| 20:17 Uhr

Schüler experimentieren
Wenn eine Mauer den Salat vor Schnecken schützt

Die Landessieger bei „Schüler experimentieren“ in der Sparte Physik: Kilian Kluge (Mitte) und Tim Schmidt (rechts) mit Betreuungslehrer Alexander Leuck.
Die Landessieger bei „Schüler experimentieren“ in der Sparte Physik: Kilian Kluge (Mitte) und Tim Schmidt (rechts) mit Betreuungslehrer Alexander Leuck. FOTO: PWG
Merzig. Jungforscher des Merziger Peter-Wust-Gymnasiums errangen vordere Platzierungen beim Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“.

Stolzer Erfolg für eine Schule aus der Kreisstadt: Alle Schüler des Peter-Wust-Gymnasium (PWG) Merzig, die bei der 50. Ausgabe des Landeswettbewerbs „Schüler experimentieren“ am Start waren, konnten die Jury mit ihren Arbeiten aus den Bereichen Naturwissenschaft und Technik überzeugen. Die Projekte des Merziger Gymnasiums, das das Prädikat MINT-freundliche Schule trägt, wurden mit drei vorderen Platzierungen und zwei Sonderpreisen ausgezeichnet. Dies gab die Schule jetzt bekannt. MINT steht für die Fächergruppe Mathematik, Informationstechnik, Naturwissenschaften und Technik.


Die Schüler Kilian Kluge und Tim Schmidt aus der Klassenstufe 8 gewannen den Wettbewerb im Bereich Physik und qualifizierten sich damit für eine Teilnahme am Wettbewerb „Jugend forscht“ (die SZ berichtete bereits).

„Schüler experimentieren“ ist die Juniorensparte des Wettbewerbs „Jugend forscht“. Die Jungforscherinnen und -forscher hatten nun in der Congresshalle in Saarbrücken die Gelegenheit, ihre Forschungsbeiträge der Jury und einem interessierten Publikum zu präsentieren.



Ein ganzes Jahr Vorbereitung hatten die meisten Schüler in ihre Forschungsprojekte investiert. Zunächst brauchte es eine zündende Idee: Ein interessantes Forschungsthema musste gefunden werden. Anschließend wurden Projektpläne erstellt und dann endlich konnte mit der experimentellen Arbeit begonnen werden.

In der Sparte Biologie präsentierten Anna und Timea Laskodi, beide Klassenstufe 6, ihre Forschungsarbeit zum Thema „Schneckenfreier Salat, aber wie?“. Sie versuchten, eine Methode zu finden, die die Schnecken von Salatpflanzen abhält, unter besonderer Berücksichtigung der Aspekte Tierschutz und Umweltschutz: Letztlich erwies sich eine Mauer aus Sägespänen um das Salatbeet als die vielversprechendste und wirksamste der untersuchten Methoden. Betreut wurden die beiden Jungforscherinnen von der MINT-Koordinatorin des Peter-Wust-Gymnasiums, Kerstin Hesidens.

In der Kategorie Technik war das Peter-Wust-Gymnasium mit Kilian Petto und Raphael Matt, Klassenstufe 8, vertreten. Die beiden entwickelten das Modell einer Brücke, die sowohl Schifffahrt als auch Pkw-Verkehr mittels Drucksensoren intelligent steuern kann. Für ihren innovativen Ansatz und die Umsetzungsperspektive erhielten sie für ihr Projekt den dritten Preis auf Landesebene sowie einen Sonderpreis der Arbeitskammer. In der Sparte Physik war das Peter-Wust-Gymnasium gleich dreimal vertreten und stellte in der Sparte mit Kilian Kluge und Tim Schmidt die Landessieger (wir berichteten). Sie entwickelten und bauten Wasserraketen, deren Flugeigenschaften sie intensiv untersuchten. Das Duo zeigte die Abhängigkeit der Fluggeschwindigkeit vom Druck und von der Raketenmasse. Dabei bewiesen die Jungs ihr Können auch mit einer sehr gut strukturierten Vorgehensweise bei der Auswertung. Als Landessieger in der Kategorie Physik wurden beide von der Jury in die Sparte „Jugend forscht“ hochgestuft.

Zudem wurde ein hervorragender zweiter Platz belegt. Gidon Reinert, Yosef Osman und Elias Grünewald, Klassenstufe 8, begeisterten die Jury mit ihrem Projekt zur Wärmedämmung. Sie verglichen die Abkühlkurven eines gedämmten Modells mit denen eines ungedämmten und rechneten die Ergebnisse auf reale Bauten hoch. Die Forschergruppe wurde mit einem Sonderpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) belohnt. Genauso wie die Brückenbauer wurde auch diese Gruppe von PWG-Physiklehrer Alexander Leuck betreut.

Nils Schäfer, Klassenstufe 9, baute ein Mittelalterkatapult, untersuchte mittels Videoauswertungen unterschiedliche Bewegungen und darüberhinaus unterschiedliche Energieformen. Sein Betreuungslehrer Arne Holst freute sich mit seinem Schüler über den zweiten Platz auf Landesebene in der Sparte Physik.

Neben der wissenschaftlichen Auswertung der Projekte zählt am Jurytag des Wettbewerbs auch die Gestaltung des eigenen Standes sowie der Vortrag vor einer Fachjury.

„Die Erfahrung einer erfolgreichen Teilnahme beim etabliertesten Wettbewerb für junge Forscher wird den Jungen und Mädchen des Peter-Wust-Gymnasiums sicher ein weiterer Anreiz sein, sich in den Arbeitsgemeinschaften der Schule über den eigentlichen Unterricht hinaus mit naturwisssenschaftlichen und technischen Fragen und Phänomen zu beschäftigen“, heißt es abschließend in der Mitteilung des Peter-Wust-Gymnasiums.

Am Projekt Wärmedämmung waren beteiligt (v. l.): Alexander Leuck, Elias Grünewald, Yosef Osman und Gidon Reinert.
Am Projekt Wärmedämmung waren beteiligt (v. l.): Alexander Leuck, Elias Grünewald, Yosef Osman und Gidon Reinert. FOTO: PWG
Erfolgreiches Projekt Brückenbau: Kilian Petto und Raphael Matt. Foto: PWG
Erfolgreiches Projekt Brückenbau: Kilian Petto und Raphael Matt. Foto: PWG FOTO: PWG
Den zweiten Platz im Wettbewerb Physik errang Nils Schäfer mit seinen Untersuchungen am Nachbau eines mittelalterlichen Katapults.
Den zweiten Platz im Wettbewerb Physik errang Nils Schäfer mit seinen Untersuchungen am Nachbau eines mittelalterlichen Katapults. FOTO: PWG
Mit ihrer Schneckenforschung waren Anna und Timea Laskodi erfolgreich. Foto: PWG
Mit ihrer Schneckenforschung waren Anna und Timea Laskodi erfolgreich. Foto: PWG FOTO: PWG