Stelldichein der Spaßvögel

Merzig. Zum ersten Mal wird in diesem Jahr das Kabarettfestival im Saarschleifenland vom Kreiskulturzentrum Villa Fuchs präsentiert. Mit an Bord sind einige der bekanntesten Kabarettisten, die auf deutschen Bühnen zu sehen sind: Rüdiger Hoffmann, Hagen Rether, Christoph Sieber und Vince Ebert. Hinzu kommen einige saarländische Lokalmatadore: Vanessa Backes alias Alice Hoffmann, Detlev Schönauer und das Homburger Frauenkabarett. Die SZ stellt das Programm des Festivals vor.

Homburger Frauenkabarett

Nerviger Alltag, aktuelles Tagesgeschehen und die Politik sind Bestandteil ihres lustigen, zugleich anspruchsvollen Kabarettprogramms: Die fünf Frauen, Silke Müller, Gisela Walter, Heidi Hennen, Birgit Schöndorf und Ursula Pfeiffer-Anslinger, lassen sich bei aller berechtigen Empörung nicht den Spaß verderben. Die Ideen für die verschiedenen Programme entnehmen die fünf Kabarettistinnen aus dem wahren Leben. Mit amüsanten Reimen, Zungenbrechern, lustigen Kostümen und Imitationen erobern sie das Publikum immer wieder aufs Neue.

Freitag, 10. Oktober, 20 Uhr, Eisenbahnhalle Losheim

Christoph Sieber

Frischen Wind bringt Christoph Sieber auf die Bühne der Losheimer Eisenbahnhalle. Am 16. Oktober ab 20 Uhr präsentiert der mehrfach ausgezeichnete Kabarettist sein aktuelles Programm "Alles ist nie genug". Nach seiner Ausbildung in Schauspiel, Mime, Akrobatik und Fechtkunst im Rahmen eines Pantomime-Studiums startet Christoph Sieber in eine vielseitige Bühnenkarriere. Regelmäßig gastiert der Kabarettist in TV-Sendungen wie "Satire Gipfel" (ARD ), "Neues aus der Anstalt" (ZDF ) und "Volker Pispers & Gäste" (3sat). Zudem moderiert der Kleinkunstpreis-Gewinner die monatliche TV-Sendung "Spätschicht" des SWR. In seinem aktuellen Bühnenprogramm "Alles ist nie genug" ist Sieber ernsthaft komisch und herzlich böse. Er zeigt eine verliebte Seite und präsentiert zuweilen in Bonbonpapier gehüllten Zynismus, der das Publikum betroffen schweigen und im nächsten Moment herzlich lachen lässt.

Donnerstag, 16. Oktober, 20 Uhr, Eisenbahnhalle Losheim

Vanessa Backes

Zum ersten Mal agiert sie außerhalb eines Theatergeschehens: ohne Bühnenbild, ohne Rahmenhandlung. Einfach nur bewaffnet mit ihrem Handtäschchen, erzählt Vanessa Backes alias Alice Hoffmann aus ihrem neuen Leben, das sie sich nach der zerbrochenen Ehe aufbauen musste. Sie gründet eine Ich-AG, besucht einen Englischkurs, kommt in den saarländischen Landtag und beginnt, sich erstmals Gedanken zu machen über "außerhäusliche" Themen: Hartz-Reform, Angela Merkel, Kreditkarten, aber auch die Flatterhaftigkeit der Männer. Das alles sind die Themen, die in diesem Programm natürlich wie immer mit der ihr typischen Naivität, wenn auch dieses Mal mit einem Schuss kabarettistischer Schärfe, die Lachmuskeln in Bewegung versetzen.

Samstag, 25. Oktober, 20 Uhr, Haus des Gastes Weiskirchen

Detlev Schönauer



Seit mehr als 30 Jahren lebt und arbeitet der aus Mainz stammende Diplom-Physiker Detlev Schönauer in seiner Wahlheimat, dem Saarland , und beobachtet dort als Kabarettist fasziniert dieses Land und seine ach so klooren Bewohner, die er ganz besonders ins Herz geschlossen hat. So war es nur noch eine Frage der Zeit, bis er seine vielen erfolgreichen saarländischen Kabarett-Stückchen zu einem speziellen Saarland-Programm zusammenstellte. Und in diesem macht sich seine Bühnenfigur, der charmant französelnde Bistrowirt "Jacques" am Büffet so seine Gedanken über den Saarländer an sich: Zum Beispiel, wie er so tickt ("ei, mir sinn halt so!"), wie er wohnt ("klaue, klaue, uffgestockt!"), wie er arbeitet ("unn geschafft hann mir schnell!") oder wie er auf die ständigen Attacken aus der feindlichen Palz reagiert ("lieber in die Saar als wie in die Palz!").

