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Stadtrat Merzig bringt geplante Vergrößerung von Aldi in Rieffstraße auf den Weg

Merzig : Aldi-Erweiterung kann kommen

Merziger Stadtrat bringt Verfahren für geplanten Neubau des Standortes Rieffstraße auf den Weg. Aus den Reihen der Opposition wird Kritik an den Ausbauplänen laut.

Die geplante Erweiterung des Aldi-Marktes im Gewerbegebiet Rieffstraße in Merzig ist auf den Weg gebracht worden. Der Stadtrat von Merzig leitete in seiner jüngsten Sitzung die dafür notwendigen planungsrechtlichen Schritte ein. Konkret beschloss der Rat die Einleitung des Satzungsverfahrens für die notwendige Teiländerung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes.

Der Lebensmittel-Discounter will seinen Standort in der Rieffstraße (ein zweiter befindet sich im Kieselgarten) von aktuell 1000 auf 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche vergrößern, um das gesamte Sortiment nach den aktuellen Standards des Unternehmens weiter anbieten zu können und die Waren zeitgemäß und modern zu präsentieren, wie es zur Begründung des Vergrößerungsantrages hieß. Die Vergrößerung soll durch einen kompletten Neubau des Marktgebäudes, das bereits 2015 von 800 auf 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitert worden war, umgesetzt werden. Dafür muss der Bebauungsplan für das Areal geändert werden, was im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens umgesetzt werden soll. Sämtliche Planungskosten werden vom Antragssteller, also Aldi, getragen.

Der Stadtrat votierte zwar mit großer Mehrheit für die Einleitung des Planänderungsverfahrens (26 Ja-Stimmen bei fünf Enthaltungen), Kritik an dem Vorhaben wurde aber dennoch laut. So erklärte Elia Santo (Grüne), der Bau eines neuen Verkaufsgebäudes sei für sie „Sinnbild einer Wegwerfgesellschaft“. Weiter sagte die Grünen-Vertreterin: „Warum will man ein Gebäude abreißen, das noch völlig intakt ist, nur weil der Neubau 200 Quadratmeter größer werden soll?“

Grünen-Fraktionschef Klaus Borger wies zudem darauf hin, dass das Einzelhandelskonzept der Stadt Merzig eine Begrenzung der Verkaufsfläche für Discounter auf 1000 Quadratmeter empfehle.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Auweiler hielt dagegen: „In einer sozialen Marktwirtschaft kann ein Eigentümer weitgehend frei entscheiden, was er auf seinem Grund und Boden baulich umsetzen will.“ Er wertete die angestrebte Marktvergrößerung als „Stärkung des Wirtschaftstandortes Merzig“.