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Automatisiertes Fahren in Merzig
Sicher und bequem durch den Straßenverkehr

Merzig. Das Projekt Ikopa (integrierte Kooperationsplattform für automatisierte Elektrofahrzeuge) ist eine Forschungsinitiative für intelligente Mobilitätskonzepte, die von Dezember 2015 bis November dieses Jahres vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Von Teresa Bauer

Über sechs Millionen Euro beträgt das Förderungsvolumen. Im Projekt arbeiten acht Partner verschiedener Forschungsbereiche zusammen, „um mit transparenten Kommunikationsstrukturen das Fahren mit (teil-) automatisierten Elektroautos nachhaltig zu optimieren“, erklärt Horst Wieker, Projektkoordinator und Professor an der HTW Saar. Zwar bieten einzelne Fahrzeughersteller gewisse Komponenten der Fahr-Assistenz bereits an, doch Ikopa arbeite an einheitlichen, herstellerübergreifenden Informationsquellen, so dass Autos automatisch sowohl untereinander als auch mit der Verkehrsinfrastruktur kommunizieren können.


Um immer und überall den Informationsfluss zu gewährleisten, erfolge die Kommunikation sowohl über das Internet als auch über Funk. Dadurch könne die Verkehrseffizienz und die Verkehrssicherheit verbessert werden. Zum Beispiel „beim energiesparenden Fahren im Stadtverkehr“, sagt Wieker. Bei Beginn der Fahrt werde die Route dem Energieverbrauch entsprechend geplant, Verkehrsstörungen und freie Ladezonen werden in Echtzeit angezeigt. Ebenso freie Parkplätze, die vorab gebucht werden können. „Das trifft den Nerv der Zeit“, ist sich Wieker sicher. „Denn automatisiertes Fahren wird uns schneller einholen, als wir denken.“

Einen weiteren Schwerpunkt setze Ikopa auf die IT-Sicherheit und den Datenschutz. Da die Systeme im öffentlichen Raum eingebettet sind, müsse die Privatsphäre der Autofahrer geschützt werden. Die entwickelte Software ermöglicht, dass der Fahrer bei der Reservierung von Ladesäulen oder Parkplätzen nicht seinen Namen, sein Alter und seine Adresse angeben muss. Stattdessen werden die Fahrzeuge mit verschlüsselten Identifikationsnummern registriert, und die Ladestationen nur dann freigegeben beziehungsweise die Schranke im Parkhaus nur dann geöffnet, wenn auch das tatsächlich registrierte Auto vor fährt.



Bevor das Mobilitätskonzept an den Start gehen kann, heißt es testen, testen, testen. Die innerörtliche Erprobung erfolgt zur Zeit in Berlin und Merzig. Auf dem Kretzschmarplatz steht zu Testzwecken eine Ladesäule, die um die benötigten Kommunikationsmöglichkeiten erweitert wurde. Außerhalb der Testphasen kann sie kostenlos von den Bürgern genutzt werden.