Schüler des Gymnasiums am Stefansberg haben jetzt ein Patenkind in Indien

Es kommt auf jeden Euro an : Merziger Schüler helfen Jungen in Indien

Achtklässler des Gymnasiums am Stefansberg haben Spenden für ihr Patenkind, den 14-jährigen Gattlin, gesammelt.

28 Schüler einer achten Klasse des Merziger Gymnasiums am Stefansberg (GaS) sind stolz, denn sie haben jetzt ein Patenkind in Indien, das sie unterstützen. Auf die Idee, sich in Indien zu engagieren, sind die Schüler während des Religionsunterrichts gekommen. Sie haben sich mit dem Thema Hinduismus beschäftigt und dabei auch vieles über die Lebensverhältnisse in Indien erfahren. „Wir wussten zwar, dass viele arme Menschen in Indien leben, aber dass es so extrem ist und viele noch nicht mal 50 Euro im Monat zur Verfügung haben, hat uns wirklich schockiert. Deshalb haben wir uns zum Ziel gesetzt, dort zu helfen“, erzählt Aaron Engel von den ersten Überlegungen.

Gemeinsam mit ihrem Religionslehrer Markus Braun haben die Schüler recherchiert und sind dabei auf den Förderverein „Indienhilfe Saar“ gestoßen, mit dem sie seitdem zusammenarbeiten. „Wir unterstützen in Indien bereits eine stolze Zahl von Schülern und versuchen ständig, neue Patenschaften zu finden“, berichtet Susanne Limbach, die Vorsitzenden des Fördervereins, von ihrer täglichen Arbeit: „Unsere Partner in Indien besuchen die Familien vor Ort, um sich ein Bild zu machen, und entscheiden dann, wem wir helfen.“

Als Patenkind für die Achtklässler des Gymnasiums am Stefansberg fiel die Wahl auf J. Gattlin Jude. „Der Junge ist 14 Jahre alt, also etwa im gleichen Alter wie die Schüler. Sein Vater arbeitet in einer Metallfabrik und verdient dort sechs Euro am Tag, seine Mutter ist arbeitslos, engagiert sich aber sozial für andere. Gattlin hat noch einen vierjährigen Bruder, die Familien lebt in einem Mietshaus“, beschreibt Susanne Limbach die Lebensumstände der Familien in Indien.

Um Gattlin zu unterstützen, haben die Merziger Schüler Spenden gesammelt. Sie sind von Haus zu Haus gegangen und haben den Menschen von ihrem Patenkind erzählt. Die Erfahrungen, die die Mädchen und Jungen dabei gemacht haben, waren durchweg positiv. „Eigentlich hat es wirklich Spaß gemacht. Die meisten Menschen waren sehr freundlich, haben uns zugehört und auch nachgefragt“, erinnert sich Sophia Hoffmann gerne an die Sammelaktion zurück. Und auch Mitschülerin Linda Ade war von der Hilfsbereitschaft der Merziger begeistert: „Wir haben eine Frau getroffen, die selbst schon drei Patenkinder in Indien hat, und trotzdem hat sie uns noch Geld für unser Patenkind gegeben.“

Am Ende ist es den Schülern gelungen, rund 700 Euro für ihr Patenkind zu sammeln. Dank dieser finanziellen Hilfe kann Gattlin trotz der schwierigen Lage seiner Familie eine englische Mittelschule in Indien besuchen. Er geht dort, wie seine Unterstützer aus Merzig, in die achte Klasse. Von dem Geld aus dem Saarland bekommt er jeden Monat 20 Euro für Schulbedarf und Essen.

Um die Spende entgegenzunehmen, besuchte ein indischer Priester das Gymnasium am Stefansberg. Pater Jean Jose kommt aus Marthandam in Südindien, wo auch das Patenkind der Klasse lebt, und steht im täglichen Kontakt mit der Diözese dort, in der er selbst als Priester tätig war. Pater Jean Jose ist derzeit zur Weiterbildung in Deutschland, macht hier einen Sprachkurs, bevor er als Priester eingesetzt wird, und begleitend ein Promotionsstudium in der Diözese Rottenburg-Stuttgart absolvieren möchte.

Auch wenn es ihm in Deutschland wirklich gut gefällt, will er nach seinem Abschluss unbedingt zurück in seine Diözese in Indien: „Die Strukturen dort sind für indische Verhältnisse perfekt und es gibt viel zu tun. Wir kümmern uns nicht nur um Christen, sondern auch um Hindus, Moslems oder Andersgläubige. Unsere Ziele sind es, Bildung, Erziehung und soziale Entwicklung zu verbessern, die Rolle der Frauen zu stärken.“

Die Achtklässler des Gymnasiums am Stefansberg werden den Weg ihres Patenkindes mitverfolgen. Sie haben mit Gattlin nämlich eine Brieffreundschaft geschlossen und sind im regen Austausch mit ihm.

Kontakt zur Indienhilfe Saar per E-Mail an indienhilfesaar.@gmail.com, weitere Informationen gibt es im Internet:

www.indienhilfe-saar.de