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Sozialdemokraten feiern 60-jähriges Bestehen

Sozialdemokraten feiern 60-jähriges Bestehen

Unter der Schirmherrschaft von Ministerin Anke Rehlinger feiern die Menniger Sozialdemokraten ihr Jubiläumsfest. Dazu geht es am Samstag im Menniger Bürgerhaus mit Melitta von Cartier extravagant zu und hoch her.

Aufwendige Kleider, auffallender Schmuck und eine Verneigung vor der großen Zeit der glamourösen Revuen: Eine schillernde Figur wird den Menninger Sozialdemokraten gratulieren, wenn sie am Samstag, 10. September, 18.30 Uhr, im Menninger Bürgerhaus ihren runden Geburtstag feiern - Melitta von Cartier . Den Namen der "herrlichen Dame" hat ihr Erfinder Andreas Schmitz aus seinen beiden Vorlieben abgeleitet - starkem Kaffee und extravagantem Schmuck. Der gebürtige Dillinger versucht nach seinem Bekunden die Show mit Liedern und Kompositionen weltbekannter Künstler und möglichst reeller Weiblichkeit zu bestreiten. Spritzig ist sein Auftritt, keck, erfrischend, manches mal auch mit Ironie gespickt - eine Travestieshow, die sich wunderbar in den bunten Abend einfügt, zu dessen Schirmherrin die Genossen Kreisparteichefin Anke Rehlinger ausgesucht haben.

Originalbrief vom ersten Treffen

An die Gründungsversammlung vor 60 Jahren kann sich Lothar Rauch noch gut erinnern, zumal sein Vater Paul zu denen zählte, die den Ortsverein mit aus der Taufe gehoben haben. So hütet Lothar Rauch den Originalbrief zu dem ersten Zusammentreffen im Lokal Altmeyer am 18. Mai 1956 wie einen Schatz und hat ihn in der Broschüre zum 40sten Jubiläum verewigt. "Für die Gründungsversammlung haben wir von Hause in die Gastwirtschaft runtergeschleppt", erinnert sich der Mann, der seit 52 Jahren das Parteibuch sein Eigen nennt. In dem Schreiben vom Sekretariat Dillingen wird Rauchs Vater mitgeteilt, dass die Versammlung durch Lautsprecherwagen bekannt gegeben wird. "Als Referenten habt ihr die Genossen Ernst Zimmer (UBV) und Josef Holl, MdL aus Merzig." Von dem Vorstand, der sich an diesem Sonntag im Mai erstmals zusammenfand, lebt noch Urban Heinrich.

"1964 bin ich in die SPD eingetreten - für mich ein ereignisreiches Jahr. Denn ich habe auch vom Friseur zum Krankenpfleger umgeschult und geheiratet", verrät der Menninger, der seinem Parteifreund, Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder , bei dessen Besuch eine Flasche Schnaps schenkte, "damit dieser weiß, was saarländische Qualität ist", wie er damals sagte. "Politisch interessiert war ich schon immer", gesteht er. "Mit 14 Jahren habe ich mir Joho angehört, als er eine Rede im Beckinger Gasthaus Roth-Gottlieb gehalten hat." Es sind nicht die großen politischen Themen, die ihn und seine Parteifreunde umtreiben, vielmehr sind es die kleinen Dinge, die den Menschen in dem Merziger Stadtteil helfen: Dies stand und steht bei Rauch nach seinem Bekunden immer im Mittelpunkt seines kommunalpolitischen Handelns. Vor allem nennt er die Hobbyausstellung. "Seit 23 Jahren organisieren wir sie und ist nach wie vor eine Erfolgsgeschichte", blickte der langjährige Vorsitzende zurück.

Für den guten Zweck

Das Geld, das die Genossen einnehmen, wird Jahr für Jahr an eine soziale Einrichtung gespendet. Vor allem Rosi Gruhn, die ehemalige Ortsvorsteherin, ist nach Rauchs Worten maßgeblich am Erfolg der Ausstellung beteiligt. "Rosi hat die Ausstellung erfunden." Wichtig ist ihm auch Menningen aktiv, eine Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, alle machbaren Arbeiten durch Freiwillige aus dem Ort anzugehen - von Reinigungsarbeiten über Instandsetzung bis zur Ortsverschönerung. Unvergessen nennt Rauch, seit 31 Jahren Chef der Genossen im Ort, die guten Kontakte zwischen den Menningern und Staudenheimern. "Wir und die Rheinland-Pfälzer haben so manch schönen Abend verbracht".