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Weingarth und Fuchs sind neue Landesmeister im Marathon.

Marathon-Saarlandmeisterschaft : Weingarth lässt die Top-Favoriten stehen

Mehr als 600 Teilnehmer gingen am Sonntag beim 4. Saarschleifeland-Lauf in Merzig über die einzelnen Distanzen an den Start – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Bei der Marathon-Landesmeisterschaft gab es einen Premierensieger.

Beim 4. Saarschleifeland-Lauf am Sonntag haben Sandra Fuchs (LG Saar 70) und Philippe Weingarth (LLG Wustweiler) die saarländischen Marathon-Meisterschaften gewonnen. Während Fuchs ihren Titel aus dem Vorjahr vor Tanja Hooß (LTF Marpingen) und Tina Menges-Braun (LLG Wustweiler) verteidigte, konnte sich Weingarth erstmals vor Jörg Hooß und Martin Schedler (LAZ Saar 05 Saarbrücken) behaupten. 2017 hatte Schedler noch klar gewonnen. Insgesamt nahmen an den Läufen über fünf und 15 Kilometer, beim Halbmarathon und Marathon sowie bei den Kinderläufen mehr als 600 Menschen teil.

„Es war eine rundum gelungene Veranstaltung“, freute sich Silvia Schamper, die Vorsitzende des Merziger Sport- und Freizeitvereins. Nach dem deutlichen Anstieg der Teilnehmer-Zahlen 2017 mussten die Veranstalter diesmal jedoch einen leichten Rückgang konstatieren. Beim Bambini- und Schülerlauf blieb die Beteiligung mit über hundert Kindern noch stabil. In den Distanzen über fünf und 15 Kilometer stiegen die Zahlen sogar leicht an. Beim Halbmarathon und Marathon nahmen jedoch weniger Läufer teil. Insgesamt gab es daher in den vier Haupt-Wettbewerben der Erwachsenen einen Rückgang um zehn Prozent – von 571 auf 516 Starter. Dies entspricht einem Trend („lieber kurz statt lang“), der bundesweit zu beobachten ist.

Am frühen Morgen gingen daher lediglich 54 (2017: 72) Marathonis, darunter nur neun Frauen an den Start. Von Beginn an setzte sich Sandra Fuchs von ihren Konkurrentinnen ab und gewann am Ende deutlich mit fast fünf Minuten Vorsprung vor Hooß. Zunächst konnte auch Menges-Braun noch mit der Marpingerin mithalten, brach im zweiten Teil dann aber ein und kam erst weitere 13 Minuten später als dritte Frau ins Ziel. Es war exakt das gleiche Siegerinnen-Podest wie 2017.

Deutlich spannender verlief das Rennen bei den Männern, obwohl auch hier die Plätze auf dem Podest früh vergeben waren. Nur die Reihenfolge sollte sich ändern. Bis zur Halbmarathon-Marke an der Saarschleife lag Titelverteidiger Schedler teilweise mit zwei Minuten Vorsprung vor Weingarth und Hooß. Doch bei Kilometer 23 lief Weingarth vorbei und setzte sich mehr und mehr ab. Im Ziel betrug sein Vorsprung fast acht Minuten. Derweil konnte Schedler bis Kilometer 36 noch Rang zwei behaupten, dann zog der Vorjahres-Dritte Hooß aber ebenfalls noch vorbei, nahm Schedler weitere vier Minuten bis ins Ziel ab.

Top-Favorit Martin Schedler („ich bin halt auch nur ein Mensch“) steckte wohl noch der harte Zweikampf beim 56-Kilometer-Hartfüßler-Trail am Wochenende zuvor in den Beinen. Mit-Favorit Philippe Weingarth, der sich erst kurzfristig zum Start in Merzig entschieden hatte, konnte dagegen seine aktuell gute Form bestätigen. Beim Halbmarathon in Limbach in der Vorwoche hatte er eine glänzende Zeit von 1:13 Stunde abgeliefert. „Die kurzfristige Entscheidung hier zu starten, ohne gezielte Marathon-Vorbereitung, war ein Experiment“, freute er sich. „Es hat geklappt.“

Den größten Zuspruch fand erneut der Hauptlauf, bei dem sich die Läufer noch bei Kilometer 14 entscheiden konnten, ob sie den Halbmarathon oder doch nur 15 Kilometer laufen wollten. Der Startschuss für die rund 380 Läufer über beide Distanzen erfolgte durch Landtagspräsident Stephan Toscani, bevor er mit Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld und dem Landtagsabgeordneten Frank Wagner die 15-Kilometer-Strecke bewältigte. „Die Zeit, regelmäßig zu laufen, nehme ich mir“, sagte Toscani.