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Virtuelle Saarwiese hat treue Läufer – bis in die Eifel

Saarwiesenlauf : Virtuelle Saarwiese hat treue Läufer – bis in die Eifel

Der 19. Saarwiesenlauf wurde pandemiebedingt virtuell organisiert. Schirmherr Tobias Hans lobt den Zusammenhalt.

Wie bei einem Mosaik sind es viele einzelne Momente, die den Saarwiesenlauf in diesem Jahr mit Leben gefüllt haben. Pandemiebedingt hatten der Leichtathletikverein (LV) Merzig, die Sparkasse Merzig-Wadern und die Christliche Erwachsenenbildung (CEB) entschieden, die 19. Auflage des Benefizlaufes virtuell zu organisieren. Vom 14. bis zum 25. September konnten die Teilnehmer starten, wann und wo sie wollten. Auch die Stecke – ob flach oder hügelig, Straße oder Waldweg – konnten sie frei wählen. „Ich finde, es ist eine gute Entscheidung, den diesjährigen Saarwiesenlauf virtuell durchzuführen“, sagte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, in einer Grußbotschaft. Das zeige, dass man auch in Zeiten von Corona mit etwas Kreativität Veranstaltungen durchführen kann, ohne dass jemand gefährdet wird.

216 Personen haben sich für die drei Disziplinen angemeldet: den zwei Kilometer langen Einsteigerlauf für Kinder und Jugendliche, den fünf Kilometer langen Jedermannlauf und den zehn Kilometer langen Hauptlauf. Auch wenn im vergangenen Jahr knapp 650 Läuferinnen und Läufer an den Start gegangen sind, zeigen sich die Organisatoren zufrieden. „Viele treue Teilnehmer haben das alternative Konzept angenommen. Weil der Standort nicht begrenzt war, hatten wir auch einige Teilnehmer über die saarländischen Landesgrenzen hinaus“, sagte Ralf Holbach, Vorsitzender des LVM.

So rief beispielsweise eine Oma an, ob ihr Enkel Ritchie auch von der Eifel aus mitlaufen könne. Und tatsächlich schickte Ritchie Huwer (SE Orenhofen) wenig später „viele Grüße vom 2000m-Saarwiesenlauf aus der Eifel! Es hat Spaß gemacht“ inklusive Beweisfotos von der Strecke und der gestoppten Zeit von 8:14 Minuten. Auch wenn die Organisatoren angesichts der unterschiedlichen Streckenbedingungen dieses Mal auf eine Prämierung der besten Leistungen verzichtet haben, hat es Ritchie damit in seiner Altersklasse ganz nach oben auf das virtuelle Siegertreppchen geschafft.

 Der CEB-Lauftreff hat eine Mini-Variante des Saarwiesenlaufs auf die Beine gestellt und ist die ursprüngliche Strecke gelaufen.
Der CEB-Lauftreff hat eine Mini-Variante des Saarwiesenlaufs auf die Beine gestellt und ist die ursprüngliche Strecke gelaufen. Foto: CEB

Eine Mini-Version des Saarwiesenlaufs hat der CEB-Lauftreff am ursprünglichen Termin, 20. September, auf die Beine gestellt – natürlich unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Nach persönlichen Vorlieben und Leistungsniveaus hat Trainer Bernd Conrad die Teilnehmer in mehrere kleine Gruppen eingeteilt, die versetzt gestartet sind. So ging es bei schönstem Sonnenschein auf die traditionelle Strecke durch die Saarwiesen und an der Saar entlang. Die beste Zeit sowohl über die fünf (25:32 Minuten) als auch über die zehn Kilometer (49:45 Minuten) hat Jeanny Zimmer erreicht.

Gemeinsam angetreten sind auch zwei benachbarte Familien, bei denen die Väter Muharrem Qehaja und Ingo Kuhn beide bei Ford Saarlouis arbeiten und ab und an zusammen laufen. „Es hat allen super viel Spaß gemacht“, sind sie sich einig. Clara Kuhn und Aaliyah Qehaja haben die zwei Kilometer bewältigt, Katharina und Justin Qehaja sind mit Charlotte Bach auf die fünf Kilometer lange Strecke, und Joanna und Muharrem Qehaja sind mit Ingo Kuhn zehn Kilometer gelaufen – nur Sohnemann Paul Kuhn ist noch zu klein gewesen, um an den Start zu gehen.

Alle eingereichten Beiträge hat die CEB in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #saarwiesenlauf2020 veröffentlicht und geteilt. Hier sieht man beispielsweise auch, wie Melanie Dolores Riveros-Sánchez (Ford Saarlouis) an der Saar entlang läuft. Am Losheimer Stausee haben derweil Coline und Heiko Brill (Ford Saarlouis) ihre Runden gedreht. Gianmarco Mamiani (Läufer gegen Krebs e.V.) hat den Lauf von den Saarwiesen an die Körpricher Prims verlegt. Zielfotos gingen unter anderem von Michael Gillenberg (BSG Sparkasse Merzig-Wadern), Alexandra und Volker Berend (Ford Saarlouis), Lily, Theo und Tom Dubois (FC Noswendel Wadern) sowie Carmen Umbach, Peter Nagel und Michael Peters (Ford Saarlouis) ein. Die Fordwerke Saarlouis haben, fast schon traditionsgemäß, die teilnehmerstärkste Gruppe gestellt. Als teilnehmerstärkste Schule ging die Jean-François-Boch-Schule Merzig hervor.

Getreu dem langjährigen Motto „Mach mit – lauf mit – hilf mit!“ geht der Erlös, der sich aus dem Startgeld und freiwilligen Spenden ergibt, zu gleichen Teilen an die Elterninitiative krebskranker Kinder im Saarland e.V. und das Bolivien-Hilfsprojekt „Rabeas Traum“. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie stellen beide Initiativen aktuell vor große Herausforderungen, sagt CEB-Bereichsleiter Theo Dubois. „Vonseiten der Sparkasse war es keine Frage, den Benefizlauf in diesem Jahr in virtueller Form zu veranstalten, und über die überregionale Beteiligung sind wir sehr erfreut. Denn nur so können weitere Spenden generiert werden, um die bisherige Summe von rund 45 000 Euro der letzten Jahre zu erhöhen“, sagt Frank Jakobs, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Merzig-Wadern.

Ministerpräsident Tobias Hans lobte das Engagement der Läufer auch der Organisatoren. „Damit wird auch noch einmal gezeigt, dass wir hier im Saarland einen besonderen Zusammenhalt haben“, sagte der Schirmherr. „Und eines hat die Corona-Pandemie ja bewiesen: Wir leben in einer Welt. Die Erkrankung, die Pandemie, sie betrifft uns alle, und deswegen sollten wir auch zusammenstehen und einander helfen.“

Alle Ergebnisse und die Urkunden zum Selbstausdrucken gibt es unter saarwiesenlauf2020.racepedia.de/ergebnisse.