1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Merzig

Warum Georg Friedrich Händel und Michael Jackson sich gut vertragen

Warum Georg Friedrich Händel und Michael Jackson sich gut vertragen

Merzig/Saarlouis. "Ich wurde gebeten den Flügel zu testen", begrüßt Roland Kunz die Gäste im Museum Schloss Fellenberg. Gesagt, getan. Er setzt sich ans Klavier und begleitet sich selbst, während er singt. Dabei zeigt er, was ihn so besonders macht, warum er in keine Schublade passt

 Ingrid Jakobs sprach mit Roland Kunz. Foto: Rolf Ruppenthal
Ingrid Jakobs sprach mit Roland Kunz. Foto: Rolf Ruppenthal

Merzig/Saarlouis. "Ich wurde gebeten den Flügel zu testen", begrüßt Roland Kunz die Gäste im Museum Schloss Fellenberg. Gesagt, getan. Er setzt sich ans Klavier und begleitet sich selbst, während er singt. Dabei zeigt er, was ihn so besonders macht, warum er in keine Schublade passt. Das Lied mit klassischen Elementen singt er auf Englisch als Countertenor, einer Stimme, die zur Musik des 14. und 15. Jahrhunderts gehört. Roland Kunz, in Saarlouis geboren, ist ein Vermittler zwischen verschiedenen Welten. Als Moderator beim SR-Kulturradio versucht er junge Hörer zur klassischen Musik zu bringen. Dabei erhebt er nicht belehrend den Zeigefinger, sondern packt die junge Generation da, wo es Sinn macht: bei ihrer eigenen Musik. Er stellt aktuelle Musik von Michael Jackson oder die Band Silbermond neben klassische Komponisten. "Ich möchte damit auf spannende, liebevolle Weise vermitteln, dass aktuelle Musik toll ist, es aber noch was anderes gibt", erklärt Roland Kunz seine Intention. Dabei ist er Realist genug, um zu sehen, dass dieser Schritt für die Schüler schwer ist. Generell hält er es aber für immens wichtig, in den Kindern früh den "Keim" für Musik zu legen. Da liege die erste Aufgabe bei den Eltern, die Kinder ohne Druck oder Zwang an Musik heranzuführen. Damit bewirke man eher das Gegenteil, ist sich Roland Kunz sicher. "Musik ist wichtig für die Entwicklung, sie ist geistig prägend, emotional fördernd und sozial vermittelnd." Er selbst kannte Musik schon aus dem Elternhaus und hatte später in der Schule einen Musiklehrer, der ihn stark geprägt hat. Dieser hatte bereits im Vergleich die Matthäus Passion und Deep Purple oder Pink Floyd mit den Schülern analysiert. Damals absolut revolutionär und deshalb hochinteressant für die Kinder. Als Orlando ist Kunz mit seiner Band "Die Unerlösten" als Sänger unterwegs. Er arbeitet oft mit dem Weltstar-Countertenor Andreas Scholl zusammen. Auf die Frage, ob er nicht selbst gerne so ein Leben führen und in der Welt herumreisen würde, antwortet Kunz mit einem Lächeln: "Ich bin ein sehr zufriedener Mensch und sehr glücklich mit meiner Familie, meiner Heimat. In diesem Jahr wird er 50 und es wird ein großes Jahr für ihn. Der Bayrische Rundfunk hat ihm den Auftrag für ein Oratorium über Meister Eckhardt gegeben, das in diesem Jahr aufgeführt werden soll. Damit erfüllt sich ein Lebenstraum. Er ist weiterhin mit seiner Band unterwegs und singt eigene Lieder, was ihm wichtig ist. Er hat sich entschieden, den Schwerpunkt seiner Arbeit als Sänger eher auf die eigenen Projekte zu legen. "Irgendwann muss man sich entscheiden. Singe ich Lieder von Bach oder Händel, singe ich Lieder, die jemand anderes geschrieben hat. Ich wollte lieber eigene Lieder singen", erklärt Kunz seine Entscheidung. "Die Musik ist wie ein großer Himmel, ein großer Schirm über mir, der immer mal wieder Licht in verschiedenen Farben durchlässt".Durch den Abend führte die Leiterin des Museums Schloss Fellenberg, Dr. Ingrid Jakobs. "Musik ist geistig prägend, emotional fördernd und sozial vermittelnd."Roland Kunz"Ich bin sehr glücklich mit meiner Familie und meiner Heimat."Roland Kunz