Vertraut mit Stoppschild und Co

Vorfahrtsregeln, Einbahnstraße und, und und: Den Syrern und Eritreern qualmte in der CEB-Akademie der Kopf. Aber begeistert waren die Flüchtlinge von der ersten Lehrstunde dieser Art, bei der Fahrlehrer Ditmar Hoffmann ihnen auf die Sprünge half.

Ein Verkehrsschild hinter dem anderen. Und so viele unterschiedliche. Willkommen auf Deutschlands Straßen. Gar nicht so einfach da durchzublicken, für den, der sich nicht auskennt. Und dazu noch die vielen Regeln. Zeit, den Neuankömmlingen auf die Sprünge zu helfen, dachten sich die ehrenamtlichen Flüchtlingspaten.

Fahrlehrer Ditmar Hoffmann von der Fahrschule Hoffmann in Merzig klärte die Flüchtlinge in den Räumlichkeiten der CEB-Akademie in Hilbringen auf. Er sagte ihnen, wie sie sich als Fußgänger und auf dem Rad verhalten sollen.

Er erklärte die Vorfahrtsregeln und die wichtigsten Verkehrszeichen. Und am Ende sprach er an, was die meisten im Raum besonders interessierte. Wie sie in Deutschland den Führerschein machen können.

Angela Lamp aus Weiskirchen begleitet ein syrisches Ehepaar zu dem Vortrag. Sie ist eine der Ehrenamtlichen, die die Flüchtlinge unterstützt. "Aus ihrem Heimatland kennen die beiden viele ähnliche Verkehrszeichen", sagt sie. Aber es gebe lange nicht so viele Regeln. So wisse zum Beispiel keiner, wann er auf einer Vorfahrtstraße ist. Dass das in Deutschland geregelter zugeht, versucht Hoffmann mit einfachen Sätzen zu erklären.

Ein Übersetzer überträgt seine Worte ins Arabische. Ein Zweiter übersetzt für die Eritreer. Der Raum ist voll. Über 70 Zuhörer hatten sich angemeldet.

Zwischendurch gibt es kurze Filme zur Erklärung. Zebrastreifen, Bahnübergänge, Fußgängerampeln, Einbahnstraßen - was in unserem Alltag selbstverständlich ist, müssen die Flüchtlinge zum Teil erst kennen lernen. Wer die Regeln der Straßenverkehrsordnung nicht kennt, kann sie auch nicht befolgen. Und das soll sich nach dem Vortrag ändern. Denn egal ob zu Fuß, mit dem Rad oder Auto - im Straßenverkehr ist ständige Vorsicht geboten. Nur so können Unfälle vermieden werden, erklärt Hoffmann.

Wer bei der Gemeinde gemeldet ist und das nötige Kleingeld zusammen hat, darf schon bald selbst ran an's Steuer. Das sind gute Nachrichten für die Flüchtlinge . Denn das Interesse daran ist groß. Neugierig stellen die Zuhörer Fragen. Für ihren Führerschein in Deutschland brauchen sie einen Sehtest, einen Erste Hilfe Kurs, ein biometrisches Passbild und die Bestätigung der Meldebehörde.

Und schon kann es losgehen. Der internationale Führerschein alleine reicht meist nicht aus, um bei uns fahren zu dürfen, erklärt Hoffmann. Ein paar Fahrstunden und die Prüfungen müssen die Flüchtlinge dann noch absolvieren. "Die theoretische Prüfung gibt es zwar schon in elf Sprachen. Ab Juni kommt aber noch Arabisch dazu", sagt Hoffmann.

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Auf einen BlickWeitere Angebote: Ein "Sprachencafé" soll die Integration von Flüchtlingen erleichtern und beschleunigen. Es wird von vielen ehrenamtlichen Helfern getragen und soll beim Erlernen der deutschen Sprache helfen und eine aktive Teilnahme am Alltags- und Arbeitsleben in einem deutschsprachigen Umfeld ermöglichen. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 15Uhr bis 17.15 Uhr.Treffpunkt ist die CEB-Akademie Hilbringen, Industristraße 6-8, Merzig-Hilbringen Für ehrenamtliche Helfer gibt es am Dienstag, 8. März, 18 Uhr, in der CEB-Akademie Hilbringen einen Infoabend zum Thema "Arabische Kultur und Mentalität".Referent ist Kadm Al-Koraishi. Anmeldungen nimmt die CEB-Akademie entgegen, Tel. (0 68 61) 93 08 44.Ansprechpartner: Monika Lackas, (0 68 61) 93 08 44, oder monika.lackas@ceb-akademie.de.