Wenn das Zocken zur Manie wird

Merzig. 241 Personen aus dem Grünen Kreis sind glücksspielsüchtig, das teilte die Landesfachstelle für Glückspielsucht mit. Vor allem Jugendliche sind besonders gefährdet. Um über die Gefahren der Glücksspielsucht aufzuklären, veranstaltete das Forum für Suchtfragen des Kreises Merzig-Wadern eine Aktion in der Innenstadt von Merzig

Merzig. 241 Personen aus dem Grünen Kreis sind glücksspielsüchtig, das teilte die Landesfachstelle für Glückspielsucht mit. Vor allem Jugendliche sind besonders gefährdet. Um über die Gefahren der Glücksspielsucht aufzuklären, veranstaltete das Forum für Suchtfragen des Kreises Merzig-Wadern eine Aktion in der Innenstadt von Merzig.Dort konnten sich Interessierte über die Erkrankung und mögliche Hilfseinrichtungen bei Stephanie Jecke vom Haus der Arbeiterwohlfahrt Merzig, Caterina Diliberto-Muscarella vom Sozialwerk Saar-Mosel, Dieter Frank von der Mobilen Praxis für Heilpädagogik und Gabriele Wahlen vom Gesundheitsamt des Landkreises informieren.

"Mit allen Sinnen sollte den Leuten verdeutlicht werden, wie gefährlich Spielsucht sein kann und vor allem, wie gering die Wahrscheinlichkeit eines Gewinnes ist", sagte Gabriele Wahlen. Für diesen Zweck bauten die Mitarbeiter des Forums für Suchtfragen ein Linsenlotto auf. Unter 18 000 roten Linsen befand sich eine schwarze. Die Passanten konnten testen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, die schwarze Linse zu finden. Mit diesem Spiel sollte verdeutlicht werden, wie niedrig die Gewinnchancen bei Lotto und Toto sind.

Die Simulation eines Sechsers mit Zusatzzahl durch Linsen würde 4,3 Tonnen wiegen. Am sogenannten Spielerbüfett wurde deutlich, wie wenig Spielsüchtige zum Leben brauchen: "Kaffee, alte Plätzchen und Kleingeld sind manchen Süchtigen schon genug", sagte Gabriele Wahlen. Die aufgebauten Dinge sollten den Passanten zeigen, wie eingeschränkt die Wahrnehmung der Betroffenen ist.

Der gesetzlich erlaubte Maximalverlust an einem Spielautomaten beträgt 80 Euro pro Stunde. Um zu zeigen, was man sich für diesen Betrag alles kaufen kann, befand sich ein Einkaufswagen gefüllt mit Lebensmitteln im Wert von 80 Euro neben dem Stand. Die Waren wurden vom Rewe-Lebensmittelmarkt in Merzig gespendet und am Ende der Veranstaltung an die Merziger Tafel weitergegeben. Sabine Strauch, Geschäftsführerin von der AG Altenhilfe Merzig, nahm die Waren für die Tafel entgegen.

Gabriele Wahlen war mit der Resonanz zufrieden: "Manche Leute kamen gezielt, weil sie von der Aktion gehört haben, aber es blieben auch viele Passanten stehen, um sich über das Thema Glücksspielsucht und die Hilfsmöglichkeiten im Landkreis zu informieren." red