Stadtrat Merzig spricht sich für Erhaltung des Schulstandortes Bietzen aus

Bietzen : Stadtrat: Schulstandort Bietzen erhalten

Gremium verabschiedet einstimmig Resolution, die sich für eine weitere Nutzung des Schulgebäudes ausspricht.

Der Stadtrat von Merzig hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig eine Resolution zum Erhalt des Schulstandortes in Bietzen verabschiedet. Dabei soll ebenso geprüft werden, ob in dem Schulgebäude in Bietzen eine Dependance der Merziger Kreuzbergschule untergebracht werden kann wie auch eruiert werden, ob Bietzen als Standort einer Gebundenen Ganztagsschule für das gesamte Stadtgebiet in Frage kommen könnte.

Das Schulgebäude in Bietzen wird derzeit noch von der privaten Forscherschule genutzt, die aber zum Ende dieses Schuljahres aus wirtschaftlichen Gründen schließen und das Gebäude räumen wird. In der Resolution, die von der SPD-Fraktion im Stadtrat in das Gremium eingebracht wurde, heißt es: „Nach der Schließung der Forscherschule in Bietzen wollen SPD und CDU im Stadtrat eine schnelle Auseinandersetzung mit der Möglichkeit einer weiteren Gebäude-Nutzung des Schulhauses in Bietzen.“ Die Verwaltung wird aufgefordert, „eine mögliche Bedarfsprüfung im Rahmen der Schulentwicklung und eine Beratung in der städtischen Gremien vorzunehmen“. Dabei komme zum einen eine Nutzung der Bietzener Schule als Dependance der Kreuzbergschule in Frage, „um die räumliche Situation in der Kreuzbergschule zu entspannen“, wie es in der Resolution heißt. Und weiter: „Die Situation an der Kreuzbergschule ist nach wie vor sehr beengt, und trotz der Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen und der guten Arbeit der Lehrkräfte und Pädagogen vor Ort gibt es nicht ausreichend Platz für die Schülerinnen und Schüler.“ Insbesondere bei der Nachmittagsbetreuung in der Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS), in der mittlerweile acht Gruppen untergebracht seien, sei die Situation „herausfordernd“.

Eine andere Möglichkeit sei, im Bietzener Schulgebäude eine Gebundene Ganztagsschule für das gesamte Stadtgebiet einzurichten. Denn, so heißt es in der Resolution: „Eltern sollten die Wahlmöglichkeit zwischen gebundenem Ganztags-, einer freiwilligen Ganztagsschule oder auch einer Betreuung zu Hause für ihr Kind oder ihre Kinder haben.“ Zurzeit sei diese Wahlfreiheit allerdings nicht gegeben. Die Verwaltung wird in der Resolution aufgefordert, „gemeinsam mit den Schulrektorinnen und Rektoren der Grundschulen in Merzig und dem Schulträger nach dem Standort“ zu suchen. Hierzu fordern die Fraktionen die Verwaltung auf, „einen Runden Tisch mit allen einzuberufen, um beim Thema Ganztag schnellstmöglich voranzukommen“.

SPD-Ratsmitglied Martina Holzner betonte bei der Vorstellung der Resolution, die Entscheidung darüber, ob und wie das Bietzener Schulgebäude genutzt werden könne, obliege letztlich den Schulvertretungsgremien, insbesondere der Schulkonferenz. Aber die Situation rund um die Forscherschule biete nun eine Gelegenheit, eine sinnvolle Anschlussnutzung für das Bietzener Schulgebäude zu finden, die insgesamt der Verbesserung der schulischen Bedingungen in Merzig zu gute komme. Manfred Klein (CDU), der bei der Schließung der eigenständigen Bietzener Grundschule Ortsvorsteher des Stadtteiles war, betonte, ihm sei wichtig, dass eine langfristig tragfähige Lösung gefunden werde. „Ich war einmal dazu gezwungen, diese Schule zu schließen, das möchte ich nicht noch einmal erleben.“ Er hob hervor, dass CDU und SPD bei ihrem gemeinsamem Ansinnen jeder für sich einige grundlegende Zugeständnisse machen müssten, die CDU etwa bei ihrer Haltung zur Gebundenen Ganztagsschule. Doch sei ein gemeinsames Vorgehen im Interesse der Grundschüler unabdingbar.

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