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Vier Kitas bietet in der Kreisstadt eine Notfallversorgung an

Kostenpflichtiger Inhalt: Kita Besseringen zu Corona-Zeiten : Ein österlicher Gruß vom Kita-Team

Vier Notfallbetreuungen bietet die Kreisstadt Merzig in ihren Kitas und Kindergärten an. Kommende Woche kommt eine weitere dazu.

Es ist still. Das Haus im Albert-Schweitzer-Weg 3 in Besseringen, sonst das Domizil von 97 Jungen und Mädchen, scheint wie ausgestorben. Verwaist ist die Außenanlage mit den Spielgeräten trotz des herrlichen Sonnenscheins. Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, hat die Landesregierung verfügt, dass ab Montag, 13. März, Schulen, Unis und Kindergärten zugesperrt bleiben – unter anderem die städtische Einrichtung im Albert-Schweitzer-Weg. „Vorübergehend geschlossen“, informiert das Kita-Team um Leiterin Kerstin Zenner auch im Internet.

Bis diese Maßnahmen aufgehoben werden, kann es dauern – mindestens bis Ende der Osterferien am 26. April. Bis dahin herrscht Ausnahmezustand. 16 der 19 Erzieherinnen arbeiten zu Hause, bereiten beispielsweise Projekte vor, drei in der Notfallbetreuung im Kindergarten. „Seit vergangenem Mittwoch dürfen die Kinder in die Kita kommen, deren Eltern in Berufen arbeiten, die jetzt besonders wichtig sind und zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens unverzichtbar sind, also zum Beispiel in der Pflege“, sagt Kerstin Zenner. Gleiches gelte für den Nachwuchs von Ärzten, Polizisten oder Mitarbeitern von Lebensmittelgeschäften oder Drogerien. „Hier im Saarland ist es so, dass nicht mehr als fünf Kinder in einer Gruppe betreut werden dürfen“, verrät Zenner. Abstand gibt es nach ihren Worten zu den Eltern. „Sie klingeln, wenn sie ihr Kind morgens zu uns bringen, ebenso, wenn sie sie abholen.“ Infos über die Verfassung des Kindes geben sie den Erzieherinnen schriftlich.

Kerstin Zenner. Foto: Privat
Tino pflanzt den Blumensamen in die Töpfe. Foto: Privat

Mit von Partie: eine Hauswirtschafterin. Noch diese Woche schieben Kerstin Zenner, Birgit Baumann und Christine Hoffmann Dienst, unterstützt von Hauswirtschafterin Klarissa Bartz. Dann übernimmt ein anderes Team die Notfallbetreuung, unterstützt von einer Hauswirtschafterin, und das Quartett startet mit Home-Office. Insgesamt vier Notfallbetreuungen bietet die Stadt Merzig in ihren Einrichtungen an, sagt die pädagogische Gesamtleiterin, Nicole Holfeltz. Neben Besseringen gibt es in Schwemlingen, Ballern und Fitten-Ballern solche Angebote. „Ab nächster Woche startet  eine Notfallbetreuung in Merchingen“, sagt die Frau, die alle acht städtischen Einrichtungen leitet. „Wir wissen noch nicht, wie wir nach dem Ende Osterferien arbeiten“, erklärt sie.  Doch eines weiß sie sicher: Die Überraschung, mit der sich das Team aus Besseringen von seinen Schützlingen verabschiedete, hat Kindern und Eltern mächtig imponiert. Die 20 Erzieherinnen hatten den Mädchen und Jungen ein fantasievolles Paket geschnürt – mit einem bemalten Häschen, das Pflanzensamen bei sich trägt, einer kleinen Geschichte und einem Ostermemory. „Vielen Kindern haben wir das Geschenk vor die Tür gestellt“, verrät Kerstin Zenner. Voller Freude nahm die kleine Jolie das Geschenk in Empfang. Tino hat den Samen in die Erde gebracht und wartet darauf, dass bald bunte Blumen blühen.