1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Merzig

Schüler in Merzig werden mit Hilfe einer Lernplattform unterrichtet

Kostenpflichtiger Inhalt: Merzig : Unterricht kommt in Merzig nach Hause

Die Christian-Kretzschmar-Schule setzt derzeit auf eine digitale Plattform, um die Schüler mit Material zu versorgen.

Lehrerzimmer, Hausaufgaben, Fragestunden und mehr: All das gibt es an der Christian-Kretzschmar-Schule Merzig derzeit im Internet. Bereits seit einigen Jahren nutzten viele Lehrer der Schule die Plattform Lernwelt Saar, um ihren Unterricht durch digitale Medien zu ergänzen. Doch seit die Schulen wegen der Corona-Krise geschlossen wurden, liegt der Fokus mehr denn je auf der Lernwelt.

Und das kommt bei den Schülern gut an, erzählt Erik Münster. Er ist Lehrer und Mitglied der Schulleitung in Merzig, außerdem betreut er die Lernwelt saarlandweit. „Ich habe den Eindruck, dass die Kinder sehr interessiert sind“, erzählt er. Dies bestätigten ihm nach seinen Worten auch die Kollegen. „Mit den digitalen Medien erreichen wir Kinder, die wir sonst nicht erreichen“, berichtet er aus Erfahrung.

An der Christian-Kretzschmar-Schule stünden derzeit für alle Fächer Materialien auf der Plattform – „sogar für Sport“, freut sich der Pädagoge. Als die Schulschließung bekannt gegeben wurde, habe er eine schnelle Schulung für seine Kollegen gemacht, die mit dem digitalen System noch nicht so vertraut waren wie andere. Mit Erfolg, wie er berichtet: „Wir haben keinen Lehrer, der sich verweigert. Alle geben sich Mühe.“

Das System sei „sehr lehrerfreundlich“, schmunzelt Münster. HTML-Kenntnisse oder Ähnliches seien nicht erforderlich. Für die Lehrer gibt es in der Lernwelt ein digitales Lehrerzimmer mit Kalender und Chatfunktion. Doch das Herzstück ist das Kurssystem. Für die einzelnen Fächer und Klassen gibt es eigene Seiten. Hier stellen die Lehrer nach Münsters Worten Lerninhalte ein: Erklärungen, Übungen, weiterführende Links, Hausaufgaben. Auch besteht die Möglichkeit, dass Schüler Fragen stellen. Diese werden anonym veröffentlicht und von der entsprechenden Lehrkraft beantwortet. Die Hausaufgaben können die Schüler dann entweder direkt in der Lernwelt hochladen oder per E-Mail einschicken.

„Hausaufgaben zu machen ist keine Verpflichtung“, betont Münster. Es gehe vielmehr darum, den Kindern überhaupt ein Angebot machen zu können. Und viele nähmen das Angebot auch an.

Neben Erklärungen und Übungsaufgaben hat Münster seinen eigenen Klassen in dieser Woche auch Fragestunden angeboten. Auch wenn nach seinen Worten nicht alle Schüler teilgenommen haben, sei er mit dem Ergebnis zufrieden. „Die Kinder hatten viele Fragen gehabt“, berichtet er von dem Gespräch mit seinen Sechstklässlern. „Ich habe nochmal die Prozentrechnung erklärt und es gab viele Fragen zu den Aufgaben“, berichtet er von der Sitzung. „Die Schüler sind wirklich dankbar, dass wir das anbieten.“ Manche lieferten sogar Vorschläge, wie der Unterricht im Internet besser ablaufen könne. „Das werde ich mir mal anschauen“, kündigt Münster an.

Doch was ist eigentlich mit den Schülern, die keinen Zugang zum Internet oder kein passendes Gerät zur Verfügung haben? „Die Schüler ohne Internet bekommen die Sachen per Post zugeschickt“, sagt Münster. Hierzu müssten sie sich im Sekretariat melden. Aber: „Es hat sich bisher noch kein Kind gemeldet, weil es die Lernwelt nicht benutzen kann.“

Generell findet er den direkten Kontakt zu den Schülern aber unumgänglich. „Das Wichtigste ist die Persönlichkeit des Lehrers“, betont er. 30 bis 40 Prozent des Unterrichts mit digitalen Medien zu gestalten, hält er für einen guten Weg. Falls die Schulschließungen aber fortgesetzt werden, müsse das System perfektioniert werden – und dann würden auch Hausaufgaben Pflicht.