Stadt Merzig leitet Verkauf von Haus Sonnenwald ein

Besseringen : Stadt bietet Haus Sonnenwald zum Verkauf an

In seiner Sitzung am Donnerstag hat der Merziger Stadtrat beschlossen, ein Interessen-Bekundungsverfahren einzuleiten.

Die Stadt Merzig wird das ehemalige VdK-Heim Haus Sonnenwald in Besseringen im Zuge eines Interessen-Bekundungsverfahrens zum Verkauf anbieten. Dabei soll mindestens ein Kaufpreis von 500 000 Euro erzielt werden. Die Stadt hatte Haus Sonnenwald Ende 2015 zu eben diesem Preis vom Sozialverband VdK erworben und wollte es eigentlich als Flüchtlingsunterkunft nutzen. Doch wegen des drastischen Rückgangs der Flüchtlingszahlen in den folgenden Monaten kam diese Nutzung niemals zustande. Der Stadtrat beschloss in seiner Sitzung am Donnerstagabend die Einleitung des Interessen-Bekundungsverfahrens. Potenzielle Käufer haben nun sechs Monate Zeit, um der Stadt ein Kaufangebot und ein Nutzungskonzept für das Gebäude und das umliegende weitläufige Gelände am Waldrand mit einer Gesamtgröße von knapp 13 500 Quadratmetern zu unterbreiten. Bevorzugte zukünftige Nutzungsformen sollen aus den Bereichen Gastronomie, Hotellerie, Gesundheitspflege, betreutes Wohnen oder eine Nutzung als Forschungs- oder Dienstleistungszentrum sein. Ausgeschlossen bleibt eine Nutzung der Immobilie zu reinen Wohnzwecken, für die Einrichtung von Vergnügungsstätten (wie Spielhallen, Diskotheken oder Clubs) oder durch lärmintensive Handwerks- oder Gewerbe-Betriebe.

In der April-Sitzung des Stadtrates hatte die Debatte um die Veräußerung von Haus Sonnenwald noch für einen Eklat und den vorzeitigen Abbruch der Sitzung gesorgt. Nach einer Kontroverse zwischen dem Grünen-Ratsmitglied Klaus Borger und Vertretern der Verwaltung hatten die Mitglieder der Ratsopposition geschlossen den Sitzungssaal verlassen. Damit war der Rat beschlussunfähig geworden, weil zuvor schon etliche Vertreter der Großen Koalition aus CDU und SPD die Sitzung verlassen hatten (die SZ berichtete). Diesmal ging die Abstimmung ordnungsgemäß über die Bühne: Zwei Ratsmitglieder stimmten gegen das Interessen-Bekundungsverfahrens, eines enthielt sich.

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