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Besseringen
VdK wirft Klaus Borger Rufschädigung vor

 Peter  Springborn
Peter Springborn FOTO: Uwe Bellhäuser
Besseringen. Nach der abgebrochenen Stadtratssitzung wehrt sich der Sozialverband gegen die Aussagen Borgers. Rechtliche Schritte sind möglich.

In der Folge des Eklats in der Merziger Stadtratssitzung (die SZ berichtete) wirft der VdK Saarland dem Grünen-Ratsmitglied Klaus Borger Rufschädigung vor und droht rechtliche Schritte an. Borger hatte in der Ratssitzung erklärt, der VdK habe nicht lange vor dem Verkauf des ehemaligen Erholungsheimes in Besseringen im Jahr 2015 an die Stadt Merzig noch 1,3 Millionen Euro vom Land für die Sanierung des Gebäudes erhalten.


Diese Auskunft habe die Merziger Stadtverwaltung ihm erteilt – was in der Ratssitzung am Donnerstagabend von der Verwaltungsspitze rund um Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld und den hauptamtlichen Beigeordneten Dieter Ernst vehement bestritten worden war. In der Folge war es zum Auszug von sechs Ratsmitgliedern aus den Reihen der Opposition gekommen, was zum Abbruch der Ratssitzung geführt hatte: Nur noch 19 Stadträte waren zu diesem Zeitpunkt anwesend, womit der Rat nicht mehr beschlussfähig war.

Der Sozialverband VdK Saarland hat nun am Montag der Behauptung von Klaus Borger energisch widersprochen, der Verband habe kurz vor dem Verkauf von Haus Sonnenwald noch eine hohe Landesförderung erhalten. VdK-Landesgeschäftsführer Peter Springborn sprach in einer Mitteilung an unsere Redaktion von einer „infamen Lüge“, die dem Ruf des VdK schade: „Der Sozialverband VdK hat weder eine Landesförderung zur Modernisierung von Haus Sonnenwald beantragt noch eine solche Förderung erhalten – nicht einen einzigen Cent.“ Springborn warf Borger vor, von einem Hirngespinst besessen zu sein. Anstatt die Fakten zu recherchieren, nehme er offenbar bewusst eine Schädigung des guten Rufs des größten Sozialverbands im Land in Kauf, um seine politische Ränkespiele im Kommunal-Wahlkampf zu treiben. Das sei ein „schäbiges Verhalten“.



Auch bei VdK-Mitgliedern führten die Behauptungen bereits zu erheblichem Ärger, erklärte Springborn weiter. „So mussten sich wegen des angeblich kassierten Millionenbetrags Vertreter des Sozialverbands bei der Merziger Seniorenmesse am vergangenen Samstag derb beschimpfen lassen“, heißt es in seiner Erklärung.

Für den VdK ist der Vorwurf, er habe noch schnell Fördergelder eingestrichen, nach den Worten Springborns „geradezu aberwitzig“. Der VdK-Landeschef stellt klar: „Das Gegenteil ist der Fall. So musste sogar noch Fördergeld an die Aktion Mensch zurückgezahlt werden, mit dem in den 90er Jahren der Bau der Bäderabteilung am Haus Sonnenwald finanziert worden war. Diese Förderung setzte damals eine langjährige Nutzungsdauer der Bäderabteilung voraus, die aufgrund der Schließung des Hauses nicht ganz erreicht wurde.“

Der VdK-Landesgeschäftsführer Springborn kündigte rechtliche Schritte gegen Borger an: „Man kann sich im politischen Geschäft mal vertun, aber die Beharrlichkeit, mit der Herr Borger durch die Verbreitung falscher Tatsachen dem VdK schadet, ist nicht mehr hinnehmbar.“

 Das Haus Sonnenwald in Besseringen sorgt für Diskussionen.
Das Haus Sonnenwald in Besseringen sorgt für Diskussionen. FOTO: Julia Franz