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Tourismus-Debatte
Borger: keine teure Gutachten nötig

Merzig-Wadern. Grünen-Kreisparteicheg begrüßt die Weiterentwicklung desTourismus im Landkreis.

„Das Interessante an Wahlkampfzeiten ist, dass sich einige Parteien mit bekannten oder bisher unbekannten Themen an die Öffentlichkeit wagen, um damit Aufmerksamkeit zu suchen“, kommentiert Klaus Borger, Kreisvorsitzender der Grünen, die kürzlich aufgeflammte Debatte zur Ausrichtung des Tourismus im Landkreis. Die Kreis-SPD hatte diese Debatte ins Rollen gebracht und ein externes Gutachten gefordert, dass für mehr Effektivität in der Tourismusarbeit im Kreis beitragen soll. Zudem sollten die Kreis-Kommunen nach Auffassung der Sozialdemokraten bei diesem Thema enger miteinander kooperieren.


Borger weiter: „Wir begrüßen es grundsätzlich, den Tourismus in unserem Landkreis weiterzuentwickeln, doch dazu braucht es nicht zwangsläufig sündhaft teure Gutachten externer Firmen, die nach Übergabe in den Schubladen der Amtsstuben verschwinden.“ Meist genüge es, das zu tun, was in eigener Verantwortung und Zuständigkeit möglich ist. Dies bringe oft große Wirkung bei minimalem Aufwand.

Leider werde in den Forderungen der Sozialdemokraten vergessen, „oder man weiß es einfach nicht“, dass für den Landkreis Merzig-Wadern ein touristisches Leitbild existiert, das die Firma „Futour – Umwelt-, Tourismus- und Regionalberatung“ aus München in einem breiten Beteiligungsprozess erarbeitet hat, sagt Borger. „Natürlich ist dieses in die Jahre gekommen, aber viele Vorschläge sind hoch aktuell und warten noch auf die Umsetzung.“



Ein für den Tourismus sehr schädliches und weit verbreitetes Phänomen ist es aus Sicht des Grünen-Vertreters aber, die vorhandene Infrastruktur nicht zu unterhalten und vergammeln zu lassen. „Selbst an herausragenden landschaftlichen Highlights wie zum Beispiel der Saarschleife, im Umfeld von Premiumwanderwegen und sonstigen ausgewiesenen Wanderwegen zum Beispiel der Stadt Merzig sieht es aus, als hätte man an einem naturgebundenen, sanften Tourismus kein Interesse.“ Rühmliche Ausnahme sei die Gemeinde Losheim am See, die wisse, „was Touristen suchen und wo Profis am Werk sind“, so Borger. Auch schein in der ein oder anderen Kommunalverwaltung keine gemeinsame Tourismus-Strategie innerhalb der Fachämter zu existieren. So würden auf der einen Seite im Kommunalwald Waldwege als Wanderwege ausgewiesen und mit großem PR-Tam-Tam beworben, „kurze Zeit später werden diese mit überschweren Forstmaschinen in Grund und Boden gefahren“, kritisiert der Grünen-Chef.

Wenn man jedoch auf die Notwendigkeit der Unterhaltung oder einen sorgsameren Umgang etwa mit Wald-Wanderwegen aufmerksam macht, erhalte man, wie in Merzig, meist die reflexartige Antwort „kein Geld, kein Personal und der Forstbetrieb ist vorrangig Wirtschaftsbetrieb. Für Borger steht fest: „Anstatt immer wieder nach dem Landkreis oder externen Gutachtern zu rufen, wäre es vielleicht angebracht mit dem sorgsam umzugehen was man hat, das umzusetzen was da ist, das fortzuschreiben, was vorliegt und seinen ‚eigenen Vorgarten’ in Ordnung zu halten.“