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Selfies mit dem Bundesinnenminister

Selfies mit dem Bundesinnenminister

Der Wunsch von Thomas de Maizière, die Rettungskräfte ebenso wie die Polizei vor Attacken und Pöbeleien zu schützen, fand am Freitag den Beifall der rund 200 Gäste des Empfangs in der CEB in Hilbringen.

Das Warten auf Bundesinnenminister Thomas de Maizière wird für Stefan Conrad und Markus Tritz zur Geduldsprobe. Zu viele Einsatzkräfte wollen dem CDU-Politiker die Hand schütteln, etwas vor ihrer ehrenamtlichen Arbeit berichten. "Wo steht er denn?" - die Frage von Tritz, zuständig für die Jugendfeuerwehr Merzig, kann er sich selbst beantworten: "Dort wo Kameras und Handys aufleuchten." In seiner Rede hatte de Maizière angekündigt, sich unter die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, DRK, Malteser und Johanniter zu mischen - ein Versprechen, das er trotz Zeitdrucks wahrmacht. Die Gäste haben dem Bundespolitiker nicht nur viel zu erzählen, sondern sehen dies auch als Chance für Erinnerungsfotos - Selfies mit dem CDU-Spitzenmann eingeschlossen. Nach und nach bahnt er sich seinen Weg durch die Menge in der CEB-Akademie in Hilbringen , die die Junge Union (JU) Saar als Veranstaltungsort für den Blaulichtempfang am Freitagabend ausgesucht hat. "Wir wollten allen ehrenamtlichen Helfern einmal Danke für ihr Engagement sagen", sagt JU-Landesgeschäftsführer Manuel Kerber aus Orscholz. "Da der CDU-Bundesvorstand im Victor's-Hotel in Nennig tagt, haben wir die Gelegenheit wahrgenommen, und de Maizière eingeladen", ergänzt JU-Landespressesprecher Michael Molitor aus Wadern. "Gut 200 Leute sind gekommen, obwohl Bundeskanzlerin Angela Merkel zeitgleich den Neujahrsempfang in Saarlouis besucht", freut sich das JU-Team über den Erfolg.

Während Philipp Becker, Michelle Dick, Hendrik Keller und Jan Niclas Schnur vom Freisener THW dem Bundesinnenminister von ihren Auslandseinsätzen berichten und von der Minigruppe, in der technikbegeisterte Kinder im Alter zwischen sechs und neun Jahren spielerisch und pädagogisch sinnvoll an die vielfältigen Aufgaben des THW herangeführt werden, wächst bei den beiden Feuerwehrleuten, zuständig für die Jugendarbeit in der Kreisstadt und im Kreis, die Anspannung. Endlich: Für ein paar Minuten haben Stefan Conrad und Markus Tritz de Maizière, stets in Begleitung von Saarlands Innenmister Klaus Bouillon , für sich alleine. "Wir haben mit 810 Nachwuchskräften zwischen acht und 16 Jahren die größte Nachwuchsfeuerwehr im Saarland", verkünden beide stolz. "Unser Konzept hat bisher gut geklappt." Ihre Skepsis, das Alter von acht auf sechs herunterzusetzen, kommentiert de Maizière schmunzelnd mit dem berühmten Loriot-Zitat: "Früher war mehr Lametta." Noch ein Foto, dann wendet sich der Innenminister weiteren Hilfsorganisationen zu.

Ein Händedruck mit einem Bundesinnenminister ist für Markus Wiedemann, Daniel Neu und Michael Schmitt vom THW Obermosel eine Premiere. "Wir haben schon Klaus Bouillon die Hand geschüttelt und der Ministerpräsidentin", verrät das Trio, das den Ansturm auf de Maizière nutzt, um ein bisschen frische Luft zu schnappen - ein Privileg, das dem Gast aus Berlin noch nicht vergönnt ist. "Als ich in den Saal kam, sagte ich, die Luft ist schlecht. Nach einer Dreiviertelstunde ist sie noch schlechter", konstatiert er zum Ende seiner Rede und hatte die Lacher auf seiner Seite. Sein Wunsch, ehrenamtliche Helfer ebenso wie Polizei vor Pöbeleien oder Angriffen zu schützen und härtere Strafen für die Täter einzufordern, wird mit viel Beifall bedacht, ebenso wie seine Anerkennung für die Ehrenamtlichen. Ob im Katastrophenfall oder in der Flüchtlingskrise: Nach de Maizières Worten ist der Staat auf sie angewiesen. "Ein reicher Staat ist, der auf solch einen Schatz und ehrenamtliche Profis zurückgreifen kann." Und der Minister verrät: "Früher wäre ich gerne Feuerwehrmann geworden, weil ich mit Blaulicht bei Rot über die Ampel hätte fahren können. Mir hat mal einer gesagt: Jetzt kannst Du das auch", sagt er mit Blick auf seinen Dienstwagen, der ebenfalls mit Blaulicht ausgerüstet ist.

Vasen mit weißen und roten Tulpen zieren die Stehtische mit blütenweißen Tischdecken in der CEB-Akademie in Hilbringen . Die Brotkörbchen sind mit Laugenteilchen gefüllt. Über 600 hat das Team der JU Saar für ihre Gäste, allesamt von Hilfs-Organisationen, besorgt, wie JU-Landesgeschäftsführer Manuel Kerber erläutert.

Auch in Sachen Getränke lassen sich die Gastgeber nicht lumpen - auch nicht, was den Ehrengast Thomas de Maizière angeht. Für den Bundesinnenminister hält JU-Landesparteichef Alexander Zeyer eine Kiste Wein von der Obermosel parat. "Grauburgunder und Auxerrois, alte Rebe", verrät Lisa Petgen, Tochter der Winzerfamilie Petgen-Dahm aus Sehndorf. Derweil lässt Hausherr Gisbert Eisenbarth seinen Blick über die Menge schweifen. Dass der Geschäftsführer die Tore seines Hauses für Veranstaltungen Dritter öffnet, ist nach seinen Worten nichts Neues.

Bei dem Besuch von Bundesinnenminister Thomas de Maizière waren die Vorbereitungen besonders groß, erzählt Eisenbarth. "Da gilt Sicherheitsstufe eins", sagt er und weist auf die zahlreichen Personenschützer in Zivil hin, die die Räume absichern, während vor der Tür Polizeibeamte in Uniform patrouillieren. "Daher mussten wir Kurse in andere Räume verlegen und zusehen, dass deren Teilnehmer durch andere Ausgänge ihre Räume verlassen." Gesprächen zu Beginn der Woche mit der Polizei sind laut Eisenbarth am Freitagnachmittag ab 13 Uhr Kontrollen von Sicherheitskräften gefolgt - mit Spürhunden. Für den CEB-Geschäftsführer gab es eine Schrecksekunde: "Auf einmal hat ein Malinor bei einer Zimmerpflanze angeschlagen - er hat sich neben sie gelegt." Eine Prüfung habe ergeben: alles okay. "Vielleicht hatte die Pflanze zu viel Dünger", mutmaßt er.

Die Helfer der Jungen Union gönnen sich noch ein Gruppenbild mit dem Innenminister, der sich dann zum CDU-Vorstand nach Nennig aufmacht. Dem JU-Team steht noch Arbeit ins Haus: Der Saal, in dem de Maizière den Rettungskräften ganz nah gekommen ist, muss in einen Prüfungsraum verwandelt werden - für einen Test am Samstag.