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Neues Seniorenzentrum Klosterkuppe
Spatenstich fürs Awo-Seniorenzentrum

Startschuss für den Neubau des Awo-Seniorenzentrums auf der Klosterkuppe in Merzig: (v.l.) Marcel Dubois, Dieter, Ernst; Marcus Hoffeld, Holger Wilhelm, Wolfgang Herrmann, Sigmar Ahr, Ines Reimann-Matheis und Michael Linnebacher junior.
Startschuss für den Neubau des Awo-Seniorenzentrums auf der Klosterkuppe in Merzig: (v.l.) Marcel Dubois, Dieter, Ernst; Marcus Hoffeld, Holger Wilhelm, Wolfgang Herrmann, Sigmar Ahr, Ines Reimann-Matheis und Michael Linnebacher junior. FOTO: Ruppenthal
Merzig. Am Mittwoch ist der Bau an der Klosterkuppe in Merzig gestartet. Eröffnung der Einrichtung ist für Ende kommenden Jahres geplant. Von Teresa Bauer

Am Mittwoch war es so weit: Mit dem Spatenstich begannen die Bauarbeiten des neuen Seniorenzentrums der Arbeiterwohlfahrt (Awo) an der Klosterkuppe in Merzig. 109 Plätze wird die Wohnanlage mit vier verbundenen Gebäuden — eines davon für Verwaltung und Technik – bieten. Die Investitionssumme beträgt 14,9 Millionen Euro, Finanziers sind die Sparkasse Merzig-Wadern und die Sparkasse Saarbrücken. Architekt des Neubaus ist Sigmar Ahr, die Erschließungsarbeiten übernimmt das Bauunternehmen Wacht, die Erd-, Maurer-, und Betonarbeiten werden von der Firma Linnebacher Bau durchgeführt. Die Eröffnung ist für Ende 2019/Anfang 2020 geplant.


„Dieses neue Haus soll als Ersatz für das in die Jahre gekommene Heinrich-Albertz-Haus dienen“, erklärte Marcel Dubois, Landesvorsitzender der Awo Saarland. „Und mehr noch: Unser Vorhaben stellt eine sehr gute städtebauliche und vor allem soziale Lösung dar, die sich harmonisch in die Umgebung einfügt und älteren Menschen die Möglichkeit gibt, nahe der Innenstadt zu leben.“ Vorgesehen sind elf Einheiten in drei Wohnebenen, „die von weitgehender Selbstständigkeit bis hin zu intensiverer Pflege und Betreuung den Anforderungen der Bewohner gerecht werden sollen“. Außerdem wird nach Darstellung Dubois nach modernsten architektonischen, energetischen und pflegerischen Gesichtspunkten gebaut werden. „Vieles an dem neuen Haus wird zukünftig öffentlich sein. Der beim Bau entstehende Park soll ebenso von der Allgemeinheit genutzt werden können – wie die Cafeteria“, sagte Dubois. Die Cafeteria werde sich in einem vorgelagerten Solitär-Gebäude befinden, das einem Wintergarten ähnele.

„Das Haus öffnet sich in das Wohnquartier mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten, und wir wollen Begegnung mit Konzerten und sonstigen Veranstaltungen fördern“, betonte Dubois. Mit dem benachbarten Seniorenzentrum Von-Fellenberg-Stift der Saarland Heilstätten Gmbh (SHG) will die Awo nach eigenem Bekunden „eng und gut zusammenarbeiten“. Entsprechende Vorgespräche seien bereits aufgenommen worden. Des Weiteren soll nach Fertigstellung des Seniorenzentrums in einem weiteren Bauabschnitt auf genossenschaftlicher Grundlage ein inklusives Wohnprojekt für 30 behinderte und nicht behinderte Menschen entstehen. „Sie sollen sich damit gegenseitig helfen, unterstützen und voneinander profitieren“, sagte der Landesvorsitzende.



Die Erschließung der Klosterkuppe ist umstritten. 2013 hat sich eine Bürgerinitiative (BI) aus umliegenden Anwohner gegründet – mit den Ziel, eine Bebauung zu verhindern. Damals waren noch zwölf Einfamilienhäuser, zwei Mehrfamilienhäuser sowie zwei Wohnblocks geplant. Die BI befürchtete eine noch stärkere Verkehrsbelastung, vor allem in der Schiller- und der Uhlandstraße. Auch der Nabu und die Grünen sprachen sich gegen eine Bebauung aus, da nach ihren Bekunden damit weitere Grünflächen in der Stadt verloren gingen. „Mir ist bewusst, dass es im Vorfeld der Genehmigung unseres Projektes viele Einwendungen und Bedenken gegeben hat. Ich möchte aber versichern, dass wir als Awo auch bei der Realisierung unseres Vorhabens dem Versprechen auf gute Nachbarschaft gerecht werden wollen“, betonte Dubois. Es habe viele persönliche Gespräche mit Vertretern aus Politik und der Nachbarschaft gegeben. „Insbesondere die Gespräche mit der Bürgerinitiative sind sehr konstruktiv gewesen“, so Dubois. „Wir haben unsere Pläne nach Prüfung der Vorschläge in enger Abstimmung mit der Stadt in einigen Fragen angepasst und überprüft.“ Da allerdings Baumaßnahmen in dieser Größenordnung nicht ohne Belästigung der Anwohner bleiben, „bitten wir Sie um Nachsicht und Verständnis“. Bei Fragen und Beschwerden können sich Bürger an das Baubüro in der Schillerstraße 23 wenden

„Der Weg war steinig, das gebe ich ganz offen zu“, sagte Bürgermeister Marcus Hoffeld. „Aber die Wünsche und Anforderungen derjenigen, die hier leben, werden berücksichtigt.“ Da es sich nicht um ein Wohngebiet handele, halte sich nach Worten des Verwaltungschefs der Verkehr in Grenzen. Mit der geplanten Parkanlage sei es „ein tolles Projekt, das auch dem Geist von Fellenbergs entspricht“. In Merzig gebe es sehr gute Seniorenzentren, die Menschen fühlten sich sehr wohl. „Mit dem Neubau wird die Situation aber noch weiter verbessert.“ Der Vorteil des neuen Zentrums im Gegensatz zum Heinrich-Albertz-Haus sei vor allem die Nähe zur Innenstadt, so Hoffeld.