Voller Einsatz – nicht nur am Josefstag

Voller Einsatz – nicht nur am Josefstag

Ein Festhochamt an diesem Sonntag stimmt auf die Josefswallfahrt ein, die sich am Montag, 20. März, anschließt. Seit 50 Jahren als Helfer dabei: Hermann Mathey.

Er und sein Team von den Merziger Maltesern haben Regengüssen getrotzt, sich gegen den Wind gestellt oder bei herrlichem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen auf dem Kreuzberg Pilgern Kaffee und Kuchen kredenzt. Was die Vorbereitung für den Josefstag angeht, ist das im Hause von Hermann Mathey nach 30 Jahren längst Routine. Seit drei Jahrzehnten ist er mit der Jugend für die Versorgung der Gläubigen zuständig, seit 50 Jahren engagiert er sich beim Josefstag - ohne Unterbrechung. "Meine Schwiegermutter und meine Frau Uli backen Rotwein-, Obst- , Kranz- oder Käsekuchen", listet der 66-Jährige das Angebot auf, aus dem die Gläubigen wählen können.

Vor genau 50 Jahren feierte Mathey als Jung-Malteser seine Premiere beim Josefstag. "An dem Tag hat es geschüttet wie aus Eimern, als ich mit der Kabeltrommel auf dem Rücken den Kreuzberg erklommen habe", erinnert er sich. "Der Weg war so glitschig, dass ich den halben Meter, den ich nach vorne gegangen bin, prompt wieder zurückgerutscht bin." Schließlich hatte der mühsame Aufstieg, der ihm wie die Echternacher Springprozession vorkommen musste, ein Ende: Die Kabeltrommel war an der Kapelle, das Feldtelefon konnte verlegt werden. "Mein ältester Bruder Ulrich hat mich zu den Maltesern gebracht - für mich eine Gelegenheit, als 16-Jähriger mal raus zu kommen", verrät der Mann, der seit 1966 in der Hilfsorganisation aktiv ist. "Das war in den 60er Jahren anders als heute, da war man viel strenger", lacht er.

"Alle meine sechs Geschwister hat es zu den Maltesern gezogen", verrät der Kreisbeauftragte der Malteser im Kreis Merzig-Wadern. Die Leitung der Jugend hat er mittlerweile Tochter Anna überlassen.

Sieben Jahre nach dem ersten Einsatz der Malteser hatte Hermann Mathey seine Premiere als Helfer und ist es bis heute geblieben. Was 1960 für die Einsatzkräfte mit Sanitätsdienst an der Kirche und auf dem Kreuzberg begann, hat sich längst ausgeweitet. "Seit drei Jahrzehnten biete ich mit der Malteser-Jugend Kaffee und Kuchen an", erzählt er.

"Früher wurden an dem Josefstag Samen für Blumen verkauft - ein sichtbares Zeichen, dass der Frühling da war", sagt er. Diese Tradition ist nach seinem Bekunden längst verschwunden, in den Blumenmarkt von "Merzig blüht auf" übergegangen. Und noch eines hat sich geändert: die Zahl der Pilger. "Als ich mit meinem Dienst begonnen habe, brachten Omnibusse und Züge die Wallfahrer von fern und nah nach Merzig, viele kamen aus Frankreich. In den ersten Jahren zählten wir weit über 1000 Leute, die wir mit 30 bis 40 Aktiven betreut haben." Auch diese Zeiten sind nach seinem Bekunden vorbei, die Schar der Gläubigen ist merklich geschrumpft. "Aus Frankreich kommen kaum noch Pilger, die sind inzwischen zu alt", sagt er.

Vor seinem goldenen Jubiläum am kommenden Montag, 20. März, steht im Hause Mathey wieder Kuchen Backen auf dem Programm. "Im vergangenen Jahr im Januar hatte ich eine Bandscheiben-Operation. Nach der Reha war ich wieder fit für einen Einsatz beim Josefstag", verrät der engagierte Mann. Zwar hat er sein geliebtes Merzig dem Beruf wegen verlassen und ist nach Saarlouis umgezogen. Doch immer wieder kehrt er in die Kreisstadt zurück - und das nicht nur seiner Organisation wegen. "Ich bin gelernter Drogist, habe dann bei der Streif geschafft. Danach war ich Einkäufer im DRK-Krankenhaus Saarlouis" - da habe sich ein Ortswechsel angeboten. "Im Herzen bin ich aber Merziger." Das alte Nummernschild mit MZG ziert nach seinen Worten das Büro.

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An der Kreuzberg-Kapelle bauen die Malteser pünktlich zur Josefswallfahrt ihr Versorgungszelt auf. Foto: Mathey. Foto: Mathey

Das Zeitungsarchiv als Fundgrube für Matey Seit 1960 sind die Malteser am Namenstag von Josef, dem biblischen Zimmermann, dem Patron der Arbeiter und insbesondere der Handwerker, in der Kreisstadt aktiv. Das geht aus Unterlagen aus dem Archiv hervor, in dem Hermann Matey gestöbert hat. "Die erste Gruppe des Malteser Hilfsdienstes im Saarland, die am 15. Januar 1960 unter der Leitung von Kuno Schwindling aus Merzig gegründet wurde, erlebte am Josefstag ihren ersten Einsatz", heißt es in einem Zeitungsartikel. "Die 13 jungen Mitglieder der Gruppe trugen die Verantwortung für den Ordnungsdienst in der neuen Kirche, begleiteten die Prozessionen und leisteten in fünf Fällen Erste Hilfe." Ein weiterer Artikel aus diesem Jahr lobte die Einsatzkräfte. "Zehn Stunden lang hatten sich die jungen Einsatzkräfte dieser Organisation zur Verfügung gestellt und in selbstloser Weise mehrfach helfend eingegriffen." Die Premiere war von dem Team minutiös vorbereitet worden, wie aus dem Einsatzplan für Samstag, 19. März 1960, hervorgeht, den Mathey und seine Malteser wie ihren Augapfel hüten. "Heute Morgen trafen sich alle Einsatzteilnehmer zu einer Besprechung unseres Einsatzes in der Zentrale, die Kuno gestern mit einigen Helfern im Jugendheim eingeräumt hatte. Hier hing auch der Einsatzplan, jeder Teilnehmer konnte sich über seine Dienststunden informieren". Fazit: "Der Verkehr lief reibungslos ab, in der Kirche wurde es keinem Teilnehmer übel."