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Stadtrat Merzig befasst sich mit Plänen für früheres Brauereigelände

Kostenpflichtiger Inhalt: Tagung am Donnerstag : Stadtrat Merzig entscheidet über Markthallen-Pläne

Das Gremium befasst sich heute mit dem Bauantrag der Investoren für neuen Büro- und Wohnkomplex auf altem Brauereiareal.

Wird auf dem Gelände der Merziger Markthalle (früheres Betriebsgelände der Saarfürst-Brauerei) ein großflächiger Büro-, Wohn- und Geschäfts-Komplex errichtet? Zu dieser Frage könnte am Donnerstagabend eine wichtige Vorentscheidung fallen. Denn in seiner Sitzung an diesem Donnerstag, 27. Februar, berät der Merziger Stadtrat über einen entsprechenden Antrag der Projekt-Entwicklungsgesellschaft AFP.

Die bestehenden früheren Betriebsgebäude der Brauerei, die heute als Markthalle bekannt sind, werden hierfür abgerissen. Der neue Gebäudekomplex soll sich unmittelbar an den bereits bestehenden Neubau des Barmer-Kundendienstzentrums anschließen und bis zur Brauerstraße reichen. Nicht vom Abriss betroffen ist zunächst der markante Saarfürst-Turm. Die Abrissarbeiten betreffen nach den Ausführungen von AFP-Geschäftsführer Michael Schamper auch einige der Häuser in der Schankstraße, die ebenfalls zum Markthallen-Areal gehören. Sie werden, so sehen es die Planungen der Projektentwickler vor, als erstes entfernt, um so den beauftragten Firmen die Zufahrt zum weiteren Gelände zu ermöglichen. Der fünfstöckige Neubau, der auf dem freigelegten früheren Betriebsgelände der Saarfürst-Brauerei entsteht, wird eine Gesamtlänge von 70 Metern und eine Höhe von 19,50 Meter haben. Das Gebäude schließt sich unmittelbar an das Barmer-Gebäude an und verläuft dann mit einer leicht geschwungenen Fassade bis zur Brauerstraße.

Anfang Februar hatten die Projektentwickler von AFP, die das Markthallenareal im Jahr 2011 erworben hatten, ihr Pläne im Merziger Rathaus erstmals öffentlich vorgestellt.

Nun geht es um die baurechtlichen Schritte, die zur Realisierung des Vorhabens, dessen Investitionskosten auf 24 Millionen Euro geschätzt werden, nötig sind. Konkret hat der Stadtrat über die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes zu entscheiden. Fasst der Rat diesen Aufstellungsbeschluss, werden die AFP-Planungen zur öffentlichen Einsichtnahme im Rathaus ausgelegt.

Während der Ortsrat von Merzig die Planungen von AFP einstimmig gebilligt hat, gibt es aus der Stadtratsfraktion der Grünen einige Punkte, die diese in die Planungen aufgenommen sehen wollen. So sprechen sich die Grünen für die Schaffung eines Radweges aus, der über das Gelände verläuft und als Verbindung zwischen Hochwaldstraße und Poststraße respektive Bahnhofstraße fungiert. Zudem sprechen sich die Grünen für die Errichtung von Fotovoltaikmodulen auf der Dachfläche des neuen Baukörpers aus. Nach ihrem Dafürhalten sollte zwischen dem Barmer-Gebäude und dem direkt angrenzenden neuen Gebäude ein Durchgang geschaffen werden, um so eine fußläufige Verbindung zur Schankstraße zu schaffen. Zudem sprechen sich die Grünen angesichts der Größe des neuen Komplexes, der dort entstehen könnte, für eine vorgesetzte Fassadenbegrünung aus, die zum einen der Auflockerung, zum anderen als Hitzeschutz dient.

Neben der Entscheidung über das Markthallen-Areal stehen weitere wichtige Tagesordnungspunkte in der Ratssitzung an. So hat das Gremium über den Haushalt der Kreisstadt für das Jahr 2020 zu entscheiden. Auf Antrag der Grünen soll der Rat über die Übernahme von Kosten reden, die Stadtratsmitgliedern für die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftiger Angehöriger wegen ihrer Teilnahme an den Rats- und Ausschusssitzungen entstehen. Weitere Anträge der Grünen haben die mögliche Reaktivierung der Bahnstrecke Losheim-Merzig, die Sanierung des Blättelbornweihers und die Schaffung von Auwald-Flächen in den Uferzonen der Saar rund um Besseringen, Ballern und Hilbringen zum Thema.