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Ute Lemper kommt im April mit Marlene-Dietrich-Show nach Dillingen

Ute Lemper kommt nach Dillingen : „Ich mag alle Lieder aus dem Programm“

Vor ihrem Konzert in Dillingen spricht die Sängerin über Marlene Dietrich.

Die Schauspielerin, Chanson-Sängerin und Musical-Darstellerin Ute Lemper tritt am Freitag, 12. April, um 20 Uhr mit „Rendezvous with Marlene“ im Dillinger Lokschuppen auf. Zuvor beantwortete die gebürtige Münsteranerin – von ihrer Wahl-Heimat New York aus – ein paar Fragen.

Frau Lemper, die Basis Ihres Programms ist ein Telefonat mit Marlene Dietrich, das mittlerweile schon 30 Jahre her ist. Wie haben Sie das Gespräch empfunden?

LEMPER Das Telefonat war ein Schock. Ich war damals 24 Jahre alt, sie 84. Nachdem ich den französischen Theaterpreis bekommen hatte, wurde ich in der Presse oft mit Marlene Dietrich verglichen. Mir war das peinlich und ich fand es unpassend, mit so einer großen Frau verglichen zu werden. Meine Karriere war zu dem Zeitpunkt ja noch gar nicht definiert. So schrieb ich ihr einen Brief, um mich bei ihr für diesen Vergleich zu entschuldigen und um meine Bewunderung auszudrücken. Und eines Tages rief sie mich an. Ihr Haus hatte sie zu dem Zeitpunkt schon seit Jahren nicht mehr verlassen.

Worüber hat sie mit Ihnen geredet?

LEMPER Neben ihrer Musik hat sie über ihre Filme und über ihr Leben in Paris geredet. Den Schmerz, durch das Exil ihre Heimat Deutschland verloren zu haben. Ein Thema, das ihr im Herzen noch sehr präsent war. Sie hat viel Rainer Maria Rilke zitiert, sie hat über ihre gebrochene Beziehung mit ihrer Tochter Maria Riva gesprochen, die damals gerade ein furchtbares, denunzierendes Buch über ihre Mutter geschrieben hatte. Der Ton, die Traurigkeit und Langsamkeit in ihrer Stimme haben sich dabei in mein Gedächtnis eingegraben und sind haften geblieben. Und später habe ich dann natürlich durch Recherchen und Nachforschungen Gedankenlücken ausgefüllt und daraus eine Erzählung gemacht.

Gibt es Fragen, die Sie ihr rückblickend gerne noch gestellt hätten?

LEMPER Es war eher ein Monolog. Sie hat sich Dinge von der Seele geredet. Ich hätte noch Fragen gehabt, aber selbst auf die, die ich stellte, reagierte sie schon fast ärgerlich und sagte, es sei doch kein Interview und sie wolle einfach mit mir sprechen.

Welche Eigenschaften von Marlene Dietrich faszinieren Sie am meisten?

LEMPER Ihren Lebenshunger und die unglaubliche Freiheit, die sie auslebte. Sie hatte als Frau das letzte Wort und sagte immer: „Ich denke wie ein Boss und benehme mich wie eine Lady“, „Act like a lady. Think like a boss“. Sie lebte eine freie Ehe mit ihrem Mann und hatte vermutlich hunderte Affären. Sie hatte Zivilcourage, hat sich als Anti-Nazi positioniert, war Friedensbotschafterin. Das alles war damals sehr unüblich für eine Frau.

Was können Frauen in unserer heutigen Zeit von Marlene Dietrich lernen?

LEMPER Sie war vollkommen emanzipiert, eine zeitgenössisch moderne Frau. Ihre Entscheidung, in Kriegszeiten für die amerikanischen Truppen zu spielen, war sehr mutig. Aber für sie war es ganz selbstverständlich.

Gibt es auch Dinge, die man vielleicht nicht von ihr übernehmen sollte?

LEMPER Sie war wohl sehr egozentrisch und auch keine gute Mutter. Dass ihre Tochter Maria Riva sie später so gehasst hat, liegt daran, dass Marlene ihr einfach nicht die Liebe gegeben hat, die einem Kind gebührt.

Das Programm „Rendevouz with Marlene“ ist Marlene Dietrich gewidmet. Hat sie Ihr Leben sehr beeinflusst?

LEMPER Mir ist aufgefallen, dass meine Karriere unbeabsichtigt einige Parallelen zu ihrer Karriere hat. Aber ich bin immer meinen eigenen Weg gegangenen, meinem Herzen gefolgt und habe nie etwas bereut.

Haben Sie ein Lieblingslied aus dem Programm?

LEMPER (lacht) Ich mag alle Lieder aus dem Programm.

Sie leben in Amerika, kehren aber auch oft nach Deutschland zurück. Haben Sie manchmal Heimweh nach Deutschland?

LEMPER Nein. Wenn ich unterwegs bin, habe ich immer sehr großes Heimweh nach meinem Zuhause in New York, nach meiner Familie und meinen Kindern.

Karten für das Konzert im Lokschuppen gibt es im Vorverkauf ab 38 Euro in Dillingen im First Reisebüro, bei Tabak Faas sowie in allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter der Ticket-Hotline (06 51) 9 79 07 70 und im Internet.

www.kultopolis.com