemeindereferentin der PG Losheim am See