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Sebastian Schröder, Mitglied der Band Maybebop, spricht über das bevorstehende Konzert in Merzig

Interview : „Wir müssen mit unserer Musik Flagge zeigen“

Sebastian Schröder, der Bassist der Band Maybebop, ist während seiner krankheitsbedingten momentanen Pause für das Management zuständig. Im Interview erzählt er, was die Zuschauer beim Konzert in Merzig am kommenden Samstag erwartet.

Der Musikstil der Band ist über die Jahre hinweg sehr wechselhaft. Gibt es einen Grund dafür, dass Sie sich nicht auf einen Stil festlegen?

SCHRÖDER Wir haben Lust auf Abwechslung und wir haben gemerkt, dass es für die Zuschauer kurzweiliger ist, wenn sie im Verlauf des Abends nie wissen, was als Nächstes kommt.  Wir haben eine große Bandbreite und wollen damit zeigen, wie vielfältig Musik ist. A-cappella-Musik bietet sich da gut an, weil die technischen Möglichkeiten gegeben sind, mit denen man beispielsweise die Gitarren verzerren oder den Bass verstärken kann. Es macht uns einfach Spaß.

Gibt es inhaltliche Gemeinsamkeiten in den Songs, die über die Jahre hinweg bestehen oder bestimmte Intentionen, die mit den Songs verfolgt werden?

 Muss derzeit pausieren: Bassist Sebastian Schröder
Muss derzeit pausieren: Bassist Sebastian Schröder Foto: Carsten Herwig

SCHRÖDER Nicht durchweg, wir haben Stücke, die auf Comedy gehen und die Leute zum Lachen bringen sollen. Aber unsere Songs sind auch im weitesten Sinne gesellschaftskritisch und inzwischen auch politisch. Wir als Bühnenkünstler spielen im Jahr circa 90 bis 100 vor etwa 600 bis 700 Zuschauern pro Abend, man kann also eine Menge Menschen erreichen. Wir müssen mit unserer Musik Flagge zeigen, wenn es um Fremdenhass oder andere Themen geht. In unseren Songs rufen wir auch dazu auf, dass die Menschen sich aktiv beteiligen, sei es, dass man wählen geht und seine Stimme nutzt oder dass man Toleranz zeigt.

Worin unterscheidet sich das neue Bühnenprogramm „Ziel: los!“  von den vorherigen Bühnenprogrammen?

SCHRÖDER Unsere Bühnenprogramme der letzten Jahre haben gemeinsam, dass eigene deutschsprachige Songs enthalten sind, aber der gesellschaftskritische Bezug ist stärker geworden. Es ist erwachsener und reifer geworden und hat noch mehr Botschaft. Die Alben sind in etwa gleich aufgeteilt in witzige und gesellschaftskritische Songs. Im dritten Teil geht es einfach darum schöne Musik zu zelebrieren.

Werden die Songs gemeinsam geschrieben?

SCHRÖDER Die meisten unserer Songs stammen aus der Feder von Oliver Schulz. Ihm wurde das Talent einfach in die Wiege gelegt und er hat die besten Ideen.  Ich würde sagen, dass jeder in der Band für für einen Bereich verantwortlich ist. Einer ist zum Beispiel für die DVDs  unserer Bühnenprogramme zuständig und  ich kümmere mich um die Organisation und das Management. Aber Oliver ist sozusagen federführend und unser musikalischer Leiter, was nicht heißt, dass er nicht offen für unsere Ideen ist.

Was erwartet die Zuschauer, wenn sie Ihre Konzerte besuchen?

SCHRÖDER Die Zuschauer können sich auf zwei Stunden kurzweilige und anspruchsvolle Unterhaltung freuen. Wir bekommen immer wieder gesagt, dass der Abend so schnell vorbeigegangen ist, das liegt natürlich daran, dass die Songs so unterschiedlich sind. Mal spielen wir einen lustigen Song, dann wieder einen mit politischer Botschaft. Wir spielen bereits zum vierten Mal in Merzig und das Saarland hat sich in den zwanzig Jahren für uns zu etwas Besonderem entwickelt. Es ist immer super und die Hütte ist auch immer voll, wir kommen gerne dorthin. Ich würde sagen, dass wir das Saarland in den letzten Jahren lieb gewonnen haben.