Teilnehmer der Herzsportgruppe Hilbringen berichten von ihrer Erfahrung

Teilnehmer der Herzsportgruppe Hilbringen berichten : „Man lernt in der Gruppe, seine Grenzen zu erfahren“

Wie genau hilft die Herzsportgruppe? Das wissen die Teilnehmer. Seit 15 Jahren ist Hermann Zenner mit dabei. Er bekam beim Rasenmähen keine Luft mehr, da wurde ihm ein Stent gesetzt. Den Eingriff selbst empfand er als „nicht schlimm“, heute ist er wieder bei seiner vollen Leistung.

Ihm ist der Besuch der Herzsportgruppe wichtig. „Es ist für mich ein fester Termin“, sagt er, „es tut mir gut und man lernt die Belastungsgrenze kennen.“ Außerdem schätzt er den Austausch unter Betroffenen, denn Herzpatienten erkranken oftmals an Depressionen.

„Viele sind nach einem Eingriff ängstlich“, weiß die Organisatorin der Gruppe, Elisabeth Hein. In der Gruppe rede man mit Menschen, die die Gefühle nachvollziehen und verstehen können. Der Austausch helfe dabei, die Ängste zu besiegen und an Sicherheit im Alltag zu gewinnen.

In den hat Ursula Merches ihre Reha-Übungen fest integriert. „Ich mache sie mal beim Bügeln“, sagt sie. Auch sie litt vor sechs Jahren an Atemnot und bekam eine Herzklappe gesetzt. „Es war ein Schock für mich“, sagt sie, lange empfand sie die neue Herzklappe als Fremdkörper.

Schon acht Jahre ist Wolfgang Menzel mit dabei. Bei ihm stellte man bei einer Untersuchung fest, dass eins seiner Gefäße dicht war. Da hieß es, schnell handeln. „Ich hatte gar keinen Leistungsabfall“, rekapituliert Menzel. „Man lernt in der Gruppe, seine Grenzen zu erfahren, und gewinnt an Normalität im Alltag zurück“, findet er.

Lange fungierte der Allgmeinmediziner und Gründer der Gruppe, Ernst Zimmer, als betreuender Arzt, Übungsleiter und Organisator. 1987 stieß Ulrike Bankstahl dazu und leitete die Gruppe mehr als 30 Jahre. „Das war ein Segen für uns“, sagt Zimmer rückblickend. Heute stehen drei ausgebildete Trainer und sechs Ärzte zur Verfügung, die sich um die insgesamt 42 Mitglieder kümmern. „Alle Ärzte machen das ehrenamtlich“, betont Zimmer.

Oft höre Elisabeth Hein den Vorwurf, dass es sich bei der Herzsportgruppe um eine Turngruppe handle. Das lehnt sie vehement ab. „Wir sind eine anerkannte Reha-Sportgruppe, die Trainer müssen eine spezielle Ausbildung für Herzgruppen absolvieren und bei jeder Übungsstunde muss ein Arzt dabei sein sowie Notfallausrüstung bereitstehen“, betont Hein.

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