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Stadt Merzig und Lebenshilfe unterzeichnen Vereinbarung zum Schneckenhaus

Merzig : Lebenshilfe unterstützt Schneckenhaus

Die Organisation hat sich verpflichtet, für den Ersatzneubau der integrativen Kita einen Zuschuss an die Stadt Merzig zu zahlen.

Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung haben die Kreisstadt Merzig und die Lebenshilfe St. Wendel gGmbH einen weiteren wichtigen Schritt zur Realisierung des Ersatzneubaus der integrativen Kindertageseinrichtung „Schneckenhaus“ getan. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres hatte der Stadtrat mit der Bereitstellung der für die Maßnahme erforderlichen Mittel im städtischen Haushaltsplan ein deutliches Signal gesetzt. Nach den derzeitigen Kostenschätzungen (Stand 2019) werden der Neubau des Schneckenhauses und die Erweiterung und Sanierung der benachbarten Kita St. Josef rund 4,25 Millionen Euro kosten.

„Der Erhalt und die mit dem Neubau mögliche Erweiterung des Angebotes an Betreuungsplätzen für Kinder mit heilpädagogischem Unterstützungsbedarf erfüllt nicht nur für die Kreisstadt Merzig, sondern für den ganzen Landkreis einen dringenden Handlungsbedarf“, verdeutlicht Bürgermeister Marcus Hoffeld die Bedeutung dieses Bauprojektes. Dies habe auch den Stadtrat dazu bewogen, die Gebäudeträgerschaft und damit auch einen deutlich höheren finanziellen Anteil bei der Umsetzung der Maßnahme zu übernehmen. Durch die Kombination mit der Erweiterung und dringend erforderlichen Sanierung des Kindergartens St. Josef können nicht nur Synergieeffekte beim Bau und der späteren Nutzung erzielt werden, heißt es in der Mitteilung aus dem Rathaus. Es bestehe auch die Möglichkeit einer engeren Zusammenarbeit der beiden Träger Lebenshilfe und Kita gGmbH bei der pädagogischen Arbeit und Integration und gemeinsamen Betreuung von Kindern mit und ohne heilpädagogischen Förderbedarf.

In der von Bürgermeister Hoffeld und den beiden Lebenshilfegeschäftsführern Peter Schön und Hermann Scharf unterzeichneten Absichtserklärung verpflichtet sich die Lebenshilfe dazu, als Ausgleich für den bei Realisierung des Neubaus in eigener Trägerschaft erforderlichen Trägeranteil einen Investitionskostenzuschuss an die Stadt zu zahlen. „Ohne die finanzielle Unterstützung des Landes, des Landkreises und der Lebenshilfe könnte die Stadt eine Baumaßnahme dieser Größenordnung nicht alleine stemmen“, freut sich Hoffeld über den Beitrag zum städtischen Haushalt.

Die beiden Lebenshilfegeschäftsführer zeigen sich erfreut über den gegenwärtigen Stand der Entwicklungen: „Seit 2010 sind wir aktiv bemüht, eine Lösung für das in die Jahre gekommenen Schneckenhaus zu finden. Dank der guten Zusammenarbeit mit Stadt, Kreis, Land und auch der Kita GmbH ist dies nun gelungen“, werden Schön und Scharf in der Mitteilung der Kreisstadt zitiert. Die beiden Geschäftsführer betonen: „Ohne die Übernahme der Bauträgerschaft durch die Stadt wäre dieses Projekt so nicht möglich gewesen. Durch die Übernahme der Bauträgerschaft haben Marcus Hoffeld und sein Team den gordischen Knoten zur Realisierung des Ersatzneubaus für beide Träger durchschlagen.“ Durch dieses Kooperationsprojekt entstehe nicht zuletzt ein Mehrwert für das gesamte Quartier, finden Schön und Scharf.

Der Zeitplan für die Umsetzung der Baumaßnahme ist nach Mitteilung der Verwaltung aufgrund der Vorgaben durch das Zuschussprogramm des Landes eng gestrickt. Im Sommer 2022 sollen die Kinder aus dem alten Schneckenhaus in das neue Gebäude umziehen. „Das erscheint auf den ersten Blick ein langer Zeitraum“, sagt Bürgermeister Hoffeld. In Anbetracht der komplizierten und aufwändigen Verfahren für Zuschussanträge, Baugenehmigungen, öffentliche Ausschreibungen und witterungsbedingte Faktoren bleibe hier jedoch nicht wirklich viel Luft. Die Entscheidung über die Auftragsvergabe an ein Architekturbüro wird der Stadtrat in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl am 11. April treffen.