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Seelsorger, Manager und Werbeträger

Seelsorger, Manager und Werbeträger

Im Beisein zahlreicher Gäste wurde am vergangenen Sonntag der Hilbringer Pfarrer Manfred Thesen verabschiedet – mit einem Gottesdienst und anschließendem Empfang im Pfarrzentrum. Thesen übernimmt künftig die Aufgabe des Kooperators in der Gemeinde Rehlingen-Siersburg.

Im Anschluss an den Gottesdienst am Sonntag in der Pfarrkirche erinnerte die Vorsitzende des Hilbringer Pfarrgemeinderates, Dorothea Löw-Hoffmann, an die Jahre, in denen Pfarrer Thesen gewirkt hat. "Viele der hier Anwesenden, denken heute an den Tag zurück, an dem Sie mit den unterschiedlichsten Erwartungen in diese Gemeinde kamen", richtete Löw-Hoffmann sich an den scheidenden Pfarrer .

Große Verantwortung

Dabei ging sie weiter auf die eindrucksvollen Eckdaten ein. Seit dem Jahr 2000 war Thesen Pfarrer in Hilbringen Sankt Petrus in Ketten und Mondorf Sankt Johannes der Täufer . Im Jahr 2001 wurde er dann Dechant im alten Dekanat und im Jahr 2004 im großen neuen Dekanat Merzig, das sich von Perl bis Beckingen erstreckt.

Doch damit nicht genug. Im Jahr 2009 übernahm Thesen auch die Pfarreien Schwemlingen Sankt Laurentius und Büdingen Maria Heimsuchung. Somit war der agile Pfarrer zuletzt für 7342 Katholiken in der Pfarreiengemeinschaft Merzig-Hilbringen zuständig. Als Chef des Dekanats Merzig, mit insgesamt fünf Seelsorgeeinheiten waren es gar 52 249 Katholiken , die in seine Zuständigkeit fielen. Wegen der immer größer werdenden Einheiten müssen sich nach Auffassung von Löw-Hoffmann die Pfarrer auf vielen Ebenen bewegen. Neben der Hauptaufgabe des Seelsorgers seien die Qualitäten als Manager , Kommunikator und Werbeträger in Sachen Kirche und Religion gefragt.

"Sie haben in unserer Pfarreiengemeinschaft bei der Bewältigung der großen und vielfältigen Herausforderungen mehr als gute Arbeit geleistet", lobte Löw-Hofmann. Dabei seien Pfarrer Thesen immer die Menschen wichtig gewesen. Menschen die Hilfe brauchten. So wie Eltern, die begleitet werden mussten, weil sie ihr Kind verloren haben. "Deshalb waren wir sehr betroffen, als Sie uns über Ihren Entschluss informierten, die Aufgabe als leitender Pfarrer in unserer Pfarreiengemeinschaft aufzugeben. Wir sind traurig über Ihren Weggang." Als Zeichen des Dankes erhielt der scheidende Pfarrer von Löw-Hoffman eine Ikone, die in einer Motivabfolge das Leben Jesu nachzeichnet.

Eher weltlich ging es dann im Pfarrzentrum zu. Dorthin wurde die Bevölkerung eingeladen, damit sie sich von ihrem Pfarrer verabschieden konnte. Zahlreiche Würdenträger überbrachten als Zeichen des Dankes Geschenke, die dem Pfarrer den Abschied leichter machen sollte. Unter ihnen war auch Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld . Er dankte Thesen für seine geleistete Arbeit. "Wer so verabschiedet wird wie Sie heute, muss über Jahre hinweg herausragende Arbeit geleistet haben", so Hoffeld.

"Sister Act" als Vorbild

Das Stadtoberhaupt bezog sich dabei auf die Beiträge, die vor allem die Messdiener vorbereitet haben. Sie nahmen sich den Film "Sister Act" zum Vorbild. Die Filmmusik wurde eingespielt und ähnlich wie die Nonnen im Film, klatschten und bewegten sich die Messdiener dazu. Sehr zur Freude von Thesen und Chorleiter Ulrich Kreiter, der die Jungtalente gleich zur nächsten Chorprobe einlud. Kreiter selbst hatte auch noch einen Beitrag vorbereitet. Unter seiner Leitung sang der Jugendchor zwei Stücke aus dem Kindermusical "Jona", das im Mai im Pfarrzentrum Hilbringen aufgeführt wird.

Schier endlos war die Schlange der Menschen, die sich mit kleinen Präsenten von ihrem Pfarrer verabschieden wollten. Ein Beleg dafür, wie beliebt Pfarrer Thesen war. Sein Nachfolger wird im September seine Seelsorgertätigkeit aufnehmen. Peter Frey heißt er und wird eine geordnete Pfarrgemeinde vorfinden.