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Schulbus landet in der Böschung

Schulbus landet in der Böschung

Am Freitagmorgen geriet ein vollbesetzter Schulbus auf der L 370 auf den unbefestigten Seitenstreifen. Das Fahrzeug rutschte in der Folge die Straßenböschung hinab, die meisten Insassen blieben unverletzt.

Glück im Unglück hatten die meisten der 64 Insassen eines Schulbusses, der am Freitagmorgen auf der Landstraße 370 zwischen Hargarten und Brotdorf verunglückt ist. Die meisten der Mädchen und Jungen im Alter zwischen 10 und 18 Jahren in dem vollbesetzten Bus blieben unverletzt, nach Angaben der Polizei erlitten fünf der Passagiere leichte Verletzungen, unter anderem Schnittwunden und Prellungen. Gegen 7.20 Uhr war der Bus auf der Fahrspur in Richtung Brotdorf unterwegs, als er auf gerader Strecke von einem anderen Fahrzeug überholt wurde. Der Busfahrer steuerte das Gefährt ganz an den rechten Straßenrand, um dem überholenden Fahrzeug mehr Platz zu schaffen. Dabei geriet der rechte Reifen des Busses auf den unbefestigten Seitenstreifen, der auf Grund der Niederschläge der vergangenen Tage sehr rutschig geworden war. Schilderungen von einigen Passagieren, wonach der Unfall als Folge eines riskanten Überholmanövers eingetreten ist, haben sich nach Aussage der Polizei nicht bestätigt. "Dem Überholer kann kein Vorwurf gemacht werden", hieß es auf SZ-Anfrage.

Zum Glück nicht umgekippt

Der Bus kam ins Rutschen, der Fahrer konnte ihn nicht mehr auf die asphaltierte Straße zurückbringen, so dass der Bus die an dieser Stelle recht steile Böschung hinabrutschte. Eine größere Hecke am Fuße der Böschung sowie ein Feldwirtschaftsweg, der von der Straße abzweigt und die Böschung unterbricht, bremsten nach etwa 80 Metern das rutschende Gefährt ab, der Bus blieb in Schräglage im Straßengraben stehen. "Man kann von Glück sagen, dass er nicht umgekippt ist", hieß es von der Polizei .

Dennoch wurden einige der Kinder und Jugendlichen in dem Fahrzeug verletzt. Zum einen, weil manche der stehenden Passagiere durch das Entlangrutschen an der Böschung in die Sitzreihen geschleudert wurden. Zum anderen, weil auf Anweisung des Busfahrers die Seitenfenster des Fahrzeuges eingeschlagen wurden, so dass einzelne Insassen Schnittverletzungen davon trugen. Anfangs ließen sich die Bustüren wegen der Schräglage nicht öffnen. Einigen Ersthelfern, die Zeugen des Unfalls geworden waren, gelang es später, sie mit vereinten Kräften zu öffnen. Ein Teil der Kinder verließ das verunglückte Fahrzeug durch die vordere Bustür, andere durch die beiden mit dem Notfallhammer eingeschlagenen Seitenfenster.

Ein Großaufgebot an Einsatzfahrzeugen der Feuerwehren Merzig und Brotdorf (35 Helfer), des DRK-Rettungsdienstes (18 Helfer) und der Polizei sowie der Rettungshubschrauber Christoph 16 waren im Einsatz. Mit einem Ersatzbus wurden die Kinder, die nach Aussage von Kreisbrandinspekteur Siegbert Bauer zum Teil für die Jahreszeit viel zu dünn angezogen waren, zum Feuerwehrgerätehaus nach Brotdorf gefahren, wo Notfallseelsorger für deren Betreuung bereitstanden. Die fünf leicht verletzten Kinder wurden zur medizinischen Untersuchung ins Merziger SHG-Klinikum transportiert. Einige der Kinder machten sich von dort aus auf den Weg in die Schule, um am Unterricht teilzunehmen. Andere, die noch zu stark unter dem Eindruck der Geschehnisse standen, kehrten allerdings nach Hause zurück. Die L 370 zwischen Brotdorf und Hargarten war bis etwa 10.30 Uhr voll gesperrt. Zur Bergung des Busses war schweres Gerät von Nöten. Im Verlauf des Vormittags konnte er mittels eines Autokrans geborgen werden.