„Strecke für Güterverkehr offen halten“

„Strecke für Güterverkehr offen halten“

Mittelstandsvereinigung und Verkehrsclub Deutschland fordern Renovierung.

"Die Kreisstadt Merzig, die Gemeinde Losheim, der Kreis und das Land müssen sich stärker einbringen", mahnt die CDU-Mittelstandsvereinigung im Grünen Kreis an. Deren Chef Alwin Mertes und sein Stellvertreter Frank Kiefer verlangen den Erwerb der Strecke vom Merziger Bahnhof bis zum Merzig Ost. Die Rechnung dafür haben beide aufgemacht: "30 000 Euro für den Erwerb und 11 000 Euro pro Jahr für die Weiche und die Ampelanlage." Die Erneuerung der gesamten Strecke beziffern sie auf 900 000 Euro. "200 000 Euro haben das Innenministerium, die Gemeinde Losheim und die Kulturstiftung zugesagt. "Es fehlen noch 500 000 Euro." Kiefer und Mertes verweisen auf touristische Bedeutung der Museumseisenbahn, die rund 15 000 Besucher pro Jahr in ihren Bann ziehe. Die Strecke solle für den ÖPNV-Verkehr und den Güterverkehr offen gehalten werden. Damit könnte man dem Streben nach öffentlichem Personennahverkehr ein Stück näher kommen.

Die Regionalgruppe Saarlouis des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) für das Saarland hat die Landesregierung aufgefordert, auf die Strecke komplett zu erhalten und einen Trassensicherungsvertrag abzuschließen. Dann kann das Land laut Erhard Pitzius, Sprecher der VCD-Regionalgruppe, Züge auf Museums- und Tourismusbahnen bestellen. "Tourismuszüge benötigen den Anschluss in Merzig an die Saarstrecke Saarbrücken - Trier", sagt er.

Von Vorteil für die Losheimer Museumsbahn nennt er einen Ausbau des Haltepunktes Merzig Süd direkt am Bahnhof der Saarstrecke, ähnlich dem Bahnsteig der Ostertalbahn in Ottweiler. "Dann können Bahnreisende direkt die Museumszüge erreichen und brauchen nicht mit dem Bus oder dem Auto nach Merzig Ost oder Losheim zu fahren.

"Was in Rheinland-Pfalz möglich ist, sollte auch im Saarland möglich sein", sagte er mit Blick auf die Zellertalbahn, die im Süden von Rheinhessen fährt. "Von Anfang Mai bis Ende Oktober verkehrt diese an Sonn- und Feiertagen im regelmäßigen Pendelverkehr zwischen Monsheim und Kaiserslautern." Dafür habe die Landesregierung Geld in die Hand genommen. Pitizus ist sich sicher, dass es EU-Zuschüsse gibt, wenn das Tourismuskonzept stimmig ist.

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