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SZ-Serie über Premiumwanderwege der Region - diesmal die Hochwald Acht

Kostenpflichtiger Inhalt: Wandern auf der Hochwald-Acht : Traumschleife führt Wanderer bei Kell am See quer durch die Natur

Vom Niederrhein hat es Mauritius te Dorsthorst in unsere Gefilde verschlagen. Nun erkundet der begeisterte Wanderer auf ausgewählten Premiumwegen das Saarland und die Umgebung – Schritt für Schritt.

Bei strahlendem Sonnenschein und wolkenfreiem Himmel erreichen wir unseren Startpunkt der Traumschleife Hochwald-Acht in Kell am See. Dabei gestaltet sich bereits die Parkplatzsuche als relativ schwierig. Denn nach Angaben auf der Internetseite des Saar-Hunsrück-Steiges (www.saar-hunsrueck-steig.de) befindet sich der Wanderparkplatz in der Nähe des Gestüts Fronhof, allerdings finden sich mehrere Parkplätze in der Nähe des Gestüts und einen echten Wanderparkplatz gibt es so gesehen nicht. Es handelt sich hierbei einfach um den Parkplatz des Gestüts. Aber am Start angekommen machen wir uns fertig für die lange Wanderung. Ebenso wenig nützt die Adressenangabe Römerstraße in Kell am See. Denn unser Navigationssystem hat uns zur Römerstraße im Dorf Kell geleitet. Der Parkplatz befindet sich aber weit außerhalb des Dorfes, in der Nähe des Landal Ferienparks Hochwald in Kell am See.

Bei der Hochwald-Acht werden insgesamt 20 Kilometer und 310 Höhenmeter überwunden. Der höchste Punkt liegt dabei auf 597 Metern. Die Wanderung wird als mittelschwer eingestuft und nach Angaben des Saar-Hunsrück-Steiges werden für die Strecke etwa fünfeinhalb Stunden benötigt. Mit Pause haben wir für die Wanderung etwa viereinhalb Stunden gebraucht. Denn der Weg ist sehr gut ausgebaut und hat beinah keine nennenswert starke Steigung, die überwunden werden muss. Die Einschätzung der Schwierigkeitsstufe deckt sich daher nur bedingt mit unserer Erfahrung, denn lediglich die Länge macht diese Wanderung etwas schwieriger. Der Name der Wanderung leitet sich von der Form des Weges ab, denn er ist in einer Acht angelegt.

Eine alte Holzbrücke spiegelt sich in einem Tümpel. Foto: Mauritius te Dorsthorst

Kurz hinter dem Startpunkt gelangen wir zum Stausee in Kell, hier befinden sich auch mehrere Gastronomieetriebe sowie ein Teil der Parkanlage des Landal-Parks. Bis zum ersten Waldgebiet führt der Weg zwischen den einzelnen Häuschen des Parks durch, was für mich ein wenig befremdlich ist. Denn im Sommer, wenn Hochbetrieb ist, sind die Häuser belegt und man spaziert dann quasi durch deren Gärten. Im Wald angekommen kehrt jedoch für uns schnell die gewohnte Ruhe ein. Der Weg ist gut erkennbar und führt ohne wirklich starke Steigungen zur Ruwerquelle und wenig später zu einer massiven Ruwerfichte. Hier informiert eine Tafel darüber, dass diese 1850 gepflanzt wurde und mit einer Höhe von 40 und einem Umfang von vier Meter der stärkste Baum im Keller Wald sei.

Traumschleife Hochwald-Acht Foto: SZ/Müller, Astrid

Von dort aus führt die Wanderung schnellen Schrittes Richtung Kell am See. Der Ort wird kurz durchquert, dabei gelangen wir zu einem Park mit Spielplatz. Und obwohl in dem Park ein ganz normaler Schotterweg besteht, führt uns der Wanderweg über den Rasen und direkt am Spielplatz vorbei. Uns ist es etwas unangenehm, dem eigentlichen Wanderweg zu folgen, denn mit Wanderkleidung und festem Schuhwerk über einen Spielplatz zu laufen, lenkt die leicht irritierten Blicke der Anwohner auf uns.

In Zeiten von Corona lag der Hochseilgarten an der Strecke verlassen da. Foto: Mauritius te Dorsthorst

Leider hat die Hochwald-Acht aber gleich zwei solcher Abschnitte für uns parat. Der zweite Abschnitt befindet sich in Waldweiler. Danach bringt uns die Wanderung teils über Schotterpisten, teils über Waldwege sowie über kurze Stücke asphaltierter Straßen wieder in Richtung Stausee und von dort wieder in den Wald. Hierbei wird langsam der höchste Punkt der Wanderung erreicht, der auch den letzten Abschnitt der Wanderung einleitet, denn von hieraus lassen sich die letzten dreieinhalb Kilometer sehr zügig gehen.

Ein Erpel fliegt über den See. Foto: Mauritius te Dorsthorst

Die Wanderung der Hochwald-Acht weckt bei uns eher gemischte Gefühle, denn der Weg ist zwar recht schön und für die Länge wirklich leicht zu gehen. Auch erscheinen einem die 20 Kilometer bei Weitem nicht so lange. Andere Wanderwege der gleichen Länge sind da wesentlich anspruchsvoller. Aber die einzelnen Passagen, in denen wir über die Ferienparkanlage oder entlang der Spielplätze gegangen sind, sind meiner Ansicht nach recht fragwürdig und da lassen sich bestimmt auch alternative Wege finden. Ebenso ist der Weg nicht wirklich erlebnisreich und die Einstufung des Saar-Hunsrück-Steiges von fünf von maximal sechs Punkten wird von uns nicht geteilt.

Der stärkste Baum im Keller Wald ist eine Ruwerfichte, die im Jahr 1850 gepflanzt wurde. Foto: Mauritius te Dorsthorst

Es gibt auf dem Weg noch einen Hochseilgarten, der wegen der aktuellen Situation geschlossen war, als wir die Wanderung gemacht haben. Dieser bietet sicherlich ein Erlebnis, aber der restliche Weg eher weniger. Dafür war die Landschaft sehr schön, stellenweise auch mit weiten Feldern und malerischen Hügeln. Bei der Wanderung bin ich 24 542 Schritte gegangen.

Zur Anreise: Wir sind an dem Tag mit dem Auto angereist. Es besteht aber die Möglichkeit der Anreise mit dem Bus der Linie 33 ab dem Trierer Hauptbahnhof in Richtung Hermeskeil.

www.saar-hunsrueck-steig.de