„Sein“ Mondorf über Jahrzehnte geprägt

„Sein“ Mondorf über Jahrzehnte geprägt

Hermann Schmitz war 28 Jahre Ortsvorsteher. Beim Amtswechsel wurden jetzt seine Verdienste um den Merziger Stadtteil gewürdigt.

Seit der Gebietsreform 1974, mehr als 40 Jahre also, war er in der Dorfpolitik tätig, davon 28 Jahre als Ortsvorsteher. Nun hat Hermann Schmitz das Amt in jüngere Hände gelegt. Schmitz hat sich für "sein" Mondorf stets engagiert und brachte seinen Heimatort augenscheinlich voran. Nachhaltig gelang dies durch die Sanierung des Ortskerns und der Umnutzung der alten Schule zum Vereins- und Bürgerhaus sowie auch durch die vielen Initiativen zur Förderung der Dorf- und Vereinsgemeinschaft. Hermann Schmitz, von Beruf Lehrer, veröffentlichte darüber hinaus im Jahre 2009 eine Dorfchronik unter dem Titel "Mòòndroff freier - Mondorf heute".

Vor kurzem trat Hermann Schmitz in die zweite Reihe und übergab das Amt des Ortsvorstehers an Fliesenlegermeister Carsten Weber, seinen bisherigen Stellvertreter. Bürgermeister Marcus Hoffeld würdigte Schmitz anlässlich des Wechsels im Amt des Ortsvorstehers für seine herausragende Leistung und dankte ihm für sein "vorbildliches Engagement im Dienste der Mitbürger und des Gemeinwohls".

Dank gab es auch von den Vereinen: stellvertretend für die Mondorfer Vereinsgemeinschaft überbrachte Elisabeth Schmitz den Dank für die vielfältige Unterstützung der örtlichen Vereine sowie die tatkräftige Mitarbeit in verschiedenen Gruppen. Der neue Ortsvorsteher Carsten Weber und Pastor Peter Frey stellten das Engagement Schmitz für den Merziger Stadtteil sowie die Kirchengemeinde heraus. Umrahmt wurde die Feier durch Beiträge des Kirchenchors Mondorf sowie des Musikvereins Büdingen.

Ortsvorsteher Weber würdigte in seiner Dankrede die Verdienste seines Vorgängers für seinen Heimatort Mondorf: Schmitz war Mitglied im Ortsrat seit 1974, von 1984 bis 1989 bekleidete er das Amt des stellvertretenden Ortsvorstehers. Bis 1985 war er zudem Vorsitzender des Sportvereins TuS Mondorf, dessen erste Mannschaft mit ihm als Trainer in der Saison 1986/87 Meister ihrer Spielklasse wurde.

Die Sanierung des Ortskerns rund um das Gemeindehaus wurde Mitte der 80er Jahre auf den Weg gebracht und in den 90er Jahren zu Ende geführt. Am Sportplatz entstand ein großer Spielplatz. Das alte Schulhaus wurde komplett in Eigenregie zum Bürgerhaus umgebaut. Ein Flurbereinigungsverfahren in der Gemarkung Mondorf wurde durchgeführt. Hierdurch konnte die Flur neu geordnet und ein umfangreiches Feldwegenetz geschaffen werden.

Legendär sind die "Mondorfer Oldieabende", die unter Leitung Toni Palumbo stehen. Auch hier ist Hermann Schmitz mit von der Partie, was Organisation und Durchführung anbetrifft. "Der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft lag Schmitz stets sehr am Herzen", lobte Bürgermeister Hoffeld. So organisierte er mit den Vereinen die jährlich wiederkehrenden Feste, ob Fastnacht, Singen unter dem Maibaum, Kirmes, Martinsfeier. Viele Familienabende der ortsansässigen Vereine gestaltete er durch sein musikalisches Talent mit.

Ein für die Nachwelt bleibendes Werk schuf Schmitz mit dem Heimatbuch "Mòòndroff freier - Mondorf heute".

In jahrelanger Kleinarbeit durchforschte er hierzu Archive, Pfarr- und Schulchroniken, arbeitete die Aufzeichnungen des Heimatforschers Dr. Anton Jakob durch, interviewte Zeitzeugen. So entstand ein fast 400 Seiten starkes Werk, eine Dorfchronik die durch viele historische Fotos angereichert wurde. Hermann Schmitz hat sein Dorf über Jahrzehnte geprägt, durch Ideenreichtum, unermüdlichen Einsatz und vor allem: durch das persönliche Vorbild.

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