„Stadt Land Spielt“ in Merzig : Spielerisch zum Städtebauer werden

Gemeinsam oder gegeneinander um den Sieg spielen: Darum ging es bei der Spiele-Rallye im Evangelischen Gemeindehaus in Merzig.

„Wir bauen uns eine Stadt auf“, sagt Stefan zu seinen Mitspielern Sebastian, Maren, Stephy und Jürgen. Das Quintett spielt nämlich „Between Two Cities“ im Evangelischen Gemeindehaus in Merzig. Dabei muss der Spieler sowohl mit seinem rechten als auch mit seinem linken Sitznachbarn jeweils eine Stadt aufbauen. Zu diesem Zweck stehen Häuser, Fabriken, Büros, Parks und Gaststätten in Form von Spielsteinen zur Verfügung. Die fünf Freunde sind ein eingespieltes Team, wie Jürgen bestätigt: „Wir treffen uns öfters zum Spielen.“

Anlass für diese Partie war die Aktion „Stadt Land Spielt“. Im Gemeindehaus hatten die Besucher reichlich Auswahl, denn auf sechs Tischen lagen Spiele zum Ausprobieren. Darunter das Strategiespiel „Carpe Diem“, das vor zwei Jahren zum Kennerspiel des Jahres nominiert wurde. Oder auch das Würfelspiel „Back to the Future – Dice Through Time“, das den Spielern erlaubt, wie im gleichnamigen Kultfilm mit dem DeLorean durch die Zeit zu reisen.

Das Ehepaar Marlon und Andrea hatte sich indes für „Atheneum – La Bibliotheque Merveilleuse“ entschieden. Sie hatten sich zuvor mit Lisa einen Tisch gesichert. Marlon und Lisa spielen regelmäßig zusammen, bei „Stadt Land Spielt“ war jetzt auch Andrea hinzugestoßen. Marlon erklärte die Spielregeln: „In zehn Runden muss man so viele Missionen wie möglich erfüllen. Man zieht Karten und baut Spielsteine in sein Regal ein.“ Die Spielsteine wiederum haben die Form eines Bucheinbandes. Der Wert einer Karte hängt davon ab, wie schwierig die Mission ist. Wer nach zehn Runden die meisten Punkte hat, gewinnt.

 Julia Schneider hat „Stadt Land Spielt“ in Merzig auf die Beine gestellt. Dabei können Spielebegeisterte neue Spiele ausprobieren. 
Julia Schneider hat „Stadt Land Spielt“ in Merzig auf die Beine gestellt. Dabei können Spielebegeisterte neue Spiele ausprobieren.  Foto: Dirk Ley

Mit jedem zu Ende gebrachten Spiel stiegen zugleich die Chancen bei der Spiele Rallye. Julia Schneider, die die Veranstaltung im Gemeindehaus auf die Beine gestellt hat, erläuterte die Hintergründe: „Auf den Spieltischen kann man auf Zetteln ausfüllen, welche Spiele man gespielt hat. Immer wenn zehn Spiele voll sind, kann man den Zettel abgeben und geht damit in die Verlosung.“ Dort lockten Spiele wie zum Beispiel das in der Steinzeit angesiedelte Kartenspiel „Paleo“ – nominiert für den Kritikerpreis 2021.

Die Besucher konnten jedoch nicht nur Spiele gewinnen, sondern auch kaufen. Dabei fiel vor allem der Name eines Anbieters auf. „oli“ heißt eigentlich Olli Clemens und ist eigenen Worten zufolge „eher Spieler denn Sammler“. Seiner Sammlung – derzeit 400 Spiele – seien sowieso natürliche Grenzen gesetzt. „Wenn zu viele Spiele im Haus sind, dann sagt mir meine Frau, wo es lang geht“, sagte er unter schallendem Gelächter. Doch das sei kein Problem, denn er spiele ohnehin lieber immer wieder neue Spiele.

15 Besucher waren in diesem Jahr zu „Stadt Land Spielt“ gekommen. Schneider konnte damit angesichts der Corona-Einschränkungen gut leben. Sie erzählte, dass das Ordnungsamt eigentlich mehr Spieler zugelassen hätte, aber: „Dann hätten wir feste Sitzgruppen bilden müssen. Und weniger Teilnehmer erlauben es, dass sich die Gruppen durchmischen.“ Im nächsten Jahr sollen wieder 60 Spielebegeisterte ins Gemeindehaus kommen – wie vor der Pandemie.