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Stadtrat Merzig beschließt über zukünftige Gestaltung vom Reglerplatz

Merzig : Wie wird der Regler-Platz künftig aussehen?

Die Neugestaltung des Bereiches am Seffersbach ist heute Abend Thema im Merziger Stadtrat. Eine Grundlage für die Diskussion sind Entwürfe, die in einem Ideenwettbewerb entstanden sind.

Mit großer Spannung werden wohl viele in und um Merzig auf die Sitzung des Stadtrates der Kreisstadt am heutigen Donnerstag (Beginn: 17.30 Uhr, Sitzungssaal des Rathauses) schauen. Denn das Gremium könnte einige richtungsweisende Entscheidungen für die zukünftige Entwicklung der Kreis­stadt fassen.

So steht zum einen die bereits seit Monaten diskutierte Neugestaltung von Seffersbachbereich und Gustav-Regler-Platz in der Kernstadt auf der Agenda. Über einen städte­baulichen Ideenwettbewerb hatte die Kreisstadt drei Planungsbüros Vorschläge und Konzepte dafür entwickeln lassen, wie der aktuell als etwas vernachlässigt angesehene Teil des Seffersbachufers entlang der Straße Am Werthchen und der dort liegende zentrale Gustav-Regler-Platz in Zukunft aussehen könnte. Eine zentrale Rolle in der Diskussion hatte dabei die Bebauung der „Hinterhöfe“ gespielt, also jener Grundstücke im Privatbesitz, die an der Straße Am Werthchen liegen. Gut sechs Wochen lang hatten die drei beteiligen Planungsbüros an ihren Entwürfen gearbeitet, Ende März waren sie der Wettbewerbs-Jury und auch der Öffentlichkeit dann vorgestellt worden. Allerdings hatte die Jury sich seinerzeit auf keinen eindeutigen Favoriten und Wettbewerbs-Sieger verständigen können, sondern zwei zweite und einen dritten Platz vergeben.

„Alle drei Entwürfe folgen unterschiedlichen Absätzen und bieten eine breite Palette an interessanten Ideen, die in der Folge weiterentwickelt und vertieft werden können“, hatte es im Abschlussprotokoll der Wettbewerbsjury geheißen. Diese bestand aus Fachpreisrichtern, darunter Städte­planer und Architekten sowie Sachpreisrichtern, zu denen Vertreter der Verwaltung, der Kaufmannschaft und der Privateigentümer in dem betroffenen Gebiet gehörten.

Beim vorgelagerten unverbindlichen Bürgervotum hatte der Vorschlag des Büros M.E.S.S. Stadtplaner die Nase vorn. Die Planer aus der Westpfalz haben eine radikale Lösung für die Neugestaltung des Regler-Platzes entwickelt, wollen diesen in Gänze um rund 1,80 Meter gegenüber dem bisherigen Straßenniveau tiefer legen und somit eine klare Trennung zwischen Verkehrsfläche und Platz schaffen. Allerdings hatte diese Lösung die Fachpreisrichter in der Jury noch am wenigsten überzeugt: „Die Entscheidung für eine große Offenheit der Fläche lässt kaum Raum für die spezifischen Anforderungen unterschiedlicher Nutzergruppen“, hält das Juryprotokoll fest. Die vollversiegelte Fläche des Platzes wirke zudem „wenig spannend und vermittelt den Eindruck eines urbanen Platzes, der für die Größe der Stadt überdimensioniert und gleichzeitig eindimensional wirkt“.

Positiver bewerteten die Preisrichter den Entwurf der Planergemeinschaft arus Willi Latz (Püttlingen) und Dutt & Kist (Saarbrücken): Dieser belässt den Regler-Platz an der ursprünglichen Stelle, sorgt aber mit seitlichen Auffächerungen in Form von Stufen- oder Rampen für zusätzliche Zugangsmöglichkeiten zur Wasserfläche des Seffersbaches. Außerdem schlägt das Planer­duo einen zusätzlichen Fußsteg über den Seffersbach vor. Die Jury beurteilte dies als „gute und zeitgemäße Lösung“ und fand besonders „die differenzierte und nutzerorientierte Neugestaltung der öffentlichen Freiräume“ sowie die „Zugänglichkeit zum Wasser“ hier überzeugend gelöst.

Quasi auf Augenhöhe fiel die Jury-Beurteilung des dritten Entwurfes aus, die vom Büro Wandel Lorch Architekten aus Saarbrücken kam: Sie schlagen die Umgestaltung des Regler-Platzes in eine oval geformten, mit Bäumen dicht bepflanzten Erholungsraum vor, wodurch auf eine mögliche Nutzung als Veranstaltungsfläche verzichtet wird. Die Wasserfläche des Seffersbaches wird auch in diesem Entwurf zugänglich gemacht, über Treppenstufen an einem Ende des Platzes. Im Gegensatz zu den beiden anderen Entwürfen haben die Saarbrücker Planer auf eine durchgehende Blockrandbebauung verzichtet, vielmehr sehen sie Lücken in der Bebauung der Hinterhöfe vor. Gerade diese Struktur der Platzrandbebauung fand die Jury, wie aus dem Abschluss-Protokoll hervorgeht, bestechend, während der ovale, als Baumhain gestaltete Gustav-Regler-Platz eher kontrovers diskutiert wurde.

So sehen die Planer .       Wandel Lorch Architekten, Saarbrücken/Frankfurt, Stefan Laport Landschaftsarchitekt  den Bereich des Seffersbaches.  Foto:. Foto: Wandel Lorch Architekten, Saarbrücken/Frankfurt, Stefan Laport Landschaftsarchitekt/. Wandel Lorch Architekten, Saarbrücken/Frankfurt, Stefan Laport Landschaftsarchitekt
Die Vorstellung der Planer von MESS Stadtplaner Amann & Groß PartGmbB; BSA Bochem.Schmidt Architekten PartGmbB für den Seffersbachbereich. Foto:      . Foto: MESS Stadtplaner Amann & Groß PartGmbB; BSA Bochem.Schmidt Architekten PartGmbB

Nun obliegt es dem Stadtrat, abschließend darüber zu entscheiden, welcher Entwurf umgesetzt werden soll. Oder aber, welche Elemente aus allen drei Konzepten in einen noch zu erarbeitenden Gestaltungsentwurf übernommen werden sollen. Eine wichtige Festlegung hat sich dabei aus dem Ideen­wettbewerb offenbar schon ergeben: So soll die Verwaltung gemäß dem Beschlussvorschlag an den Rat beauftragt werden, „die Gespräche mit den Grundstücks-Eigentümern fortzuführen und basierend auf den Ergebnissen des städtebaulichen Ideenwettbewerbs hinsichtlich einer Bebauung auf den privaten Flächen auf eine Reduzierung auf maximal drei Geschosse hinzuwirken“. Gemäß dem geltenden Bebauungsplan für diesen Bereich wäre an dieser Stelle auch eine viergeschossige Bebauung rechtlich zulässig. Allerdings hatten alle drei Wettbewerbsentwürfe unabhängig voneinander vorgeschlagen, dass dort entstehende Gebäude höchstens drei Geschosse haben sollten.