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Spieletipps von Julia Schneider aus Merzig

Tipps für die Zeit zu Hause : Wenn das Spielerlebnis wie ein Urlaub ist

Wegen der aktuellen Situation rund um das Coronavirus müssen soziale Kontakte derzeit stark eingeschränkt werden. Doch auch mit der Familie zu Hause kann jeder einiges erleben: zum Beispiel bei einer gemeinsamen Spielerunde. Einige Tipps gibt Julia Schneider.

Normalerweise organisiert Julia Schneider aus Merzig einmal pro Woche einen Spieletreff im Evangelischen Gemeindehaus der Kreisstadt. Doch aufgrund der Corona-Krise muss dieser bis auf weiteres entfallen. „Verständlich“, findet die Merzigerin. Doch auf Spiele muss niemand verzichten, auch wenn der Treff derzeit nicht stattfinden kann. Schneider hat einige Tipps auf Lager, die gut zu Hause funktionieren – ob zu zweit für Paare oder für die ganze Familie, von der Oma bis zum Enkel.

Generell bemerkt Schneider, dass Spielen in den vergangenen Jahren wieder sehr in Mode gekommen ist. „Kooperative Spiele sind unheimlich im Kommen“, beschreibt sie einen Trend, den sie aktuell beobachtet. Dabei spielen die Spieler nicht gegeneinander, sondern versuchen, gemeinsam ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Dabei zähle auch das Erlebnis: „Es ist so, als ob man gemeinsam im Urlaub ist.“

Eins der Spiele aus der kooperativen Kategorie, das Schneider empfiehlt, ist „The Crew“ aus dem Kosmos-Verlag. „Die Spieler sind eine Crew, die sich für die Erforschung eines Planeten vorbereitet“, beschreibt die Merzigerin die Grundidee. Drei bis fünf Spieler müssen reihum Karten ausspielen – doch nur, wenn sich die Spieler richtig absprechen, erreichen sie ihr gemeinsames Ziel.

Ein ganz anderes Ziel verfolgen die Spieler bei „Magic Maze“ von Pegasus Spiele. „Die Spieler bewegen alle dieselbe Figur und müssen den Ausgang aus einem Einkaufszentrum finden“, erläutert Schneider die Situation. Die Krux: Jeder Spieler kann nur eine bestimmte Bewegung ausführen – und die Spieler (bis zu acht) dürfen während der gesamten Partie nicht miteinander reden. Während die Kinder-Variante nach Worten von Schneider bereits ab fünf Jahren spielbar ist, sei die normale Variante auch für Erwachsene reizvoll.

Bei „Pandemie“ (Pegasus Spiele) kämpfen die Spieler gegen Seuchen an, die die Welt bedrohen. „Man muss Länder schützen und Gegenmittel bekommen“, erzählt Schneider, „aber natürlich spielt auch Geld eine große Rolle.“ Von dem Spiel gibt es nach ihren Worten diverse Versionen zu mehreren Unterthemen. Unterschiedliche Spieleranzahlen sind möglich.

Auch das aktuelle Spiel des Jahres, „Just One“ (Asmodee), spielen alle gemeinsam – Schneider beschreibt es als „lustiges Party-Rate-Spiel“. Es geht darum, dass ein Spieler einen Begriff erraten muss. „Alle anderen müssen ein Wort als Hinweis geben, damit der Begriff geraten wird“, erzählt sie weiter. Die Spieler dürfen sich jedoch vorab nicht absprechen, wer welchen Begriff aufschreibt. Und falls ein Begriff mehrmals genannt wird, werden die Tipps aussortiert. Das Spiel eignet sich für Gruppen bis zu sieben Spielern.

Ganz und gar nicht kooperativ ist „Drop it“ (Kosmos) für zwei bis vier Spieler oder Teams. „Das Spiel ist schön, weil man sich gegenseitig gut ärgern kann“, lacht Schneider. Die Spieler müssen reihum Holzteile in einen Plexiglas-Aufsteller einwerfen – doch gleiche Formen und Farben dürfen sich nicht berühren. „Es ist ein schönes Spiel für Familien, Pärchen und auch ältere Leite“, befindet Schneider. Mittlerweile sei das Spiel, das bei „Schlag den Star“ vorkam, auch weder erhältlich – denn damals sei es wochenlang ausverkauft gewesen.

