THW Merzig organisiert Großübung in Baumholder

Übung des THW Nordsaarland : Helfer stellen sich simuliertem Donnerwetter

Die Regionalstelle Merzig des Technischen Hilfswerks (THW) hat am Samstag in Baumholder eine Großübung mit 170 Einsatzkräften organisiert.

Die Ausgangslage der Übung spiegelt viele der Erfahrungen aus den vergangenen Jahre wider: Die Region ist, so die Ausgangssituation, von einem lokalen Starkregenereignis getroffen worden – mit Niederschlagsmengen von bis zu 85 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 1,5 Stunden. Auch kommt es dabei zu Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 110 Stundenkilometern. Zur Bewältigung der Lage wurde das Technische Hilfswerk (THW) aufgrund eines Hilfeersuchens des Katastrophenschutz-Stabs entsandt.

An elf Einsatzstellen mussten Aufgaben erfüllt werden. Da die Großschadenslage möglichst realistisch geprobt werden sollte, kannten die übenden THW-Einsatzkräfte im Vorfeld keine Details und mussten sich vor Ort den Gegebenheiten und den Herausforderungen stellen. „Wir haben heute eine realistische Übung konzipiert“, erläutert Marcel Ocker, stellvertretender Landesbeauftragter des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. „Der hohe Gleichzeitigkeitsfaktor von verschiedenen Einsatzstellen stellt die komplexe Situation einer Großschadenslage dar. Diesen Herausforderungen stellen wir uns heute mit unseren THW-Kräften im Rahmen der Übung ‚Donnerwetter 2019’.“

Die anrückenden THW-Einsatzkräfte wurden von der Führungs- und Befehlsstelle zu den Einsatzstellen beordert. Bergungs- und Fachgruppen mussten sich nach Sturmschäden mit dem Abstützen und Aussteifen einer unterspülten Klinkerfassade befassen, die herabzustürzen drohte. Zeitgleich befanden sich im Gebäude drei hilflose Personen, die gerettet werden mussten. Das Treppenhaus konnte aufgrund der Schäden zu Rettungszwecken nicht mehr genutzt werden. Mit Hilfe einer XXL-Übungspuppe wurde eine übergewichtige Person simuliert, die an den Rettungsdienst übergeben werden sollte. Mit einer fachmännisch angebrachten Behelfskonstruktion auf Ebene des ersten Obergeschosses konnte die Aufgabe gelöst werden. Auch die zweite verletzte Person konnte gerettet werden und wurde aus dem zweiten Stock über eine Seilbahn aus dem Haus verbracht. Besonders verzwickt wurde es im simulierten vernebelten Kellergeschoss. Dort musste eine eingeklemmte Person unter Einsatz von Atemschutzgeräten und Trennschleifern befreit werden.

Im Außenbereich waren sowohl durch die heftigen Wassermassen als auch durch die Sturmböen ebenfalls erhebliche Schäden entstanden. So drückten die starken Wassermassen auf einen Deich, der zunehmend undicht wurde. Die THW-Einsatzkräfte sicherten den Deich durch den Bau einer 80 Zentimeter hohen Ausgleichskonstruktion, die den Durchfluss durch den Deichkörper und weitere Sedimentausspülungen verhinderte.

Gleich nebenan war ein Fahrzeug durch die heftigen Wassermassen in eine Bachsenke gespült worden. Eine im Fahrzeug eingeklemmte Person machte die Bergungsmaßnahme besonders dringend und knifflig. Neben all dem drohte ein durch die Wassermassen unterspülter Fels herabzustürzen und musste von den THW-Helferinnen und -Helfern vor weiterem Abrutschen gesichert werden.

Weitere Herausforderungen mussten die THW-Einsatzkräfte bei einem Tiefbau-Unfall meistern: Aufgrund eines Teileinsturzes einer Baugrube in Folge des Starkregens war eine Person verschüttet worden und musste befreit werden. Da für viele Rettungs- und Bergungsaufgaben vor Ort Strom- und Lichtversorgung notwendig war, hatte auch die Fachgruppe Elektroversorgung alle Hände voll zu tun.

Die Übung endete gegen 17 Uhr. Erschöpft und zufrieden fasst THW-Übungsleiter Cedric Schaadt das Ergebnis zusammen: „Es war eine tolle Übung. Unsere THW-Einsatzkräfte haben ihre Aufgaben vorbildlich gemeistert. Das THW im Nordsaarland ist für seine Aufgaben gerüstet.“ Zum Ausklang fanden sich die THW-Übungsteilnehmenden zu einem gemütlichen Beisammensein in der ehemaligen Kantine des Truppenübungsplatz in Baumholder zusammen

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