Was Jüngere von Älteren lernen können

Merzig. "Experten für das Leben" lautet das Jahresmotto 2010 des Deutschen Caritasverbandes. Damit soll deutlich gemacht werden, welcher große Reichtum an Erfahrungen und Wissen in unseren älteren Mitbürgern steckt und wie dieser genutzt werden kann. Eine Gruppe Firmlinge aus St. Peter in Merzig konnte das dieser Tage selbst erfahren

Merzig. "Experten für das Leben" lautet das Jahresmotto 2010 des Deutschen Caritasverbandes. Damit soll deutlich gemacht werden, welcher große Reichtum an Erfahrungen und Wissen in unseren älteren Mitbürgern steckt und wie dieser genutzt werden kann. Eine Gruppe Firmlinge aus St. Peter in Merzig konnte das dieser Tage selbst erfahren. Angetreten in dem Seniorenzentrum in Trier waren die sechs Mädchen und drei Jungen mit dem Wunsch, alten Menschen im Pflegeheim etwas Gutes zu tun. Und mit nach Hause nahmen sie schließlich auch die Erkenntnis, dass gerade diese Menschen ihnen viel zurückzugeben haben. Am Samstagmorgen lernte die Gruppe zunächst Frau R. kennen. Die mit 89 Jahren noch erstaunlich rüstige Dame ist bereits in der zweiten Amtszeit Heimbeiratsvorsitzende. Detailgenau berichtete sie über ihre eigene Firmung vor fast 80 Jahren. Dabei stellte sich heraus, dass zu ihrer Zeit diesem Fest eine weit höhere Bedeutung zukam als der Erstkommunion. Anschließend machten sich die Jugendlichen zusammen mit neun Heimbewohnern auf den Weg in die Innenstadt, um Gemüse für einen Eintopf einzukaufen. Alle waren froh, dass zwei Bewohner, die in Trier aufgewachsen waren, die Innenstadt so gut kannten und so die große Gruppe über die besten Wege durch die Stadt navigieren konnten. Bei der Auswahl der Gemüsesorten für den Eintopf gingen dann allerdings die Meinungen weit auseinander. Am Ende kam eine ziemlich bunte und farbenfrohe Mischung zustande. Wieder zurück im Seniorenheim, stand die gesamte Wohngruppe vor einem riesigen Berg an Gemüse, der geschält, geputzt und zerkleinert werden musste. Schließlich sollte ein Mittagessen für mehr als vierzig Bewohner zubereitet werden. Nur gemeinsam konnten Firmlinge und Heimbewohner diese Aufgabe bewältigen. Nebenbei bekamen die Jugendlichen noch viele nützliche Küchentipps. Am nächsten Morgen durfte die Gruppe den Sonntagsgottesdienst in der vollbesetzten Kapelle mitgestalten. Die Mischung aus alten und modernen Liedern kam bei allen sehr gut an. Was nahmen die Jugendlichen mit aus dem Wochenende? Alt sein bedeutet nicht automatisch, dass man zunehmend auf Hilfe angewiesen ist. Vielmehr kann das Alter auch Raum bieten für neue Perspektiven und Lebensentwürfe. Mit Älteren Menschen zusammen zu sein und sich gegenseitig zu helfen, kann eine schöne Aufgabe sein. Vielleicht gab es auch eine neue Perspektive für die eigene Berufswahl zu entdecken. Und die Bewohner? Sie genossen das Wochenende, nahmen den Trubel gelassen hin und haben manchen Firmling persönlich ins Herz geschlossen. Und sie haben sich als wahre Experten für das Leben erwiesen. red

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