Modellprojekt Natur statt Plastik beim Wildverbissschutz

Brotdorf · Im Waldgut Jungenwald bei Brotdorf setzen die Verantwortlichen auf naturverträgliche Schutzhüllen.

 Ein Sprossenschützer der Reha GmbH schützt eine Bergulme vor Wildeinwirkung.

Ein Sprossenschützer der Reha GmbH schützt eine Bergulme vor Wildeinwirkung.

Foto: Klaus Borger

Mit neuen, umweltverträglichen Schutzvorrichtungen sollen im Waldgut Jungenwald bei Brotdorf neu gepflanzte Jungbäume vor Wildverbiss geschützt werden. Am Donnerstag wurden die neuen Schutzkonstruktionen, die aus natürlichen Stoffen bestehen, von Repräsentanten des Landesverbandes „Saar-WaldSchutz“, der Vereinigten Volksbank (VVB) Saarlouis und des Sparvereins Saarland, die die Umsetzung des Projektes unterstützen, vorgestellt. Neben dem Treuhänder des Waldgutes Jungenwald, Klaus Borger, auch Vorsitzender des Landesverbandes „Saar-WaldSchutz“, waren seine Stellvertreter Heike Hoffmann und Max Victor Limbacher zugegen, außerdem der Vorstandsvorsitzende der VVB, Edgar Soester, und der Geschäftsführer des Sparvereins Saarland, Jens Remlinger. Ebenfalls vor Ort waren Repräsentanten der Hersteller der umweltverträglichen Schutzvorrichtungen. Zum einen war dies von der Firma Reha GmbH aus Saarbrücken Geschäftsführer Thomas Vogelgesang, Bernd Scheirer von der Baumschule Stingel aus Albstadt und Jörg und Verena Edelmann von der Toko Toko GmbH aus Isny im Allgäu. Weitere Gäste waren vom Nabu Saarland Christine Steiner, der Vorsitzende der Gehöferschaft Besseringen, Hans-Dieter Pinter, und der Direktor des Saarforst-Landesbetriebes, Thomas Steinmetz. Klaus Borger stellte die neuen Schutzvorrichtungen vor, die künftig im Jungenwald zum Einsatz kommen sollen. Zum einen ist dies ein sogenannter Sprossenschützer, der von der Reha GmbH entwickelt wurde. Zum anderen setzt man im Jungenwald auf die natürlichen Schutzhüllen der Toko Toko GmbH. Sie werden dort anstelle von Wuchshüllen aus Plastik verwendet, wie sie aktuell in den heimischen Wäldern häufig zu finden sind – und die aus Sicht des Landesverbandes „SaarWaldschutz“ höchst problematisch sind. Klaus Borger erklärt dazu in einer Pressemitteilung: „Seit 2019 hat eine niedagewesene Plastifizierung des Saarwaldes Einzug gehalten.“ Während unter anderem die Herstellung und der Vertrieb des Plastikstrohhalms verboten seien, würden „Megastrohhalme“ (wie Borger diese Wuchshüllen bezeichnet) zu Hunderttausenden in den Saar-Wald verbracht, „verrotten dort zu einem großen Teil und verseuchen mit Mikroplastik die Umwelt“. Die Nachteile der Plastikhüllen liegen laut Borger im Rohstoff, in der Herstellung, Zersetzung und Entsorgung. Der immer wieder postulierten „naturnahen Waldwirtschaft“ laufe diese Praxis zuwider, befindet Borger.

 Aus nachhaltigen Materialien hergestellt ist die Schutzhülle der Toko Toko GmbH aus Isny.

Aus nachhaltigen Materialien hergestellt ist die Schutzhülle der Toko Toko GmbH aus Isny.

Foto: Klaus Borger