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Merzig
Stadt Merzig baut sein Radwegenetz aus

Ausgebaut worden ist nach Auskunft der Kreisstadt das Angebot an Radständern am Merziger Bahnhof.
Ausgebaut worden ist nach Auskunft der Kreisstadt das Angebot an Radständern am Merziger Bahnhof. FOTO: Stephan Fandel/Kreisstadt Merzig
Merzig. Die Stadtverwaltung will durch eine Angebotsplanung eine deutliche Steigerung des Radverkehrs in Merzig erreichen. Von Christian Beckinger

Die Stadt Merzig will ihr Radwegenetz verbessern und ausbauen und somit mehr Menschen zum Umstieg auf das Fahrrad motivieren. Dies geht aus einer aktuellen Mitteilung aus dem Rathaus hervor. Den Anstoß für die neue Initiaitive der Verwaltung gab demnach der letzte bundesweite Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) im Jahr 2016: Darin hätten das Saarland insgesamt und auch die Kreisstadt Merzig eher durchschnittlich abgeschnitten. „Grund und Ansporn genug für Bürgermeister Marcus Hoffeld und den zuständigen Ressortleiter Dieter Ernst, sich die Gründe für die Bewertungen in diesem Test und das bestehende und in Teilen nicht mehr aktuelle Radverkehrskonzept, welches vom Rat 1995 verabschiedet wurde, nochmals genau anzuschauen und zu aktualisieren“, heißt es aus dem Rathaus.


Im Bereich der Kreisstadt sollen nun Schritt für Schritt einzelne Routen des Radverkehrskonzeptes auf Aktualität überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. „So soll in den nächsten Jahren durch eine Angebotsplanung eine deutliche Steigerung des Radverkehrs in Merzig erreicht werden“, betont die Verwaltung. Dies gelte sowohl für den Freizeit-, als auch im Besonderen für den Alltagsradverkehr.

 „Wenn mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, gibt es weniger Autos auf den Straßen, und entsprechend entspannter ist die Verkehrslage in Bezug auf Staus, Lärm und Abgase“, betonen Marcus Hoffeld und Dieter Ernst. Vor diesem Hintergrund genieße die Förderung des Radverkehrs in der Kreisstadt Merzig bei der Stadtplanung eine hohe Priorität.



In den letzten Jahren seien wichtige Rechtsgrundlagen zugunsten des Radverkehrs geändert und auch die dazu gehörigen Verwaltungsvorschriften angepasst worden.

In der Pressemitteilung benennt die Merziger Verwaltung auch mehrere Eckpunkte, die zur Verbesserung des Radwegeangebotes angegangen werden sollen. Einer davon ist der Routenausbau: „Hier wurden in den letzten Monaten und Wochen durch die Abmarkierung von sogenannten Schutzstreifen an drei verschiedenen Hauptrouten wesentlich sicherere Radwegeführungen ermöglicht“, erklärt die Verwaltung. Schutzstreifen sind Radverkehrsanlagen, die durch eine unterbrochene dünne Markierung und dem Sinnbild Fahrrad auf der Fahrbahn dargestellt werden. „Schutzstreifen heißen nicht umsonst Schutzstreifen. Sie müssen grundsätzlich vom Kfz-Verkehr freigehalten werden“, erklärt die Verwaltung mit Verweis auf die Straßenverkehrsordnung, in der es  heißt: „Wer ein Fahrzeug führt, darf auf der Fahrbahn durch Leitlinien markierte Schutzstreifen für den Radverkehr nur bei Bedarf überfahren. Der Radverkehr darf dabei nicht gefährdet werden.“ Auf dem Schutzstreifen darf gehalten, aber nicht geparkt werden.

Erneuert beziehungsweise neu aufgetragen wurden nach Auskunft der Verwaltung die Schutzstreifen in der Saarbrücker Allee, im Harlinger Weg Richtung Harlingen mit einer Radfahrerfurt auf dem Rad- und Gehweg sowie in der Waldstraße Richtung Wolfspark.

Dort, wo die Straßenbreite eine beidseitige Markierung von Schutzstreifen nicht zuließ, sei die Strecke nur einseitig markiert worden – „und zwar auf der Bergauf-Seite, da der Platzbedarf eines Radfahrers bergauf durch die Ausgleichsbewegung des Rades bei langsamer Fahrt größer ist als bergab“, erläutert die Verwaltung.

Eine Sonderform der Radwegeführung findet demnach in einem Teilbereich der Saarbrücker Allee Anwendung. Hier wurde ein längerer Bereich von dem Schutzstreifen ausgespart und als Parkbucht gekennzeichnet. In diesem Bereich werde der Radverkehr um die parkenden Autos mit einer so genannten Piktogrammkette herum geleitet. „Diese Zeichen sollen die Aufmerksamkeit der Kfz-Fahrer auf den dort ungeschützten Radverkehr lenken. Langsam fahren und gegenseitige Rücksichtnahme sind dort angesagt“, heißt es aus dem Rathaus.

Zudem seien zusätzliche Möglichkeiten zum sicheren und möglichst komfortablen Abstellen der Räder geschaffen worden, und zwar im Zuge  der Neumöblierung der Fußgängerzone, der Umgestaltung des Kirchplatzes sowie der Neugestaltung des Bahnhofes.

Auch für die Nutzer von E-Bikes soll es Verbesserungen geben. So wurden bereits in der Fußgängerzone, am Bahnhof und auch am neugestalteten Wolfspark Werner Freund bedienungsfreundliche Ladestationen für E-Bikes mit Safe-Funktion eingerichtet. „Eine ähnliche Anlage entsteht auch im Rahmen des Stadtpark-Umbaus im Eingangsbereich zwischen Stadthalle und Bahnbrücke“, heißt es aus dem Rathaus.

Noch nicht aufgegeben hat die Stadt nach eigenem Bekunden das Vorhaben, die alte MBE-Strecke zwischen Bahnhof Merzig und Merzig-Ost (Malteserbahnhof) im Rahmen eines Pilotprojektes so auszubauen, „dass sowohl langsamer Museums-Zugverkehr als auch sicherer Radverkehr stattfinden kann“.

Schutzstreifen für Radfahrer wurden auf die Straße nach Harlingen aufgezeichnet.
Schutzstreifen für Radfahrer wurden auf die Straße nach Harlingen aufgezeichnet. FOTO: Stephan Fandel/Kreisstadt Merzig