Villa Fuchs schaut nach vorne

Jürgen Schreier ist neuer Vorsitzender des Kreiskulturzentrums Villa Fuchs (die SZ berichtete kurz). Er tritt die Nachfolge des verstorbenen Günter Mann an. Auch Johannes Dostert, Geschäftsführer der Villa Fuchs, war unlängst unerwartet verstorben. Seine Aufgaben soll Michael Rauch übernehmen.

Andächtige Stille, 60 Sekunden lang. Mit einer Schweigeminute eröffnete Nicole Müller, zweite Vorsitzende des Kreiskulturzentrums Villa Fuchs, am Donnerstagabend die Mitgliederversammlung. Gewidmet war diese dem Vorsitzenden Günter Mann sowie Geschäftsführer Johannes Dostert, die beide kürzlich verstorben waren (wir berichteten). Nach diesem doppelten Schicksalsschlag zeigten sich die Mitglieder zwar bestürzt, aber nicht geschlagen. Die Villa Fuchs schaut nach vorne, lautete das Signal, das durch die Neuwahl eines neuen Vorsitzenden sowie den Vorschlag eines neuen Geschäftsführers bestärkt wurde.

Jürgen Schreier heißt der Neue, der eigentlich kein Neuer ist. Bereits 1999 hatte er den Vorsitz der Villa Fuchs inne, bis er noch im gleichen Jahr zum Kultusminister ernannt wurde und den Vorsitz abgab. Michael Rauch, gewissermaßen Manns rechte Hand, sieht in dem profilierten Kulturpolitiker einen würdigen Nachfolger mit wertvollen Kontakten in die Politik. Mit 22 Ja-Stimmen, einer Enthaltung und einer Gegenstimme besiegelten die Mitglieder Schreiers Vorsitz - eine hohe Zustimmung, die er nicht enttäuschen will. So präsentierte er bereits einige Leitlinien seiner künftigen Arbeit, betonte aber zugleich: "Ich will die Villa weiter in dem Fahrwasser meines Vorgängers halten. Es war ein gutes Fahrwasser."

Das weitere Personaltableau, das Schreier anschließend unter Vorbehalt vorstellte, traf ebenfalls auf breite Zustimmung: Rauch, der seit 25 Jahren als enger Mitarbeiter an der Seite von Dostert gewaltet hatte, solle das Amt des Geschäftsführers übernehmen. Andrea Zimmer, seit fünf Jahren für die Villa Fuchs vor allem im Eventmanagement und Künstlerbooking tätig, solle durch die Übernahme von Rauch s Tätigkeiten ein größerer Verantwortungsbereich übertragen werden. Und Nicole Behr, die sich seit zwei Wochen um das Marketing und den Ticketverkauf im kürzlich geöffneten Büro in der Stadthalle kümmert und deren Vertrag in zwei Wochen ausläuft, müsse dauerhaft eingestellt werden. Laut Satzung müssen die Personalvorschläge nun noch mit dem Landkreis, dem Hauptgeldgeber der Villa Fuchs, abgestimmt werden. Bis Monatsende solle die Entscheidung stehen.

"Kultur verträgt keine Parteipolitik " lautet das Credo, nach dem Schreier seine Arbeit als Vorsitzender ausrichten will. So will er die Zusammenarbeit mit den Kommunen weiter stärken und versuchen, die Stadt Wadern, die seit 2013 nicht mehr zu den Mitgliedern zählt, wieder mit ins Boot zu holen. Auch in der engeren Zusammenarbeit mit dem Tourismus sieht er eine Chance, warnte jedoch gleichzeitig: "Nicht alles passt zusammen". Auf Rückfrage eines Mitglieds versicherte er, weiterhin an der Preisgestaltung, die jedem die Teilhabe an kulturellen Angeboten der Villa Fuchs ermöglichen soll, festzuhalten.

Eine klare Absage erteilte er dagegen dem Konkurrenzkampf mit privaten Anbietern. Diese seien durch ihre Gewinnorientierung völlig anders als die Villa Fuchs ausgerichtet. Eine Zusammenarbeit sei aber auch hier wichtig: "Wenn beides zusammenkommt, wird das Kulturangebot bereichert", so Schreier.