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Merzig
Junge Irinnen zu Besuch in Merzig

 Die irischen und deutschen Schüler beim Besuch der Ausgrabungsstätte in Reinheim-Bliesbrück
Die irischen und deutschen Schüler beim Besuch der Ausgrabungsstätte in Reinheim-Bliesbrück FOTO: Albert Ehl
Merzig. Gastschülerinnen von der Grünen Insel verbrachten mit ihren Lehrern erlebnisreiche Tage in der Region. Von red

Eine Woche lang hat die irische Flagge über dem Merziger Gymnasium am Stefansberg (GaS) geweht. Was bei vielen Schülern, Eltern und Anwohnern auf Verwunderung stieß, hatte einen guten Grund: Eine kleine Gruppe aus Irland hatte am GaS Station gemacht. Zwei 15-jährige Mädchen, begleitet von zwei Lehrern, hatten sich Merzig für ihren Aufenthalt in Deutschland ausgesucht, weil es zwischen dem GaS und ihrer Schule in Irland bereits seit Jahren einen guten Kontakt gibt. Schon seit Jahren unternehmen Merziger Schüler aus den bilingualen Politikkursen, in denen Politik auf Englisch unterrichtet wird, Ausflüge nach Irland, um die Geschichte, die Politik und die Sehenswürdigkeiten des Landes vor Ort kennen zu lernen. Seit zwei Jahren besuchen die GaS-Schüler dabei auch die Schule der beiden Mädchen, die im Norden der Republik Irland in dem Städtchen Buncrana liegt. Und das ist eine ganz besondere Schule, denn dort wird nicht auf Englisch unterrichtet, wie es in nahezu allen anderen Schulen Irlands der Fall ist, sondern ausschließlich auf Irisch, der alten keltischen Sprache der Insel.


„Ich war schon auf einer irischen Grundschule“, erzählt Gastschülerin Dearbhla McCarron, „danach hat meine Mutter mir freigestellt, ob ich auf eine irische oder englische weiterführende Schule gehe, und da habe ich mich natürlich für die irische Schule entschieden, denn ich mag die Sprache sehr, und außerdem ist auch mein großer Bruder an dieser Schule.“ Auch ihre Klassenkameradin Caoimhe Doherty, mit der sie nach Merzig gekommen ist, war schon immer an einer irischen Schule: „Ich habe nie eine andere Schule besucht, daher kann ich unsere Schule schlecht mit englischsprachigen vergleichen. Aber ich finde es super, dass bei uns jeder jeden kennt und wir wie eine Familie sind.“

Das hängt sicher auch damit zusammen, dass auf dieser irischen Schule insgesamt nur 40 Schüler unterrichtet werden, Dearbhla und Caoimhe sind sogar die beiden einzigen ihres Jahrgangs. Im Gegensatz dazu haben sie bei ihrem Besuch in Merzig eine der größten Schulen des Saarlandes kennengelernt – und sich auch dort gleich wohlgefühlt. Gemeinsam mit den beiden Elftklässlerinnen Amélie Daub und Lena Lafitte, die ihnen als Partnerinnen zur Seite gestellt wurden, haben sie den Unterricht besucht und Ausflüge unternommen.



Gleich am ersten Tag ging es für die Gruppe in den Europäischen Kulturpark in Bliesbrück-Rheinheim. „Wir hatten dort eine dreistündige Führung und haben viel über die Römer und natürlich passend zum Anlass auch über die Kelten erfahren“, erzählt Amélie von der gemeinsamen Unternehmung. Außerdem stand ein Besuch der Saarschleife auf dem Programm. Einen Nachmittag durften die beiden jungen Irinnen auch bei Amelie und Lena zu Hause verbringen. Und Lena verrät: „Wir haben uns viel unterhalten und schon richtig gut kennengelernt. Und abends waren wir dann alle zusammen noch bei unserem Schulleiter Herrn Ehl zum Grillen eingeladen.“ Und das hat offenbar bleibenden Eindruck hinterlassen, denn auf die Frage, was ihr am Saarland besonders gut gefallen habe, antwortete Caoimhe: „Das Essen schmeckt irgendwie besser hier und ist frischer als in Irland.“

Aber auch die Ausflüge, die Gastfreundschaft und die Landschaft im Saarland wurden von ihrer Mitschülerin Dearbhla lobend erwähnt: „Ich liebe die Landschaft hier mit ihren Hügeln und den kleinen Schlössern oder Burgen, auch die Architektur ist sehr schön. Da, wo ich herkomme, gibt es fast nur Reihenhäuser, die alle gleich aussehen. Im Saarland gibt es große, kleine und bunte Häuser, die in verschiedenen Stilen gebaut sind.“ Daher fiel den Mädchen und ihren Lehrern der Abschied aus Merzig schwer. Aber sie hoffen, bald auch in Irland wieder Besuch aus dem Saarland zu bekommen.