Schönste Streuobstwiesen im Kreis Merzig-Wadern sind in Losheim und Mondorf

Kostenpflichtiger Inhalt: Streuobstwiesen im Grünen Kreis : Alte und junge Bäumen bringen den Sieg

Der Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine Merzig-Wadern hat die schönsten Streuobstwiesen gekürt.

Die schönsten Streuobstwiesen des Landkreises liegen in Losheim und in Mondorf. Zu diesem Ergebnis kam die Jury des Streuobstwiesenwettbewerbs des Kreisverbandes der Obst- und Gartenbauvereine (OGV) Merzig-Wadern. 30 Obstwiesenbesitzer aus dem Kreis stellten sich den kritischen Augen der Jury, der Hans-Walter Bauer, Mitglied des Vorstandes des Kreisverbandes Merzig-Wadern der Obst- und Gartenbauvereine, Karl Heinz Schmitt, Vorsitzender des OGV von Nohn, und Karl Rudi Reiter, Vorsitzender des OGV von Beckingen, sowie der vor kurzem aus dem Amt geschiedene Kreisvorsitzende Alois Engeldinger angehörten.

Im Vergleich zu vergangenem Jahr stieg die Teilnehmerzahl. „Ein Lichtblick“, wie Schmitt sagt. Lange Jahre habe man befürchtet, die Pflege der Streuobstwiesen verkomme. Die rege Teilnahme habe jedoch gezeigt: „Die Hoffnung muss nicht aufgegeben werden. Es ist erfreulich, dass Kinder und Jugendliche inzwischen daran beteiligt sind.“

Für die Pflege der landschaftsprägenden Streuobstwiesen mit Apfel-, Kirsch- und weiteren Obstbäumen investierten die Hobbygärtner viel Zeit und Fleiß, was belohnt werden sollte. Deshalb begutachtete die aus Mitgliedern des Kreisvorstandes der Obst- und Gartenbauvereine und des Naturschutzbundes (Nabu) bestehende Kommission zwei Tage lang die Flächen der Streuobstwiesenbesitzer und ernannte je einen Erstplatzierten aus den beiden Besichtigungstagen separat als Sieger, ebenso die Zweit- und Drittplatzierten.

Mit der ganzen Familie pflegt der Sieger des zweiten Tages, Albert Heilig, seine Streuobstwiese in Losheim. „Meine Enkelkinder helfen immer mit und fragen schon, wann es wieder los geht“, erzählte Heilig, der lange Jahre die Obstpflege auf St. Gangolf übernahm. Wissen, das in seine Streuobstwiese fließt, die ihm einst vermacht wurde. Ihm sei es wichtig, „die Kultur der Streuobstwiese weiterzugeben, damit auch der Nachwuchs noch etwas davon hat“. 180 Bäume verschiedener Sorten stehen auf seiner Wiese, die Erträge verwertet er selbst. „Tadellose Pflege und perfekte Zusammenspiel zwischen jungen und alten Bäumen“, betonte die Jury und nannte Heiligs Wiese ein „Highlight“.

Sieger der ersten Begehung wurde Clemens Mohr aus Mondorf, der das Hobby und die Wiese von seinem Opa übernahm. Auch er verwerte alle Früchte selbst. Mitzumachen war für ihn eine spontane Entscheidung, die er nicht bereute: „Ich kann jedem empfehlen mitzumachen.“

In beiden Wiesen fand die Jury eine gute Mischung aus alten und jungen Bäumen – angefangen bei Neupflanzungen alter, heimischer Sorten bis hin zu bereits abgestorbenen Altbäumen, welche Insekten und Vögeln Unterschlupf bieten. Gleichzeitig zeigten sich die Wiesen in einem naturnahen Zustand, man lässt auch Wildblumen Platz.

Anhand von zahlreichen Kriterien, wie die Vielfalt der Obstsorten, ihr Alter und Pflegezustand, die ökologische Wertigkeit, Wiesenpflege mit allgemeiner Bodenpflege, die Förderung von Nützlingen, Verwertung und Besonderheiten wie Baumhöhlen und Bienenvölker, konnten die Teilnehmer Punkte für die abschließende Bewertung sammeln. Der Jury ist besonders das Zusammenspiel aus naturbelassener Pflege und Schutz der Umwelt und Tieren wichtig. Für die Bemühungen mit Blick auf Naturschutz zeichnete Markus Augsten vom Nabu zwei Besitzer mit einem Nabu-Sonderpreis aus. Dieser ging zum einen an Hermann Scheid aus Konfeld für seine Sitzstangen für Greifvögel, Inseln aus Wildblumen und Nistkästen sowie Insektenhotels. Für die mustergültige Neuanlage  einer Streuobstwiese erhielt Albert Paulus aus Wadrill einen Sonderpreis. Den zweiten Platz erreichten jeweils Daniel Mai (Rimlingen) und Toni Franziskus (Wochern), der dritte Platz ging jeweils an Willi Engel (Oberperl) und Helmut Hassler (Konfeld).

Engeldinger bedankte sich zum Abschluss bei allen Teilnehmern. „Sie tragen aktiv etwas zum Umweltschutz bei und leisten Ihren Beitrag zum Erhalt der Landschaft. „Machen sie weiter so“, sagte Karl Heinz Schmitt.