Von Hundertwasser inspiriert

Merzig. Ausgangspunkt war die Kreativität eines Schülers. Jan Adams aus Nalbach hatte sich mit dem Künstler Friedensreich Hundertwasser beschäftigt. Der Siebenjährige hielt einen Kurzvortrag über ihn und präsentierte Bücher sowie selbst entworfene Bilder im nachempfundenen Stil des als exzentrisch bekannten Österreichers. Diese Idee steckte andere Kinder an

Merzig. Ausgangspunkt war die Kreativität eines Schülers. Jan Adams aus Nalbach hatte sich mit dem Künstler Friedensreich Hundertwasser beschäftigt. Der Siebenjährige hielt einen Kurzvortrag über ihn und präsentierte Bücher sowie selbst entworfene Bilder im nachempfundenen Stil des als exzentrisch bekannten Österreichers. Diese Idee steckte andere Kinder an. Immer mehr begannen, in den altersgemischten Kleingruppen der Schule Bilder zu malen, Collagen zu fertigen und Skulpturen zu erstellen. Der abstrakt-dekorative, flächige und farbenprächtige Malstil des als Friedrich Stowasser geborenen Wieners war dabei Maßstab und Vorlage zugleich. "Einen zusätzlichen Motivationsschub erhielten unsere Forscherkinder durch Gerd Bentz", erläutert Kunstlehrerin Marion Freund. Der Künstler aus Lockweiler, der sein gesamtes Wohnhaus nach Motiven von Hundertwasser gestaltet hat, begeisterte bei seinem Besuch in der Schule. Gemeinsam mit den Kindern wurden Bilder im Stil von Hundertwasser gemalt, fantasievolle Gebäude entworfen und vom Leben des Künstlers erzählt. Fortan arbeiteten die Schüler noch intensiver an diesem Thema. Zum Einsatz kamen dabei verschiedene Materialien wie Papier, Ton, Kork, Holz und Plastik.Lernen nahe der RealitätIn der Ausstellung ist ein Gemeinschaftsobjekt besonders auffällig. Auf einer großen Weltkarte sind die zahlreichen Reisen Hundertwassers, unter anderem nach Marokko, Nepal, Tokio und Sibirien, nachgezeichnet und mit einer Geschichte zum Nachblättern sowie einem Rätsel ergänzt. Entsprechend dem Konzept der Schule, das Lernen in der Realität zu verankern, wollten die Sechs- bis Zehnjährigen mit den Arbeiten an die Öffentlichkeit treten. So entstand die Idee einer Wanderausstellung, mit der die gemalten Bilder zusammen mit selbst geschriebenen "Elfchen"-Gedichten präsentiert werden. Weitere Stationen sind die Merziger Stadthalle, Dillingen und Saarlouis. Die Eigenaktivität und der natürliche Wissensdrang der Kinder im Zusammenspiel mit ihrer individuellen Leistungsbereitschaft seien die Grundlage des Lernens an der Forscherschule, betonte Schulleiterin Johanna Kölbel bei der Eröffnung der Ausstellung. "Da sieht man, wie die Ideen von Grundschülern, auch schon der ersten und zweiten Klasse, vielfältige Früchte tragen können", sagte die Erzieherin, die sich während ihres Grundschulstudiums intensiv mit Reformpädagogik beschäftigt hat. Und sie ist sich sicher: "Die Ausstellung wird wachsen". Denn sie biete die Möglichkeit, dass die Kinder sich intensiver und über einen längeren Zeitraum mit Künstlern beschäftigten, die in ähnlicher Art und Weise gearbeitet haben, wie zum Beispiel Antoni Gaudí und Josep Maria Jujol. Die Ausstellung, mit der die Forscherschule auch bei "Kinder zum Olymp", der Bildungsinitiative der Kulturstiftung der Länder, antritt, ist noch bis 7. April von montags bis freitags durchgehend zwischen 8.30 und 17 Uhr zu sehen. red