Freitag, 7. November, 20 Uhr, Aula des Hochwaldgymnasiums

Rüdiger Hoffmann

Mit Phrasen wie "Hallo erst mal" und "Ich weiß gar nicht, ob Sie's wussten" schlich sich Rüdiger Hoffmann klammheimlich in die Köpfe der Zuhörer und ließ sich von dort auch nicht mehr vertreiben. Vielen ist der gemütliche "Entdecker der Langsamkeit" aus zahlreichen Comedy-Auftritten und eigenen Shows bekannt, in denen er seit Beginn seiner Karriere 1985 agierte. Auch in seinem neuen Programm "Aprikosenmarmelade" bleibt der entspannte Comedian seinem Stil treu. In gewohnt ruhigem Tempo nimmt er die Zuschauer mit in seinen Alltag, ob zum Wellness-Wochenende oder zur Grundsanierung eines alten Bauernhauses mit dem geliebten Schwiegervater. Auch unfreiwillige Erfahrungen im Rotlichtmilieu: Hoffmanns Lebens hat so einiges zu bieten. Nicht zu vergessen der leicht misslungene Pärchenurlaub, den er gemeinsam mit Olaf und Birte unternahm, nachdem er sich spontan zum Paartherapeuten der beiden erklärte.

Donnerstag, 13. November, 20 Uhr, Stadthalle Merzig

Hagen Rether



In der Stadthalle Merzig präsentiert Hagen Rether in gewohnt bissiger Weise sein Programm "Liebe", in dem er sich mit dem politischen und wirtschaftlichen Zeitgeschehen unter dem altbewährten Titel auseinandersetzt. Die Welt wird immer komplizierter, das Geflecht aus politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten zunehmend undurchsichtig: Vor diesem Hintergrund lässt Rether Strippenzieher und Marionetten, Strohmänner und Sündenböcke aufziehen, versucht den oft absichtsvoll verborgenen Nutzen von Klischees und Drohkulissen aufzudecken und so genannte Sensationen als mediale Ablenkungsmanöver zu enttarnen. Während er die Fäden entwirrt und sich wieder darin verstrickt, unermüdlich ordnet und vermeintlich Wohlsortiertes umwirft, erscheint dahinter die Eitelkeit der (Ohn-)Mächtigen und hinter eitlen Politikergefechten. Lobbyismus-Verkäufer und Verkaufte erkennen sich für einen kurzen Moment im Spiegel. Es wäre zum Verzweifeln, wenn die Protagonisten nicht so lächerlich wären. . . und Hagen Rether weint und lacht. Und singt.

27. November, 20 Uhr, Stadthalle Merzig

Vince Ebert

Der menschliche Organismus ist ein wahres Wunderwerk. Hautzellen werden alle vier Wochen ersetzt, rote Blutkörperchen alle 120 Tage. Man schätzt, dass nach sieben Jahren jede Zelle in unserem Körper komplett erneuert wurde. Spätestens dann sagen viele über ihren Partner: "Du bist mir so fremd geworden". Vince Ebert gibt naturwissenschaftlich fundierte Antworten und erklärt, warum die Natur Sex erfunden hat, wieso Darmbakterien cool sind und Pandabären Idioten. Im Programm "Evolution" geht Ebert den wirklich großen Fragen auf den Grund. Hat der Urknall wirklich geknallt? Können wir jemals unsterblich werden? Und ist der Musikantenstadl mit der Evolutionstheorie vereinbar?

8. April 2015, Stadthalle Merzig

Christoph Sieber sorgt für frischen Wind.
Rüdiger Hoffmann.
Detlev Schönauer als Jacques.
„Es Vanessa“: Alice Hoffmann.
Böse, bissig, gemein gut: Hagen Rether. Fotos: VA.

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