1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Merzig

Serie „Merzig in Marken“: G wie Geschichte der Shoah

Serie „Merzig in Marken“ - G : Geschichte der Shoah muss auch Merzig sich stellen

Geschichte als schon Geschehenes kann sich niemand aussuchen. Geschichte als Gegenwart und Zukunft können wir gestalten. Menschliches Leben bewegt sich stets im Strom überkommener Ereignisse, kultureller und zivilisatorischer Vorprägungen.

Zur deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts gehört der grausame Zivilisationsbruch der Shoah, die Industrie-ähnlich organisierte Vernichtungsmaschinerie gegen die Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft.

Auch in Merzig brannte 1938 die Synagoge. Auch aus Merzig wurden Juden in die Konzentrationslager verschleppt und ermordet. Ungeschehen machen lassen sich diese Verbrechen nicht. Merzig stellt sich ausdrücklich dieser Geschichte. Der Gedenkstein am Ort der früheren Synagoge, Stolpersteine an verschiedenen Stellen in der Stadt dokumentieren die Zugehörigkeit der früheren jüdischen Mitbürger zur Geschichte der Stadt Merzig. Gedenkveranstaltungen verbunden mit Aufrufen zu Toleranz und Respekt vor der Würde des Menschen halten die Erinnerung an die schlimmen Ereignisse wach. Schulprojekte befassen sich mit den damaligen Untaten, weil erst die Auseinandersetzung mit dem Gewesenen die Entschlossenheit zum „Nie wieder!“ auf stabile Fundamente stellt. Viele Merziger engagieren sich für Fremde und Flüchtlinge, gegen neue Ausgrenzungen, gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Merzig hat gelernt!

Die Deutsche Bundespost bringt 1988 zum 50. Jahrestag der November-Pogrome eine Briefmarke heraus, auf der die in Brand gesetzte Synagoge von Baden-Baden zu sehen ist.