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Wort zum Alltag
Von Erwartungen und Enttäuschungen

Große Erwartungen“ – so lautet nicht nur der Titel des Lieblingsfilmes vieler Frauen, sondern es sind auch große Erwartungen, die derzeit viele Fußballfans an die deutsche Nationalmannschaft haben. red

Der Traum vom fünften WM-Stern! Nachdem die Nationalelf im Jahr 2014 den vierten WM-Stern nach Hause holte, fiebern nun die Fans auf eine Wiederholung dieser Leistung hin. Wie wunderbar wäre das denn?! Die Euphorie ist deutlich spürbar, auch wenn die beiden ersten Spiele sie etwas gebremst haben. Mit genau dieser Euphorie werden momentan auch viele Produkte in Werbespots beworben. Tagtäglich kann man sich in Medien und in Kaufhäusern von dieser WM-Stimmung mitreißen lassen.


Große Erwartungen – etwas, was im alltäglichen Leben nicht gerade selten ist. Es gibt Erwartungen, die Mitmenschen an uns, Erwartungen, die wir an unser Gegenüber und Erwartungen, die wir vor allem an uns selbst stellen. Hierbei besteht immer folgendes Risiko: Die Nichterfüllung dieser Erwartungen kann zu großen Enttäuschungen führen. Dies wiederum führt zu einem enormen Leistungsdruck. Wie schnell das auch im Fußball gehen könnte, haben wir bei den ersten beiden Spielen der deutschen Nationalmannschaft gesehen.

„Habe Hoffnungen, aber habe niemals Erwartungen. Dann erlebst du vielleicht Wunder, aber niemals Enttäuschungen.“ Was wäre, wenn wir uns dieses Zitat von Franz von Assisi als Beispiel nehmen und unsere Erwartungen in Hoffnung verwandeln? Was wäre, wenn wir aufhören würden, große Erwartungen an Zukünftiges zu stellen und stattdessen die Momente im Hier und Jetzt genießen?



Annalena Kiefer, Pastoralreferntin Dekanat Merzig