Auf die Baustelle geht es für zwei bis fünf Spieler bei „Men at work“ (Pegasus). Schneider lobt das Material, mit dem das Spiel aufwartet: Bauarbeiter, Stahlträger, Ziegelsteine. Diese müssen gemäß den Vorgaben durch Aufträge gestapelt werden, „und das ist eine äußerst wackelige Angelegenheit“. Zwischendurch tauche dann auch noch die Chefin auf der Baustelle auf und verteile Plaketten für die Mitarbeiter des Monats. „Das Spiel spricht Kinder an, ist aber auch für Erwachsene reizvoll“, sagt Schneider.

Ebenfalls als Spiel für alle Altersgruppen nennt sie „Can’t Stop“ (Franjos-Spieleverlag). Bei dem Würfelspiel geht es nach Schneiders Worten darum, sich auf einem Spielfeld hochzuarbeiten. Dazu müssen gewisse Kombinationen gewürfelt werden. Ein bisschen müssten die zwei bis vier Spieler dabei auf Risiko spielen, außerdem müssten sie ein bisschen zocken. Das Spiel sei auch für ältere Menschen geeignet – und auch für Enkel und Großeltern zusammen gut spielbar.

Gewürfelt wird auch bei „Sagrada“ (Pegasus). Hier müssen zwei bis vier Spieler Kirchenfenster nach bestimmten Regeln zusammenbasteln. „Es ist eine Mischung aus Glück und Taktik“, erzählt Schneider, „jeder kann den anderen auch die passenden Würfel vor der Nase wegschnappen.“

Ebenfalls Flächen, in diesem Fall aber Teppiche, müssen bei „Patchwork“ (Lookout-Spiele) gefüllt werden. Das Spiel sei für zwei Spieler geeignet, die sich dann mit der spiel­internen Währung – Knöpfen – die Flächen zusammenkaufen müssten. Das Spiel ist nach Schneiders Worten auch gut für ältere Leute geeignet.

Auch „Cabo“ (Smiling Monster Games) sei zu zweit sehr gut spielbar, meint Schneider. Insgesamt könnten aber sogar fünf Spieler darum spielen, die wenigsten Punkte zu haben. „Jeder Spieler bekommt fünf Karten, zwei darf er sich anschauen“, berichtet sie. Durch geschicktes Tauschen müssen die Spieler dann ein eher ungewöhnliches Ziel erreichen: Bei „Cabo“ gewinnt nämlich derjenige, der zum Schluss die wenigsten Punkte hat.

Als Familienspiel für bis zu acht Spieler bezeichnet Julia Schneider „Camel Up“ (Pegasus). Dabei rennen Kamele um die Wette und die Spieler wetten, welches Kamel am weitesten vorne ist. „Das ist schon für die Kleinen ganz gut zu machen“, findet die Spielekennerin aus Merzig und empfiehlt das Spiel ab etwa sechs Jahren.

Ein bisschen zocken müssen die Spieler bei „Can‘t Stop“. Foto: Franjos Spieleverlag
Julia Schneider Foto: Frank Schneider
Bei „Die Crew“ müssen die Spieler sich gemeinsam auf die Erforschung eines fremden Planeten vorbereiten. Foto: Kosmos

Ebenfalls familientauglich ist nach Einschätzung von Schneider „Zug um Zug“ (Days of Wonder), das sie als „Klassiker“ bezeichnet. „Man muss Züge kaufen und mit den Zügen Strecken bauen“, erläutert sie das Grundprinzip des Spiels, das im Jahr 2004 als „Spiel des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Das Spiel gebe es in mehreren Versionen und mit mehreren Erweiterungen, wodurch die mögliche Spieleranzahl variiere.