Stadt Merzig sucht geeignete Flächen für Aufforstung von Wäldern

Klimaschutz vor Ort : Stadt Merzig will mehr Bäume pflanzen

Der Rat hat die Verwaltung damit beauftragt, mögliche Flächen für Aufforstungsmaßnahmen ausfindig zu machen.

Die Stadt Merzig wird ihre städtischen Flächen dahingehend überprüfen, ob sie sich für Aufforstungsmaßnahmen eignen. Damit möchte die Stadt einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, indem durch eine vermehrte Aufforstung das klimaschädliche Kohlendioxid (CO2) durch die Bäume verstärkt gebunden werden kann. Der Stadtrat hat der Verwaltung in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Auftrag hierzu erteilt.

Die Stadtverwaltung selbst hatte die Initiative für dieses Aufforstungsprojekt ergriffen. In der Beschlussvorlage an den Rat unterstrich die Verwaltung, warum sie das für sinnvoll hält: „Durch das Wachstum von Bäumen nehmen sie CO2 aus der Luft auf und bauen den Kohlenstoff des Treibhausgases in ihre Biomasse ein. Was im Holz gebunden ist, hilft dem Klima.“

Die Stadt Merzig sei mit einer Fläche von 2321 Hektar größter kommunaler Waldbesitzer im Saarland. Damit leiste der städtische Wald bereits jetzt einen wichtigen lokalen Beitrag zur Speicherung von CO2 und Regulierung des Klimas. Aber, so heißt es in der Sitzungsvorlage weiter: „Nach Auffassung der Verwaltung bestehen jedoch noch Möglichkeiten, den lokalen und in ganz kleinem Maße den globalen Beitrag zur CO2-Speicherung zu erhöhen.“ Ein erster Schritt hierzu sollte die Ermittlung solcher Flächen in städtischem Besitz sein, die sich für eine Wiederaufforstung eignen. „Letztlich erwartet sich die Verwaltung durch ihr Handeln auch einen Nachahmungseffekt bei privaten Grundstückseigentümern“, steht es abschließend in der Sitzungsvorlage.

Grünen-Fraktionschef Klaus Borger sah, trotz einer grundsätzlichen Unterstützung des Ansinnens, einen Grund zur Kritik: „Warum lässt sich die Verwaltung vom Stadtrat für etwas beauftragen, was eigentlich Kernaufgabe der kommunalen Verwaltungsarbeit ist?“, sagte Borger. Er monierte zudem: „Die Art und Weise, wie vorhandene Wälder bewirtschaftet werden, trägt in wesentlich höherem Maße zur CO2-Minimierung bei als eine Neuanpflanzung von Wäldern, denn das braucht 30, 40, 50 Jahre, bis es nennenswerte Effekte erzielt.“ Notwendig sei zudem ein Durchgrünungskonzept für alle Stadtteile.

„Wir wollten ein einheitliches Zeichen nach außen geben“, begründete Bürgermeister Marcus Hoffeld den Vorstoß der Verwaltung. Zudem nahm er Borgers Kritik kritisch ins Visier: „Sie waren doch in der Ausschuss-Sitzung dabei und haben zugestimmt, als es um dieses Thema ging. Warum haben Sie Ihre Eingangsfrage nicht da gestellt?“, sagte er an die Adresse des Grünen-Vertreters.

CDU-Fraktionschef Jürgen Auweiler bekundete die Unterstützung seiner Fraktion für das Ansinnen der Verwaltung und wies darauf hin: „Der bestehende Wald und auch eventueller zusätzlicher Wald dienen nicht nur der CO2-Reduktion, sondern haben auch eine Schutz- und Erholungsfunktion.“ Nach Sicht des SPD-Ratsmitgliedes Arndt Oehm ist die Initiative der Verwaltung ein guter Anfang. „Dies sollte Vorbild sein für andere Landbesitzer.“

Hannah Spanier (parteilos) gab zu bedenken: „Wichtig ist, wie aufgeforstet wird und auf welche Weise diese Forste nachher bewirtschaftet werden sollen.“ Nach Auffassung von Hermann Schuh (Freie Wähler Merzig) sollte man bei der Neuaufforstung insbesondere Monokulturen vermeiden. „Wir werden definitiv mit Laubbäumen arbeiten“, erklärte Bürgermeister Marcus Hoffeld. Über die Details möglicher Aufforstungen soll in den städtischen Gremien gesprochen werden, sobald die potenziellen Standorte ermittelt worden sind.

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