Tag des offenen Testfeldes: So fährt's sich autonom durch Merzig

Testfahrt durch Merzig : Wenn die Ampel mit dem Auto kommuniziert . . .

SZ-Mitarbeiter Dieter Ackermann hat den Tag des offenen Testfeldes genutzt, um selbst einmal in ein autonom fahrendes Auto zu steigen.

Eine Testfahrt durch Merzigs Innenstadt mit einem Fahrzeug der HTW Saar ließ sich die SZ am Tag des offenen Testfeldes natürlich nicht entgehen. Bevor ich mit einem weiteren Testfahrer auf den Rücksitz des Fahrzeugs kletterte, buchte der HTW-Beifahrer auf seinem Tablet einen Parkplatz in einem simulierten Parkhaus. So weit – so gut. Jetzt ging es endlich los. Ins Spiel kamen nun die „Zauberkästen“ längs der Teststrecke. Diese übernahmen über ein dem heimischen WLAN vergleichbares Netzwerk die kontinuierliche Kommunikation mit unserem Auto.

Damit wurde auch für uns mitfahrende Laien deutlich, was smarte Mobilität mit digitaler Steuerung zu leisten vermag. Zunächst öffnete sich wie von Zauberhand vor uns die reale Schranke eines simulierten Parkhauses. Und nicht nur das: Auf einem Display vor der Windschutzscheibe wurden wir exakt auf den vorab gebuchten Stellplatz eingewiesen. Wenig später rettete digitale Technik einem vor uns unvermittelt auftauchenden Passanten in Form einer Puppe  durch eine knackige Notbremsung das Leben.

Bei der Weiterfahrt hielt das neuartige Intranet unser Testfahrzeug höchst effektiv auf dem Laufenden. Beispielsweise als uns ein „virtueller Geisterfahrer“ plötzlich entgegenkam. Rechtzeitig gewarnt, wichen wir problemlos aus und freuten uns über die Info, dass ein entsprechender Warnhinweis bereits an die Verkehrsnachrichten übermittelt worden sei. Wenig später näherte sich ein Rettungsfahrzeug, zwar mit Sirene, aber für uns unsichtbar aus einer Seitenstraße. Beide Fahrzeuge „sprachen sich kurzerhand ab“, und wir konnten das virtuelle Feuerwehrauto problemlos passieren lassen.

In aller Stille nahm danach unser Testfahrzeug mit einer Ampel – beziehungsweise deren „Zauberkasten“ – Kontakt auf und signalisierte uns, dass wir sinnvollerweise unsere Geschwindigkeit reduzieren sollten, um nach exakt 26 Sekunden die nächste Grünphase zu erreichen. Und beim Rechtsabbiegen an der Kreuzung gebot uns der „Zauberkasten“ zu stoppen, weil da gerade ein virtueller Fußgänger über die Fahrbahn ging.

Nach der Rückkehr zum Kretzschmar-Platz waren wir Mitfahrer – wie wohl alle Testfahrer – zutiefst beeindruckt von den technischen Möglichkeiten, die am Tag des offenen Testfeldes durch eine baldige Realisierung smarter Mobilitätskonzepte angedeutet worden sind. Um so erfreulicher, dass Merzig bei dieser zukunftsweisenden Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft bereits heute mitspielt.

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