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Tierauffangstation in Merzig wird wegen Corona zum Kummerkasten

Menschen haben viele Fragen : Tierauffangstation in Merzig wird wegen Corona zum Kummerkasten

„Man merkt, dass viele Leute einsam sind. Sie wollen sich etwas von der Seele reden.“ Diese Beobachtung hat Madlen Dönneweg, Leiterin der Tierauffangstation Merzig, während der Corona-Krise gemacht.

So seien zwar nicht mehr Tiere als üblich abgegeben worden, dafür habe aber die Anzahl der Anrufe zugenommen. Und in diesen Gesprächen ginge es nicht nur um Fragen der Tierhaltung, sondern häufig einfach darum, seinen Kummer loszuwerden. Dönneweg sieht darin ein Zeichen für eine wachsende Verunsicherung.

Sie sagt, dass ihr in den vergangenen Wochen oftmals die Frage gestellt worden sei, ob die Tiere das Virus übertragen könnten. Über die Tierschiene wollten die Menschen wiederum das Eis brechen und ins Gespräch kommen. Dönneweg erzählt: „Die Leute rufen an, da sie einfach mal reden wollen. Und wenn sie merken, dass ihnen jemand zuhört, dann kommen sie so richtig ins Reden.“ Die Tierauffangstation fungiere sozusagen als Kummerkasten in Zeiten der Unsicherheit.

An der eigentlichen Hauptaufgabe der Tierauffangstation habe sich indes wenig geändert. „Es ist immer der gleiche Ablauf“, sagt Dönneweg. Und was die Anzahl der aufgenommenen Katzen betrifft, könne sie keine signifikante Zunahme im Vergleich zum Vorjahreszeitraum feststellen – auch nicht über Ostern, wie sie im Gespräch mit der SZ betont.