Handball: So stark besetzt wie noch nie

Handball : So stark besetzt wie noch nie

Am Wochenende lockt der 6. Ernst-Thiel-Cup die Handballfans nach Merzig. Das Turnier ist mit fünf europäischen Erstligisten so gut besetzt wie noch nie. Zudem gibt es zwei Teams mehr als in den Vorjahren.

Es ist keineswegs so, dass das Vorbereitungsturnier um den Ernst-Thiel-Hummel-Cup nicht schon vorher gut besetzt war: Etwa im Vorjahr, als Bundesliga-Aufsteiger Eulen Ludwigshafen sich mit einem 26:25-Erfolg über den neunfachen Landesmeister Österreichs, Bregenz Handball, zum dritten Mal den Turniersieg in Merzig sicherte.

Doch in diesem Jahr erfährt die Veranstaltung des HSV Merzig-Hilbringen, der den Cup mit seinen Partnern bereits zum sechsten Mal austrägt, qualitativ nochmal eine deutliche Aufwertung: „Wir haben uns sukzessive gesteigert. Es ist definitiv das stärkste Starterfeld, das wir hier bisher hatten“, betont der HSV-Vorsitzende Dirk Ströker mit Blick auf fünf europäische Erst- und drei Drittligisten, die am Samstag und Sonntag in der Thielsparkhalle um den Sieg streiten.

Angeführt wird das Feld vom Liga-Sechsten aus dem Land des Serien-Weltmeisters: Der französische Club USDK Dunkerque gastiert erstmals in Merzig und sorgt sogar für weltmeisterliches Flair in der Halle. Trainer des französischen Meisters von 2014 ist Patrick Cazal. Der 171-fache Nationalspieler war 1995 und 2001 dabei, als die Equipe tricolore die ersten von inzwischen sechs WM-Titeln holte. Zudem steht mit Rechtsaußen Guillaume Joli ein dreifacher Weltmeister und Olympiasieger von London im Kader des Ex-EHF-Cup-Finalisten, der 2012 im Endspiel Frisch Auf Göppingen unterlag. „Auf Dünkirchen freue ich mich besonders. Sie sind für mich klarer Favorit“, sagt Ströker.

Für Lokalmatador HG Saarlouis verheißt das nichts Gutes, denn der Zweitliga-Absteiger trifft morgen um 12 Uhr gleich zum Auftakt auf die Franzosen. Für Trainer Philipp Kessler ist der Cup eine gute Standortbestimmung, nachdem sich das HG-Gesicht nach dem Abstieg in Liga drei etwas verändert hat. In Merzig sind unter anderem der slowakische Ex-Nationalspieler Ivo Kucharik, der lettische Internationale Toms Lielais oder Quentin Abadie als Neuzugänge im Saarlouiser Dress zu sehen. Die HG dürfte in dem Top-Feld aber letztlich ebenso chancenlos sein wie die anderen Drittligisten VTZ Saarpfalz und TuS Dansenberg. Das Team aus Kaiserslautern kam kurzfristig als achter Teilnehmer hinzu, nachdem die Verantwortlichen dem Wunsch Ludwigshafens, nach vorheriger Absage doch noch mitmischen zu dürfen, entsprochen hatten. „Wir wollten unseren Stammgästen eben die Möglichkeit zur Titelverteidigung geben. Also haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und das Turnier umstrukturiert. Das bedeutet zwar mehr Aufwand, aber in über 30 Jahren Sparkassen-Cup sind wir ja geübt im Durchführen größerer Turniere“, sagt Ströker stolz. Und fügt an. „Es werden gut 150 ehrenamtliche Helfer im Einsatz sein.“

Die Organisatoren haben sogar für die prognostizierte Hitze vorgesorgt. Ein Bautrocknungs-Unternehmen stellt Ventilatoren auf, die den Spielern und Zuschauern angenehme Bedingungen bescheren sollen. Angesichts der klangvollen Namen erwartet Ströker vollbesetzte Ränge: „Wir hoffen, dass an beiden Tagen 1000 bis 1500 Zuschauer kommen.“ Die dürfen sich mit dem Aufsteiger SG BBM Bietigheim auf einen weiteren Bundesligisten neben Titelverteidiger Ludwigshafen freuen.

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