Sparmodell zu Lasten der Schüler und Lehrer

Merzig · Der Jahresbericht sowie Neuwahlen des Vorstandes standen auf der Tagesordnung der Generalversammlung des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes. Schwerpunkt der Diskussion war die Inklusionsverordnung und die Flüchtlingssituation.

Jürgen Ehl aus Oppen steht weiterhin an der Spitze des Kreisverbandes Merzig-Wadern des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV). Der 55-jährige Förderschullehrer erhielt bei der Neuwahl des Vorstandes in der Generalversammlung im Hotel Roemer in Merzig erneut für drei Jahre das Vertrauen. Gäste der Versammlung waren die SLLV-Landesvorsitzende Lisa Brausch, die Landessprecherin Junger SLLV, Moni Greiveldinger, und der Ehrenkreisvorsitzende Gerhard Berger . Nach einem stillen Gedenken an die Verstorbenen des Verbandes behandelte die Landesvorsitzende Brausch, die ebenfalls auf das starke Engagement des Kreisverbandes im Landesverband hinwies, aktuelle Themen (siehe separaten Text).

Wie der SLLV-Kreisvorsitzende in seinem Jahresbericht ausführte, waren Schwerpunktthemen der Verbandssitzungen die Inklusionsverordnung, die Flüchtlingsproblematik, die Gestaltung der Fortbildung und die Planung von Gemeinschaftsveranstaltungen. Zur Fortbildung "Yes we can" hatten sich weit über 40 Lehrer gemeldet, es konnten aber nur 25 Teilnehmer zugelassen werden. Aufgrund der großen Nachfrage wird die Veranstaltung im kommenden Jahr wieder angeboten.

Im Rahmen der Inklusion kamen die praxisnahen Anleitungen zu den Möglichkeiten für die inklusive Unterrichtung von Schülern mit Problemen im Bereich "geistige Entwicklung" sehr gut an.

Der Kreisverband nahm mit einem Bus voller Mitglieder sowie weiteren, die mit Privat-Pkw angereist waren, an der Demo für bessere Arbeitsbedingungen in Saarbrücken teil. "Aber leider waren nicht alle Schulleiter und Schulen dabei vertreten. Dies ist bedauerlich, vor allem, da der SLLV sich für alle Schulen gleichermaßen einsetzt", bemängelte Jürgen Ehl.

Die Landesvorsitzende und der Kreisverband haben Gespräche mit Landtagsabgeordneten geführt. Weitere werden folgen, um für die Entlastung der Lehrkräfte und Bereitstellung von Ressourcen zur Bewältigung der Inklusion und Flüchtlingssituation zu kämpfen.

Der SLLV kritisiert an der Inklusionsverordnung unter anderem, dass die pädagogische Arbeit aufgrund des hohen Verwaltungsaufwandes stark leidet, ebenso die übereilte Durchsetzung. Es gebe faktisch nicht weniger Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, sondern lediglich weniger getestete anerkannte Fälle. Die Inklusionsverordnung sei ein "Sparmodell" auf Kosten der Schüler und Lehrer.

Der SLLV möchte sich in Zukunft auch im Bereich der Gemeinschaftsschulen stärker engagieren.

Dem Bericht des Kreisvorsitzenden folgte der Kassenbericht des Schatzmeisters Christian Manese über eine gute Finanzlage. Die beiden Prüfer Hermann-Josef Dorbach und Christoph Breinig bescheinigten ihm eine ordnungsgemäße Buchführung. Unter der Versammlungsleitung des Ehrenvorsitzenden Gerhard Berger wurde dem Vorstand Entlastung erteilt und die Neuwahlen (siehe Info) durchgeführt.

SLLV-Landesvorsitzende Lisa Brausch sagte in Merzig , im Landesvorstand habe es durch berufliche Gründe verschiedene Neustrukturierungen gegeben. Zur Inklusionsverordnung meinte sie, dass diese außerordentlich kurzfristig auf den Weg kam und eine große Verunsicherung bei den Kollegen bestehe. Die vielen Fragen würden gesammelt und an die Inklusionsbeauftragte weitergeleitet. Außerdem bestehe Uneinigkeit bei der Gestaltung der Zeugnisse der flexiblen Schuleingangsphase. "Es bleibt abzuwarten, wie Eltern reagieren, wenn manche Schulen hier Noten vergeben und andere nicht", erklärte Brausch.

Ein weiteres brisantes Thema ist die Flüchtlingsproblematik. Hierzu wurden und werden Verhandlungen zwischen Bildungsminister, Finanzminister und dem SLLV geführt. 130 Lehrerstellen wurden zugesichert. Es wurden aber nicht alle Stellen als Beamtenstellen umgesetzt. Eine Broschüre mit dem Titel "Erste-Hilfe-Paket" mit Tipps zur Flüchtlingsproblematik wurde als Orientierungshilfe herausgegeben.

Bezüglich der Eingangsbesoldung informierte Brausch, dass es sich das Saarland nicht leisten kann, junge Lehrer niedrig zu besolden, da sonst fähige Lehrkräfte abwanderten. Eine Erhöhung der Eingangsbesoldung stehe daher im Raum.

Bei der Beihilfe zur Betreuung in Pflegeheimen können Härtefälle auf kurzem Weg beim SLLV gemeldet werden. Auch in Sachen Verzögerung bei der Zahlung von Bezügen beim Wechsel zwischen Angestellten- und Beamtenverhältnis oder befristeten Verträgen war der SLLV tätig. Es wurden seitens des Ministeriums Abschlagszahlungen zugesichert. Kollegen, die nicht Mitglied im Verband sind, werden ebenfalls unterstützt.

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Auf einen blickDer SLLV-Kreisvorsitzende Jürgen Ehl und die Landesvorsitzende des Verbandes, Lisa Brausch, ehrten gemeinsam folgende SLLV-Jubilare: Peter Paquet (25 Jahre), Helga Diversy, Irma Endres, Agnes Koster, Josefine Marx, Irene Rosenkrämer, Gisela Scholtes-Kewenig, Doris Steuer (40 Jahre), Gerold Behr, Barbara Dillschneider (50 Jahre), Paul Fey, Horst Kretschmer, Helmut Schneider, Winfried Vogt (55 Jahre).nb

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Zur personDer neue SLLV-Kreisvorstand: Jürgen Ehl (Erster Vorsitzender), Karin Eberle und Sabine Schwer (Stellvertreterinnen), Karina Greveldinger (Schriftführerin), Christian Manese (Schatzmeister), Anneliese Reimann, Ester Müller, Anna Kockler, Simone Jakobs und Britta Magenreuter (Beisitzer). Als Kassenprüfer fungieren wieder Hermann-Josef Dorbach und Christoph Breinig. nb

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