Tag des offenen Testfeldes: Zukunft des Fahrens in Merzig präsentiert

Kostenpflichtiger Inhalt: Tag des offenen Testfeldes : Zukunft des Fahrens präsentiert sich in Merzig

Beim Tag des offenen Testfeldes konnten sich die Besucher ein Bild von den Möglichkeiten des autonomen Straßenverkehrs machen.

Einzelne „Zauberkästen“ hängen bereits dauerhaft an Ampeln in der Kreisstadt. Getreu dem Motto „Die Zukunft des Fahrens heute schon live erleben“ wurden diese noch um weitere mobile Einheiten in der City ergänzt, um es am Tag des offenen Testfeldes am Samstag auf dem Kretzschmar-Platz neben dem Merziger Rathaus den Besuchern zu ermöglichen, die digitale Zukunft eines weitgehend autonomen Straßenverkehrs sozusagen am eigenen Leibe erfahren zu können. Aber bevor diese „Zauberkästen“ die ihnen von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW Saar) zugedachte Regie übernehmen konnten, begrüßte zunächst Bürgermeister Marcus Hoffeld die Gäste zu der zweiten Veranstaltung dieser Art. Diese dokumentiere nicht zuletzt die nachhaltige Verbindung Merzigs zur HTW Saar.

Aber auch die Tatsache, dass diese Kooperation bereits seit fünf Jahren gepflegt wird, unterstreiche den Anspruch der Kreisstadt, in Sachen Innovation ganz vorne mitzuspielen. Hoffeld sagte: „Wir wollen unsere Zukunft aktiv gestalten und hoffen auch deshalb neben dem offenen Testfeld auf einen baldigen Zugang zum Projekt 5G-Region.“ Und weil Merzig so gerne in der „ersten Liga der Zukunftstechnologien“ seine Position ausbauen wolle, würde er sich sehr über entsprechende Hinweise an der Autobahn freuen, wie sie beispielsweise in Bayern gang und gäbe seien. Diesen Ball spielte der Bürgermeister damit geschickt seinen Ehrengästen zu.

So drückte anschließend Staatssekretär Jürgen Barke vom Wirtschaftsministerium seine Freude darüber aus, dass es mit dem Tag des offenen Testfeldes gelungen sei, Menschen das vernetzte und automatisierte Fahren näher zu bringen. „Auf unserem digitalisierten Testfeld können noch ungelöste Probleme analysiert und gelöst werden.“ Und er fügte außerdem hinzu: „Wir sind damit auf einem guten Weg zur Verwirklichung smarter Mobilitätskonzepte.“

In Vertretung des Ministerpräsidenten versicherte dann die Beauftragte für Hochschulen, Wirtschaft und Technologie, Dr. Susanne Reichrath, es sei „im saarländischen Interesse, dass intelligente, energieeffiziente, emissionsarme, sichere und kostengünstige Fahrzeuge zu einem Erfolg werden – insbesondere auch im ländlichen Raum“. Und wo sie gerade so schön dabei war, die Kooperation der HTW Saar mit der regionalen Wirtschaft und Wissenschaft zu loben, nutzte sie strahlend die Gelegenheit, Professor Horst Wieker und seinem Team der Forschungsgruppe Verkehrstelematik (FGVT) einen Förderbescheid über stolze 454 000 Euro für das Projekt „E-Power“ zu überreichen.

Wieker, der mit seinem Team bereits seit 2014 in Merzig Forschungsprojekte für vernetztes und automatisiertes Fahren durchführt, freute sich natürlich über den Förderbescheid, dessen Summe sich die EU und das Saarland redlich teilen. Er wies aber auch darauf hin, dass dieser Festtag in Merzig „uns allen deutlich zeigt, wie der nächste Transformationsschritt der Digitalisierung im Straßenverkehr aussieht“. Damit luden er und der Bürgermeister alle Gäste ein, sich an den Infoständen eine eigene Meinung über die digitale Zukunft eines weitgehend autonomen Straßenverkehrs zu bilden.

Besonders gefragt war in diesem Zusammenhang die Gelegenheit, als Mitfahrer in digitalisierten Testfahrzeugen eine kleine Stadtrundfahrt zu absolvieren. Um dabei dem starken Andrang gerecht werden zu können, mussten sich die Besucher um (kostenlose) Tickets bemühen, mit denen sich ihnen dann die Auto-Türen hinter Fahrer und Beifahrer öffneten. Auch die SZ nutzte diese Gelegenheit, die innovativen technischen Möglichkeiten des smarten Fahrens anlässlich des Tages des offenen Testfeldes kennenzulernen (siehe separater Text unten).

Einen stattlichen Förderbescheid überreichte Dr. Susanne Reichrath an Professor Horst Wieker. Dafür gab es Beifall von Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld (links) und Staatssekretär Jürgen Barke. Foto: a-n

Aber darüber hinaus wurde auf dem Veranstaltungsgelände rund um den Kretzschmar-Platz noch vieles mehr geboten. Auch der Bereich Fahrzeugtechnik der HTW Saar war vertreten. Außerdem bot die Uni einen Stand auf, der über die einzelnen Studiengänge der Hochschule informierte. Die Kreisstadt Merzig ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen, für ihre touristischen Sehenswürdigkeiten werben. Auf viel Interesse stießen ferner Fahrzeuge und Fahrräder mit alternativem beziehungsweise elektrischem Antrieb. Und abgerundet wurde der Tag des offenen Testfelds mit Fahrten auf so genannten Segways, bei denen eine elektronische Antriebsregelung dem Fahrer hilft, dauerhaft die Balance zu halten.

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